Was bedeutet „Male Tears“? Bedeutung auf deutsch, Definition, Erklärung

Was bedeutet Male Tears, Bedeutung auf deutsch, Definition, Erklärung


Der Begriff „Male Tears“, zu Deutsch „Männliche Tränen“, basiert auf Memes und GIFs, die – bekannte sowie unbekannte – weinende Männer oder animierte, männliche Charaktere, die weinen, zeigen. Als spöttischer Internetslang wird es hauptsächlich im Kontext von feministischen und geschlechtsspezifischen Diskussionen eingesetzt, um antifeministische, frauenfeindliche oder menschenverachtende Äußerungen von Männern zu verhöhnen.

Was bedeutet „Male Tears“? Bedeutung auf deutsch, Definition, Erklärung

„Male Tears“ wurde erstmals im August 2012 auf dem französischen Tumblr-Blog FeministPicture verwendet. In einem Beitrag mit der Überschrift „Male Tears“ wird die Bedeutung des Wortes erklärt. Laut FeministPicture handelt es sich bei „Male Tears“ um das sprachliche Bestreben diejenigen Männer zu verspotten, die behaupten, sie seien gesellschaftlich und sozial unterdrückt. Das Konzept hinter „Male Tears“ unterliegt der Annahme, dass Männer privilegierter sind als Frauen und das männliche Jammern über eine angebliche Unterdrückung lächerlich ist.

Wenige Monate nach dem Erscheinen des Artikels auf FeministPicture wurde der Tumblr-Blog „Male Tears“ ins Leben gerufen. Der Begriff „Male Tears“ verbreitete sich fortan nach und nach auf den sozialen Medien. Hunderte von Bildern und GIFS, darunter auch Inhalte mit dem Begriff „Male Tears“, fungierten als humoristische und ironische Abrechnung mit Gruppierungen der Männerrechtsaktivisten und jammernden Internetnutzern männlichen Geschlechts. Memes dieser Art zeigen unbekannte Männer, männliche Charaktere oder berühmte Celebrities. Prominente Beispiele sind „Male Tears“-Memes mit Hollywoodstars wie Johnny Depp, Toby Maguire und Tom Hiddleston. Auf diesen Bildern und Film Stills sind die Männer weinend oder mit Tränen im Gesicht abgebildet.

Meme „Male Tears“: Varianten und Bedeutung

Das Schlagwort „Male Tears“ zog neue und originelle Begriffsspielereien wie „I Sip On Male Tears“ (zu Deutsch: Ich trinke männliche Tränen.) nach sich. In der Regel trinken Frauen auf den dazugehörigen Fotos aus Tassen auf denen die Worte „Male Tears“ aufgedruckt sind. 2013 löste dies einen Trend auf sozialen Medien wie Twitter und Tumblr aus: Selbst ernannte Feministinnen hielten auf den Selfies – meist schelmisch oder verschmitzt lächelnd – ein Trinkgefäß mit den besagten Worten in die Kamera. Eine andere, kreative Erweiterung des Begriffs ist der Satz „I Bathe in Male Tears“ (zu Deutsch: Ich bade in männlichen Tränen.“).

„Male Tears“: Bedeutung des Ausdrucks

Als Reaktion auf den Twittertrend postete die Nutzerin und Journalistin Lizzyf620 am 7. Januar 2015 ein Foto von sich und einer Tasse mit den Worten „That Means S*men“, zu Deutsch: Das bedeutet Samen. Lizzyf620 klärte auf, dass online schon seit 2010 das Wort „Tears“ in Bezug auf das männliche Geschlecht als Euphemismus für Samenzellen kursiert. Diese brisante Enthüllung spielte den antifeministischen und frauenfeindlichen Internetnutzern sowie Männerrechtsaktivisten zu, die sich daraufhin mit sexualisierten Aussagen über die sogenannten Tassen-Selfies der feministischen Frauen lustig machten.

„Male Tears“: Reaktionen und Kritik

Die Selfie-Aktion sowie die Memes rund um „Male Tears“ wurden von Aktivisten der Männerrechtsbewegung aufgrund ihrer sexistischen Sichtweise gegen Männer heftig kritisiert. Dies wiederum inspirierte die „Male Tears“-Feministinnen zu weiteren Parodien. Darüber hinaus verteidigten Slate-Journalistin Amanda Hess, Huffington-Post-Journalistin Mina Samuel und andere Frauenrechtlerinnen ihr Recht auf eine sprachlich und visuell zynische Auseinandersetzung mit sexistischen Phänomenen und frauenfeindlichen Männern.

Gleichzeitig gab es jedoch auch aus den feministischen Kreisen besorgte Stimmen, beispielsweise die der Times-Autorin Sarah Begley. Durch die virale Nutzung des lapidaren Online-Slangs sah sie die Seriosität des realen und politischen Aktivismus gefährdet. Begleys Argumente legten den Trend „Male Tears“ als „schreckliche PR für den Feminismus“ bloß. Eine weitere, bekannte Kritikerin des Begriffs ist die Guardian-Kolumnistin Ally Frogg.

Ähnlich: „White Tears“ Bedeutung

Die Bezeichnung „White Tears“ ist ein Pendant zu „Male Tears“. Als Verhöhnung prangert es das beleidigte Benehmen von weißen Menschen in Bezug auf Rassismus und Privilegien an. Mit „White Tears“ wird sich online über Weiße, die die Existenz ihrer Privilegien nicht anerkennen, lustig gemacht. Wie bei „Male Tears“ kommen auch hier das Posten und Verbereiten von Memes, GIFs und Selfies mit bedruckten Tassen zum Einsatz.

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