Warum sagt man „Schulz“, wenn jemand rülpst? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

Warum sagt man Schulz, wenn jemand rülpst, Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung


Wer sich hin und wieder ein kohlensäurehaltiges Getränk genehmigt, kennt das Problem: Irgendwann muss die auf Dauer angesammelte Kohlensäure auch wieder raus und man setzt einen lautstarken Rülpser ab. Bei geselligen Runden mit Freunden in den heimischen vier Wänden ist das sicherlich kein Problem, doch wer in der Öffentlichkeit rülpst, begeht damit in den Augen vieler Mitmenschen einen Tabubruch. Um die betroffene Person auf ihr uncharmantes Verhalten aufmerksam zu machen, ruft man dieser gern ein kurzes „Schulz“ zu. Doch woher kommt diese komische Redewendung eigentlich? Und welche tiefere Bedeutung verbirgt sich hinter ihr?

Warum sagt man „Schulz“, wenn jemand rülpst? Bedeutung, Wortherkunft, Erklärung

Gerade in geselligen Runden, die sich aus jungen Leuten zusammensetzen, hört man immer wieder den Ausdruck „Schulz“, wenn eine der anwesenden Personen versehentlich lautstark rülpsen muss – doch auch bei älteren Menschen jenseits der 40, die innerlich immer noch jung geblieben sind, wird man relativ schnell auf diese Redewendung stoßen, sobald ausreichend Bier fließt. Weit verbreitet ist der Ausdruck „Schulz“ vor allem im westlichen und nördlichen Deutschland, im Süden kommt er hingegen nahezu überhaupt nicht vor – doch unterhalb des Weißwurstäquators gelten ja ohnehin andere Regeln.

Drei Männer saßen in einer Kneipe und tranken Bier…

Wie genau die Redewendung „Schulz“ entstanden ist, ist leider nicht zu 100% erwiesen. Man munkelt jedoch, dass sich bereits im Jahr 1978 drei Männer in ihrer Stammkneipe trafen, um ordentlich einen über den Durst zu trinken. Einer dieser Männer hatte den weit verbreiteten Nachnamen Schulz. Als er plötzlich einen lauten Rülpser von sich gab, riefen die beiden anderen Männer entsetzt „Schulz“ zu. Zudem haute einer der beiden Männer dem Rülpser mit der flachen Hand freundschaftlich auf den Kopf, um diesem zu zeigen, dass sein Verhalten unangebracht war. Einer Gruppe von Jugendlichen am Nachbartisch blieb diese Aktion nicht verborgen. Auch sie genehmigten sich einige Bierchen und übernahmen unter lautstarkem Gelächter die Vorgehensweise ihrer Tischnachbarn: Sobald einer von ihnen rülpsen musste, wurde dies von den anderen Jugendlichen ebenfalls mit einem lauten „Schulz“ kommentiert.

Dass der Schlag auf die Stirn des Mannes als eine Art Verwarnung diente, bekamen die Jugendlichen jedoch nicht ganz mit, wodurch sie der Meinung waren, dass es sich wohl um eine Art Trinkspiel handeln muss.

Schulz-Trinkspiel (Rülpsen): Nicht immer mit einheitlichen Regeln, aber lustig

Die Jugendlichen spielten daraufhin das vermeintliche Schulz-Trinkspiel nach: Immer wenn einer von ihnen gerülpst hatte, musste dieser laut „Schulz“ rufen. Vergas er den Ausdruck, schlug ihm einer der anderen Spieler mit seiner Hand auf die Stirn und rief dabei ebenfalls „Schulz“. Dieses sogenannte Schulz-Trinkspiel erfreut sich vor allem bei jüngeren Menschen nach wie vor hoher Beliebtheit. Die Spielregeln variieren jedoch ab und an: So gibt es beispielsweise auch eine Version, in der die rülpsende Person nach jedem lauten Rülpser selbst „Schulz“ ruft und sich mit der eigenen Hand an die Stirn greift. Einen tieferen Sinn hat das ganze Prozedere natürlich nicht, doch welches Trinkspiel ergibt im angeheiterten Zustand schon Sinn?

Verwendung in Filmen und Comics steigert die Beliebtheit von „Schulz“

Dass sich der Ausdruck „Schulz“ überhaupt etablieren konnte, ist auch der Tatsache zu verdanken, dass er in einigen Filmen und Comic anzutreffen ist. Ein unrühmliches Beispiel hierfür ist sicherlich die deutsche Buddy-Komödie „Feuer, Eis und Dosenbier“ aus dem Jahr 2002, in der unter anderem Axel Schulz und Rick Kavanian zu sehen sind – und eben auch der lautstarke Ausdruck „Schulz“. Auch in den legendären Werner-Comics von Zeichner Rötger Feldmann alias Brösel taucht der Begriff immer mal wieder auf, wenn sich Werner, Eckat und seine Kumpels auf der Baustelle ordentlich die Kante geben. Spätestens seit der Verfilmung der Werner-Comics ist der Ausdruck „Schulz“ in aller Munde.

Fazit:

Hinter der Redewendung „Schulz“, die man nach einem herzhaften Rülpser von sich gibt, verbirgt sich zwar keine bahnbrechende Geschichte, dennoch ist es interessant, die Entstehung dieses feuchtfröhlichen Trinkspruchs zu kennen – denn so hat man bei der nächsten Runde in der Stammkneipe definitiv etwas zu erzählen.

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