Warum heißt der Kaiserschnitt „Kaiserschnitt“? Bedeutung, Definition, Erklärung, Wortherkunft

Warum heißt der Kaiserschnitt Kaiserschnitt, Bedeutung, Definition, Erklärung, Wortherkunft


Laut einer alten Überlieferung soll der römische Diktator Julius Cäsar Namensgeber für den Kaiserschnitt sein. Diese Behauptung stellte der Schriftsteller Plinius auf, der allerdings erst einige Jahrzehnte nach ihm zur Welt kam. In seiner Geschichte wurde Julius Cäsar aus dem Bauch seiner Mutter geschnitten und da die lateinische Bezeichnung dafür „Sectio caesarea“ übersetzt soviel bedeutet wie „schneiden“ und „Kaiser“, war der Namenspatron schnell gefunden.

Kaiserschnitt: Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung

Der Wahrheitsgehalt dieser Überlieferungen wurde zunächst nicht weiter angezweifelt, da es dem Kaiser etwas Übersinnliches einhauchte. Dabei waren Geburten in dieser Zeit ohnehin schon sehr gefährlich. Allein aufgrund der hygienischen Rahmenbedingungen hätte die Mutter Cäsars einen Kaiserschnitt wohl kaum überleben können. Damals durften sogenannte Schnittentbindungen nur bei verstorbenen Frauen durchgeführt werden, um das Baby zu retten. Die Mutter Cäsars war nach der Geburt aber noch viele Jahre wohlauf und so konnte diese Theorie später widerlegt werden.

Woher der Begriff Kaiserschnitt stammt, ist leider noch immer nicht ganz eindeutig geklärt. Der Ursprung könnte im Mittelalter liegen und auf dem Wort „caedare“ (schneiden) basieren. Kinder, die mit Hilfe dieser Methode zur Welt kamen, wurden „caesones“ (Schnittlinge) genannt. Es ist aber auch denkbar, dass der Ausdruck Kaiserschnitt auf ein Gesetz aus dem 8. Jahrhundert zurückzuführen ist, das „Lex Caesarea“ genannt wurde. Dort war festgehalten, dass ein ungeborenes Kind einer verstorbenen Frau nur getrennt von deren Leichnam begraben werden durfte. Dafür war es notwendig, beide Körper voneinander zu trennen. Da eine natürliche Geburt nicht mehr möglich war, blieb nur die sogenannte Schnittentbindung übrig.

Den Menschen dieser Zeit schien es jedoch einfacher und weniger unheimlich, Julius Cäsar weiterhin als Namensgeber einzusetzen.

Wann wurden die ersten Kaiserschnitte erfolgreich durchgeführt?

Wie bereits erwähnt, waren Kaiserschnitte damals sehr gefährlich. Wenn die Frau den starken Blutverlust überlebte, führte meistens eine Sepsis früher oder später zum Tod.

Den ersten erfolgreichen Kaiserschnitt führte ein Schweizer namens Jacob Nufer im 15. Jahrhundert an seiner Frau durch. Dabei halfen ihm seine Kenntnisse aus der Kastration von Schweinen. Sowohl seine Frau als auch das Baby überlebten den Eingriff.

Trotzdem blieb ein Kaiserschnitt noch viele Jahrhunderte nach dieser erfolgreichen Geschichte eine Schreckensvision für die meisten werdenden Mütter. Diese verstarben meist bereits wenige Tage nach der Operation an Infektionen oder inneren Verletzungen. Im Jahr 1876 kam dann die Wende, indem der italienische Arzt Edoardo Porro direkt nach der Entnahme des Babys die Gebärmutter vollständig entfernte. Damit senkte man die Sterberate signifikant.

Heutzutage sind die technischen und hygienischen Standards glücklicherweise deutlich fortschrittlicher. Da erstaunt es nicht, dass rund 20% aller Babys per Kaiserschnitt zur Welt kommen.

Fakten rund um das Thema Kaiserschnitt

Der Schweizer Jacob Nufer führte im 15. Jahrhundert an seiner eigenen Frau den ersten erfolgreichen Kaiserschnitt durch, bei dem sowohl Mutter als auch Kind überlebten.
Trotzdem wurden sogenannte Schnittentbindungen aufgrund der hohen Sterblichkeitsrate auch in den darauffolgenden Jahrhunderten nur ungern durchgeführt. Das änderte sich im Laufe der Zeit jedoch.

Aufgrund der technischen Entwicklung sowie der hohen hygienischen Standards ist diese Art der Geburtshilfe in der heutigen Zeit immer beliebter geworden. Allein in Deutschland hat sich zwischen den Jahren 1991 und 2011 die Rate der Kaiserschnitte nahezu verdoppelt. Als Grund dafür gilt die wachsende Rate an Risikoschwangerschaften. Trotzdem verbirgt sich hinter dieser Zahl nicht unbedingt immer ein medizinischer Nutzen. So sollen laut Statistiken nur rund 10% aller Kaiserschnitte medizinisch notwendig sein. Häufig wird der Eingriff auch nur auf Wunsch der Mutter durchgeführt, weil diese Angst vor einer natürlichen Geburt hat.

Warum werden Kaiserschnitte durchgeführt?

Ein Kaiserschnitt wird meistens bei Mehrlingsgeburten angeraten. Aber auch bei gesundheitlichen Einschränkungen der Mutter oder wenn das Kind falsch liegt, ist diese Art der Entbindung deutlich sicherer. Wenn die Gebärende an Krankheiten wie HIV oder Herpes leidet, minimiert ein Kaiserschnitt sogar die Übertragung der Viren auf das Kind.

Wie läuft ein Kaiserschnitt ab?

Der Name erklärt sich wie von selbst, wenn man die Operationstechnik dahinter kennt. Wenn die Entscheidung für einen Kaiserschnitt gefallen ist, wird die werdende Mutter mit Hilfe einer Periduralanästhesie zunächst betäubt. Anschließend wird oberhalb des Schambeins erst die Bauchdecke und dann die Gebärmutter geöffnet. Das Kind wird aus dem Leib der Mutter entnommen und dann verschließt der Arzt alle Schichten wieder sorgfältig. Die gesamte Prozedur dauert in der Regel nur ca. 1 Stunde.

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