Was bedeutet „Female Shift“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was bedeutet Female Shift, Bedeutung, Definition, Erklärung


„Female Shift“ (wörtlich: weibliche Verschiebung) bedeutet, dass die Frauen eine immer größere Rolle in unserer Gesellschaft spielen. Das ist auch absolut berechtigt. In vielen Weltregionen sind sie im großen Durchschnitt bereits etwas besser gebildet als Männer. Völlig zu Recht wehren sie sich gegen eine männerdominierte Welt.

Was bedeutet „Female Shift“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Female Shift ist seit Jahrzehnten zu beobachten. Schließlich nimmt der Einfluss der Frauen in der Gesellschaft, der Wirtschaft und der Politik stetig zu. Allerdings haben es Frauen gerade in Hinblick auf Spitzenpositionen in der Wirtschaft nach wie vor schwer. Bei den DAX-Konzernen beträgt die Frauenquote in den Vorständen gerade einmal 14 %, im MDax und SDax sieht es noch schlechter aus. Dabei können Frauen keinesfalls schlechter führen (oder Auto fahren) als Männer. Wo man sie lässt, bewältigen sie diese Aufgabe ganz prima, wie die Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Ministerinnenriege beweisen. Das bedeutet schlicht und erschütternd: In der Wirtschaft lässt offenbar ein Männerkartell die Frauen nicht ans Ruder. Im Zuge der jüngsten Krisen (zuletzt Corona, Stand Herbst 2020) könnte sich das nun ändern. Die Zeiten sind ernst. Wirtschaftsunternehmen können es sich nicht mehr leisten, weibliche Kompetenz unter den Tisch fallen zu lassen. Experten erwarten daher eine Beschleunigung des Megatrends Female Shift bis 2030. (Weitere Trends sind: Silver Society und Downaging)

Female Shift und der Gender Gap

Wissenschaftlich wird die Lücke zwischen den Optionen für beide Geschlechter als Gender Gap bezeichnet. Diese Lücke wird allmählich geschlossen, doch geschieht dies in einzelnen Bereichen sehr unterschiedlich. Das World Economic Forums stellte in seinem jüngsten Global Gender Gap Report von 2020 eine deutliche Besserstellung von Mädchen und Frauen in den Bereichen Gesundheit und Bildung fest, doch eine wirtschaftliche Gleichstellung ist noch längst nicht zu verzeichnen – nicht einmal in entwickelten Staaten wie Deutschland. Bemängelt werden vorrangig diese drei Punkte:

  • Zugang zu Führungspositionen
  • Verdienstmöglichkeiten
  • Karrierelevel

Die Experten fordern daher, dass sich in allen Staaten die Politik stärker im Sinne von Female Shift engagiert. Frauenquoten können durchaus helfen, doch auch der bessere Zugang zu Kinderbetreuungseinrichtungen und die gezielte Förderung von weiblichen Karrieren stehen auf der Agenda.

Wie zeigt sich Female Shift in der Bildung?

In Deutschland und auch in anderen entwickelten Staaten (allerdings nicht überall) sind die schulischen Leistungen von Mädchen und jungen Frauen (Studentinnen und Azubis) besser als die ihrer männlichen Altersgenossen:

  • 38,2 % der deutschen Schülerinnen beendeten die Schulausbildung mit der (Fach-)Hochschulreife,
  • 33 % mit dem Realschulabschluss und
  • 15,9 % mit dem Hauptschulabschluss.

Die Zahlen für die jungen Männer sehen so aus:

  • 28 % schließen mit der (Fach-)Hochschulreife ab,
  • 36,3 % mit dem Realschulabschluss und
  • 24,5 % mit dem Hauptschulabschluss.

Die Lücke zu 100 % sind Personen ohne Schulabschluss. 59,7 % der Mädchen werden früher eingeschult, 61,9 % der Jungen hingegen verspätet. Dabei ist der Bildungsvorsprung der Mädchen in Deutschland noch gar nicht besonders groß. Deutlichere Unterschiede zugunsten der Mädchen gibt es beispielsweise in Asien, in Qatar, Lesotho, Surinam und Libyen. Insgesamt scheinen junge Frauen weltweit die Bildungsgewinner zu sein.

Female Shift: Emanzipation der Frauen

Die Emanzipation von Frauen bedeutet, dass sie heute mehr Wahlmöglichkeiten haben. Sie wünschen sich mehrheitlich finanzielle Unabhängigkeit durch ein eigenes Einkommen, was ihre Männer übrigens durchaus schätzen. Es hat sich in dieser Hinsicht eine Entwicklung über eine Generation vollzogen, die dazu führte, dass so gut wie alle Frauen auf der Welt heute der Meinung sind, gegenüber ihren Müttern bessere Chancen zu haben. Gleichzeitig ist ihr Selbstbewusstsein erstarkt. Die Studie „Women of Tomorrow“ der Beratungsgesellschaft Nielsen belegt, dass 79 % aller Frauen an eine Änderung ihrer Rolle glauben und 90,5 % dieser Frauen von einer positiven Änderung überzeugt sind. Allerdings werden sie sich der damit einhergehenden Verantwortung immer mehr bewusst und fühlen sich dadurch nicht nur herausgefordert, sondern teilweise auch erheblich gestresst. Daher wünschen sie sich ein partnerschaftliches Miteinander mit Ehepartnern und Lebensgefährten. Sie möchten wichtige Entscheidungen zum Beruf, zur Kinderbetreuung und zu Haushaltsinvestitionen gemeinsam treffen. Es gibt in dieser Hinsicht ein Gefälle zwischen entwickelten Staaten und Schwellenländern. In Letzteren halten sich teilweise noch sehr stark tradierte Rollenmuster. Männer schätzen es zwar auch dort, wenn ihre Frau zum Haushaltseinkommen beiträgt, möchten aber wichtige Entscheidungen lieber selbst treffen.

Female Shift: Unterschiede im Individualisierungsgrad

In den entwickelten Industrienationen denken Frauen häufiger an sich und konsumieren auch ganz individuell für sich. In den Schwellenländern denken sie viel häufiger an ihre Familie. Sie geben dort selbst und zusätzlich verdientes Geld vorrangig für die Bildung ihrer Kinder aus. In entwickelten Staaten hingegen investieren Frauen in Urlaub, Kosmetik, Wellnes, Lebensmittel und auch in die Tilgung von Schulden, die für größere Konsumausgaben aufgenommen wurden (zum Beispiel für das eigene Auto).

Female Shift: Gestaltung von Partnerbeziehungen

Female Shift führt zu einem neuen Selbstverständnis von Frauen hinsichtlich ihrer Partnerwahl und der Gestaltung ihrer Paarbeziehung. Sie wählen ihren Partner nach persönlichen Präferenzen (äußere Attraktivität, gleichgelagerte Interessen), aber immer seltener nach dessen Einkommen und Status. Mit der Heirat lassen sie sich Zeit. Bis zum 30. Lebensjahr hatten bis 2019 in Deutschland nur 11 % aller Frauen geheiratet. 1970 hatte dieser Anteil noch bei 43 % gelegen. Ihre Kinder ziehen Frauen daher häufig allein groß. Es gibt in Deutschland rund 1,7 Millionen Alleinerziehende, von denen 90 % Frauen sind. Zudem steigt die Zahl der Frauen, die keine Kinder wünschen. Von den Jahrgängen zwischen 1970 und 1975 haben 26 % keine Kinder und 23 % ein Kind. Der Rest hat mehr als ein Kind.

Female Shift: Frauen in Männerberufen

Es gibt nach wie vor traditionelle Frauen- und Männerberufe. Frauen dringen inzwischen sehr häufig in die männlichen Domänen des Kfz-Mechatronikers, Chefarztes, Rechtsanwalts oder Wirtschaftswissenschaftlers vor. Die StudentInnen der Humanmedizin sind zu 61 % weiblich, die ÄrztInnen zu 43 %. Nicht zuletzt hat Deutschland eine sehr erfolgreiche Frauenfußballnationalmannschaft.

Female Shift: Reaktion der Männer

Es gibt zwar immer noch männlichen Chauvinismus, doch er schwindet und gilt inzwischen als so rückständig, dass er kaum noch gesellschaftsfähig ist. Die Mehrheit der Männer begrüßt Female Shift, allerdings gibt es Männer, die praktisch die Gleichberechtigung von Frauen sabotieren. Männer sind in dieser Hinsicht zwiegespalten: Ihnen gefällt als Chef und Kollege die Kompetenz der Frauen im Team, als Partner das Einkommen der Gattin oder Lebensgefährtin. Junge Väter würden häufig gern das Erziehungsjahr nehmen. Allerdings folgen auf solche Lippenbekenntnisse nicht immer Taten. Zwischen fortschrittlichen Statements und dem realen Handeln von Männern gibt es teilweise enorme Gräben. 65 % von ihnen äußern die Überzeugung, dass sich Mama und Papa gleichberechtigt die Kindererziehung teilen sollten. 70 % gestehen aber ein, dass das bie ihnen daheim praktisch nicht funktioniert.

Haltung der Frau zur Rolle „Hausfrau und Mutter“

Mehrheitlich möchten die Frauen gute Mütter sein. Doch nur 14 % von ihnen möchten die Mutter- mit der Hausfrauenrolle verknüpfen. Diesen stehen 18 % gegenüber, die als Mutter voll berufstätig bleiben möchten. Das stellt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie auf den Prüfstand. Auch die Männer sind gefordert. Sie müssen sehr viele Pflichten im Haushalt und bei der Kindererziehung übernehmen.

Fazit: Bedeutung Female Shift

Framale Shift ist ein starker Trend mit praktischen Problemen. Diese müssen Frauen und Männer gemeinsam lösen.

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