Warum heißen Rettungshubschrauber „Christoph“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Warum heißen Rettungshubschrauber Christoph, Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Rettungshubschrauber heißen durchweg „Christoph“ nach dem Hlg. Christophorus. Dieser ist der Schutzpatron und Nothelfer von Reisenden. Ursprünglich spielte er diese Rolle für Schiffer und Flößer, später für alle Reisenden und damit heute auch für die Autofahrer, die manchmal auf der Straße verunglücken und dann vom Rettungshubschrauber „Christoph“ abgeholt werden.

Warum heißen Rettungshubschrauber „Christoph“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Wer war der Hlg. Christophorus? Es handelt sich um einem Märtyrer aus frühchristlicher Zeit, der möglicherweise um 250 n. Chr. gestorben ist, was aber aus Sicht der Kirche als nicht mehr belegbar gilt. Der griechisch geschriebene Name Christophoros (von altgriechisch Χριστόφορος) bedeutet „Christusträger“ (Χριστός = Christόs, φέρειν [phérein] = „tragen“). Die Märtyerverehrung diesem Schutzpatron gegenüber wird in der altkatholischen, der römisch-katholischen und der orthodoxen Kirche sowie in anglikanischen Gemeinschaften gepflegt. Der evangelische Namenkalender nennt den Christophorus ebenfalls. Die historische Person, die es gegeben haben könnte, ist heute nicht mehr greifbar.

Dargestellt wird Christophorus in der kirchlichen Ikonographie als Riese, der auf seinen Schultern das Christuskind über einen Fluss trägt. Gleichzeitig ist er einer von 14 Nothelfern und für die Reisenden zuständig. Die Legende besagt, dass er lange nach einem Herrscher mit unbegrenzter Macht gesucht habe und schließlich von einem frommen Einsiedler den Ratschlag erhielt, er solle zu diesem Zweck nur Gott dienen: Dessen Macht sei wahrhaft unbegrenzt.

Da Christophorus (der sich zu diesem Zeitpunkt noch anders nannte) sehr groß war, solle er doch Gott als Fährmann dienen, indem er Reisende über den Fluss trage. Diese Aufgabe nahm der Riese an, er verrichtete fortan seinen Dienst für die Reisenden an einer tiefen Furt. Dort nahm er eines Tages ein Kind auf seine Schultern, trug es in den Fluss hinein und musste feststellen, dass es dabei immer schwerer wurde. Zwischenzeitlich fürchtete er sogar, die Last nicht mehr tragen zu können und zu ertrinken. Dennoch schaffte er es mit dem Kind ans andere Ufer, wo er es ansprach: „Du warst so schwer auf meinen Schultern wie die ganze Welt!“ Darauf antwortete das Kind: „Dies soll dich nicht verwundern: Du hast nicht allein die ganze Welt getragen, sondern auch ihren Schöpfer. Ich bin Christus, dem du dienst.“ Mit dieser Legende, die aus dem Südalpengebiet stammen soll, wurde Christophorus als Schutzheiliger der Reisenden erschaffen.

Schutzheilige der Lüfte: Hubschrauber „Christoph“

Da es bei schweren Unfällen oft um Sekunden geht, ist der Rettungshubscharuber „Christoph“ in der Tat ein Schutzheiliger von verunglückten Reisenden. Er ist blitzschnell in der Luft, bringt dann das Team zur Unfallstelle und lässt dieses nach durchschnittlich zehn Minuten schon den Verletzten versorgen. Zur Landung reicht ihm eine kleine Stelle. Die Piloten sind erstklassig ausgebildet, zum Team gehören ein Arzt und ein Rettungssanitäter. Größere Hubschraubertypen nehmen noch einen medizinisch geschulten Bordwart mit. Die medizinische Standardausrüstung im Helikopter entspricht der in einem Notarztwagen, doch der Hubschrauber „Christoph“ ist deutlich schneller. In Regionen mit unwegsamem Gelände (in Deutschland die Alpen) gehören auch spezielle Seilwinden zur Ausrüstung, im Küstenbereich führen die Helikopter eine Rettungsinsel mit. Sie verfügen über ein gelenkloses Rotorsystem, das zusammen mit glasfaserverstärkten Rotorblättern für einen erschütterungsfreien Flug sorgt. Jeder „Christoph“ kann gleichzeitig zwei Verletzte transportieren. Er ist an einem Krankenhaus stationiert. Das deutsche Netz der Rettungshelikopter ist sehr dicht: Von jeder Stelle aus sind es maximal 50 Kilometer bis zum nächsten „Christoph“-Standort. Damit wird die maximale Flugzeit von 10 Minuten garantiert.

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