Warum haben wir Schluckauf? Erklärung, Gründe und Tipps

Warum haben wir Schluckauf, Erklärung


Schluckauf findet seinen Ursprung im Zwerchfell. Der Muskel trennt die Bauchhöhle von der Brusthöhle und ist entscheidend für die Zwerchfellatmung, umgangssprachlich auch Bauchatmung genannt. Das Brustkorbvolumen vergrößert sich, in dem sich das Zwerchfell nach unten zusammenzieht. Durch den entstandenen Unterdruck welcher Luft in die Lunge einsaugt. Bei Entspannung des Zwerchfells fließt die Luft wieder zurück in die Lunge. Kommt es nun zu einem plötzlichen Verkrampfen des Zwerchfells, schließt sich zwischen den beiden Stimmbändern die sogenannte Stimmritze. Das führt dazu, dass die Luft nicht mehr aus der Lunge strömen kann, sondern an die Stimmbänder stößt. Der entstandene Druck sorgt für das bekannte „Hicks“-Geräusch. Für diesen Zwerchfellreflex sind Nerven in unserem Gehirn zuständig. Sie sitzen im Hirnstamm, im Schluckaufzentrum. Meistens ist es eine Reizung der Zwerchfellnerven, die für einen Schluckauf verantwortlich sind. Der Auslöser dafür kann zu hastigen Schlucken, kalte Getränke oder Speisen sowie sehr heiße Speisen oder Getränke sein. Ebenso Nikotin oder Alkohol können diesen Reiz auslösen.

Die Wissenschaft zum Schluckauf: Warum, Gründe und Erklärung

Über den Schluckauf gibt es in der Wissenschaft verschiedene Theorien. Schon ungeborene Embryos hicksen im Mutterleib, das haben Ärzte bereits herausgefunden. Eventuell deshalb, weil der Atemreflex des kleinen Ungeborenen trainiert werden soll. Andere Mediziner jedoch glauben, das sorgt der Reflex dafür, dass keine Flüssigkeit in die Luftröhre fließen kann. Die Tatsache, dass Kinder deutlich öfter hicksen, ist laut kanadischen Wissenschaftlern deshalb der Fall, weil sie damit Luft aus dem Magen transportieren. Dadurch haben sie die Möglichkeit, mehr Milch von der Mutter aufzunehmen. Einen Sinn für den Schluckauf bei Erwachsenen gibt es laut Ärzten aber nicht. Im Gegenteil: ein Schluckauf wird als sehr unnötig und nervig wahrgenommen.

Das hilft gegen den Schluckauf: Tipps

Für das Beenden eines Schluckaufs gibt es verschiedene Hausmittel. Ein Glas Wasser zu trinken, sich auf den Kopf zu stellen oder ein Löffel Zitronensaft zu trinken gehören zu den häufigsten. Andere schören darauf, an eine rosa Kuh auf der Weide zu denken. Tatsächlich helfen diese Tricks immer wieder. Das liegt daran, dass er Betroffene von seinem Schluckauf abgelenkt wird. Dank der Ablenkung verlangsamt sich die Atmung und das hilft dem Zwerchfell dabei sich zu entspannen. Der Reflex ist im Normalfall nach einigen Minuten wieder weg. Medizinisch behandelt werden muss man dafür nicht.

Wenn der Schluckauf chronisch wird

Ein Schluckauf kann tatsächlich chronisch werden und das bedeutet für den oder die Betroffene tatsächlich unglaubliches Leid. Ärzte sprechen dann von einem chronischen Verlauf, wenn der Schluckauf länger als zwei Tage bleibt. Die genaue Ursache dafür ist selten ausfindig zu machen, aber eins ist klar: er ist sehr belastend und unangenehm und wirkt sich entsprechend auf den gesamten Alltag des Betroffenen aus. Oft kommen damit auch Müdigkeit und Erschöpfung dazu. Die Schlaflosigkeit sorgt für enorme Belastung des Körpers und das Auftreten von Depressionen gilt als nicht selten. Wer an einem chronischen Schluckauf leidet, kann es mit Verhaltens- oder Atemtherapie versuchen. Bleibt die Problematik allerdings auch dann noch bestehen, können muskelentspannende Arzneistoffe dabei helfen, die Reize zu unterdrücken. Zum Arzt sollten Personen dann gehen, wenn der Schluckauf besonders oft und regelmäßig auftritt, er über einen langen Zeitraum bleibt und wenn der Schluckauf begleitet wird mit weiteren Symptomen wie Bauchschmerzen, Gelbsucht, Übelkeit und Sodbrennen. Die Alarmglocken sollten auch dann schrillen, wenn es zudem zu Gewichtsverlust, Schwellungen des Halsbereichs oder Beschwerden wie Erschöpfung und Müdigkeit kommt. Das kann Hinweise auf eine ernstere Krankheit liefern.

Schluckauf kann ernsten Hintergrund haben

Ein Schluckauf kann auch in Kombination mit ernsthaften neurologischen Problemen auftreten – etwa mit einem Schlaganfall. Sind Schwindel, Übelkeit, Sprachstörungen, Sehstörungen und Lähmungserscheinungen die Begleiter von Schluckauf, sollte der Rettungsdienst verständigt werden. In der Regel geht der Hausarzt dem Schluckauf auf die Spur. Dabei gibt es je nach Verdacht verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten. Die Untersuchungen von näheren Gründen des Schluckaufs werden von Neurologen, Hals-Nasen-Ohren-Arzt, einem Gastroenterologen oder einem besonderen Spezialisten durchgeführt.

Das können Ursachen für einen chronischen und akuten Schluckauf sein

Die häufigsten Auslöser für einen Schluckauf liegen in der Verhaltensweise des Betroffenen, welche das Zwerchfell über die dafür zuständigen Nerven reizt oder Einfluss auf das vegetative Nervensystem haben. Dieses System steuert im Organismus dank meist unwillkürlich ablaufender Funktionen den Kreislauf, die Atmung, die Verdauung und zahlreiche weitere Körperfunktionen. Dabei beeinflusst der sogenannte Vagusnerv die Verdauungsorgane im Bereich von Bauch und Brust sowie die dazugehörigen Bewegungsabläufe. Zu den möglichen Auslösern für einen akuten Schluckauf sind daher zu schnellen oder zu hastigen Schlucken von Speisen oder Getränken. Im Volksmund wird dabei auch vom „Luftschlucken“ gesprochen. Nicht nur heiße und kalte Getränke oder Speisen sind ein Grund, sondern auch der schnelle Wechsel von Wärme zu Kälte oder umgekehrt. Ärzte machen zudem Rauchen oder den Konsum von Alkohol für ein erhöhtes Risiko von Schluckauf aus. Übrigens können auch psychische Einflüsse dazu beitragen, dass ein Schluckauf entsteht. Das kann dank Erschrecken, Aufregung oder Stress auftreten. Tatsächlich sind es aber nicht die Emotionen, die den Schluckauf auslösen, sondern das hastige und unregelmäßige Atmen.

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