Was bedeutet Klima-Kleber / Klimakleber? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was bedeutet Klima-Kleber, Klimakleber, Bedeutung, Definition, Erklärung


„Klima-Kleber“ bzw. „Klimakleber“ ist die in den Medien verwendete Bezeichnung für Klima-Aktivisten, die sich auf Straßen oder in öffentlichen Gebäuden festkleben, um damit für bessere Klimapolitik zu demonstrieren und vor der Klimakatastrophe zu warnen. Unter anderem sind auch Aktivisten der „Letzten Generation“ an solchen Aktionen beteiligt.

Was bedeutet Klima-Kleber / Klimakleber? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Ausdruck „Klima-Kleber“ bzw. „Klimakleber“ ist eine wertende Bezeichnung für Klima-Aktivisten. Beim Ausdruck „Klimakleber“ wird die Diskrepanz zwischen Absicht und Methoden der Klima-Aktivisten deutlich. Denn die Klima-Aktivisten haben gute Absichten, aber ihre Methoden sorgen für Unbehagen und starke negative Reaktionen der Betroffenen. Es stellt sich also die Frage, was wiegt mehr oder worauf sollte mehr der Fokus gelegt werden, die Absichten der Aktivisten oder ihre Methoden? In den Medien schaffen es die Klima-Aktivisten damit alle mal.

Der Ausdruck „Klima-Kleber“ bzw. „Klimakleber“ kann auch reduzierend verstanden werden. Denn der Kontext der Klima-Aktivisten wird reduziert (oder gar nicht beachtet) und nur ihre Methodik wird in den Vordergrund gestellt. Dies ist der Sache damit gar nicht zuträglich, hat aber zu verschiedenen Medienberichten angeregt, unter anderem auch dieser hier.

Es muss natürlich angemerkt werden, dass viel vor den „Klima-Klebern“ passierte. Es wurde geredet, es gab Diskussionen und Austausch.

Wer ist die Letzte Generation?

Die „Letzte Generation“ ist ein Zusammenschluss von Klimaaktivisten, die mit Hilfe gewaltfreier Aktionen auf die existentielle Klimakrise aufmerksam machen und die handelnden Personen/Politiker auffordern, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Sie bezeichnen sich selbst als die „Letzte Generation“, die den Kollaps unserer Gesellschaft noch aufhalten kann. Dabei erhalten sie den Großteil ihrer Kosten für Aufwand, Training und Weiterbildung aus dem Climate Emergency Fund.

Ausgehend von dem Hungerstreik einer Gruppe junger Aktivisten im August 2021 im Berliner Regierungsviertel, machte die Gruppe zunehmend auf sich aufmerksam. Damit forderte sie vergangenes Jahr vor der Bundestagswahl ein öffentliches Gespräch über den Klimanotstand mit den Kanzlerkandidaten. Das folgende Gespräch mit Olaf Scholz schien jedoch nicht den nötigen Effekt zu haben, sodass die Aktionen seither stets drastischer wurden.

„Essen retten- Leben retten“ ist eine weitere Aktion der „Letzten Generation“. Dabei machen die Aktivisten darauf aufmerksam, dass jedes Jahr Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen werden, die eigentlich noch genießbar wären. Der Appell richtete sich an die Bundesregierung mit der Forderung, ein „Essen-Retten-Gesetz“ ins Leben zu rufen, in dem es ausdrücklich verboten ist, dass Supermärkte Lebensmittel entsorgen, sondern weiter verteilen müssen. Dies steht auch in unmittelbarem Zusammenhang mit der durch die Klimakrise zu erwartende Nahrungsmittelknappheit und entsprechende Hungerkatastrophen.
Gewaltfreier Widerstand, wie Hungerstreik oder Straßenblockaden, bei denen sie sich immer wieder in der Umgebung von Berlin auf der meistbefahrenen Autobahn A 100 festklebten, machen seither auf sie aufmerksam.

„Klima-Kleber“ werden sie daher genannt und sie sehen diese Form des zivilen Widerstandes als die beste Möglichkeit an, bei „dem zerstörerischen Kurs die notwendige Umkehr zu bewirken.“ Dabei nehmen sie hohe Bußgelder, Strafen und sogar Gefängnis in Kauf. Gleichzeitig verpflichten sie sich dem Prinzip der Gewaltfreiheit, das sie sich als obersten Wert ihres Handelns auferlegt haben.

Wie reagiert die Bevölkerung?

In großen Teilen der Bevölkerung stoßen die Aktionen der „Letzten Generation“, die mitunter als „Klimaextremisten“ bezeichnet werden auf Unverständnis und Ablehnung. Dabei gibt es Stimmen, die den „Klima-Klebern“ sogar eine Nähe zu terroristischen Vereinigungen wie der RAF nachsagen und harte Strafen für sie fordern. Besonders viele Autofahrer empfinden die Straßenblockaden als Nötigung und manch einer verliert in Anbetracht der daraus resultierenden chaotischen Verkehrsverhältnisse seine Fassung. Besondere Schlagzeilen rief der Fall einer verunglückten Radfahrerin in Berlin hervor, die in Folge ihres Unfalls nun verstorben ist. Konnten die Rettungskräfte durch die Straßenblockade der „Klima-Kleber“ nicht rechtzeitig bei ihr sein? Diese Frage muss abschließend noch geklärt werden und sorgt für reichlich Zündstoff.

Auf ihrer Website letztegeneration.de betonen die Aktivisten in einer Pressemitteilung, dass sie stets gesprächsbereit sind und weiterhin die Bundesregierung zu einem erneuten Gespräch am 10.11. in Berlin einladen. Forderungen sind u.a. 100km/h auf der Autobahn und ein 9€-Ticket im Nahverkehr.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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