Warum haben Indianer keinen Bart? Erklärung

Warum haben Indianer keinen Bart, Erklärung


Diese Frage ist eine sehr häufig in alltäglichen Konversationen aufkommende: Wieso haben Indianer keinen oder fast keinen Bartwuchs? Die grundlegende Antwort darauf ist: Diese Legende stimmt gar nicht. Denn viele der etlichen verschiedenen Indianerstämme haben sehr wohl ganz „normalen“, also dem mit Europiden vergleichbaren Bartwuchs. Nur ganz männliche Mitglieder von ganz bestimmten Indianerstämmen weisen stark verminderten oder gar keinen Bartwuchs auf. Hat man diese anfängliche Fehleinschätzung korrigiert, dass „Indianer“ keine Bärte hätten, bleibt dennoch die Frage übrig: Wieso verfügen denn diese bestimmten Stämme der Indianer über keinerlei Bartwuchs? Dieser Frage wird in den folgenden Absätzen nachgegangen, bis man schließlich auch zu einer erhellenden Antwort auf diese Frage gelangt.

Warum haben Indianer keinen Bart? Erklärung

Eine Legende kursiert als Begründung für die fehlende Gesichtsbehaarung der Indianer, die wohl auf den deutschen Autor Karl May zurückgeht. Dieser behauptete in seinen – fiktionalen – Romanen über die Indianer, dass sie sich die Barthaare ausreißen würden. Dies kam zwar durchaus vor, da in manchen Indianerstämmen jegliche Gesichtsbehaarung als unmännlich galt. Weshalb sich viele von ihnen sogar die Augenbrauen komplett ausrupften.

Der tatsächliche Grund für den fehlenden Bartwuchs ist jedoch ein im Vergleich zu Europiden anderer Hormonhaushalt sowie eine andere Wärmeregulierung des Körpers. Wissenschaftler teilen die Menschheit in drei große Gruppen ein: die Europiden, die Negriden und die Mongoliden. Zu letzteren zählen neben Japanern und Eskimos auch die Indianer. Bei allen Mitgliedern dieser Gruppe ist ein im Vergleich zu den anderen beiden Gruppen generell ein geringerer Bartwuchs typisch. Und bei manchen Indianerstämmen hat sich dieses Phänomen eben so weit ausgedehnt, dass quasi gar kein Bartwuchs mehr vorhanden ist.

Weshalb es auch nur möglich war und ist, dass sich Indianer die wenigen verbliebenen Barthaare oft – auch vor Jahrhunderten schon – mit einer Pinzette ausrupften. Im Falle einer vollen Bartbehaarung, wie sie die meisten Europiden aufweisen, wäre das ein viel zu zeitaufwendiger und auch schmerzhafter Prozess gewesen.

Ein Bart ist bei Kälte ein Nachteil

Übrigens existiert in diesem Zusammenhang ein weiteres interessantes Phänomen. Wenn man Europide längere Zeit in sehr kalte Regionen wie zum Beispiel Alaska schickt, reduziert sich auch ihr Bartwuchs. Was kontra-intuitiv wirkt, wäre ein Bart doch ein guter Schutz gegen Kälte. Tatsächlich ändert sich aber auch hier dann der Hormonhaushalt und die gesamte Wärmeregulierung des Körpers, was sich eben auch auf die Intensität des Bartwuchses auswirkt. Der Grund für den Verzicht auf Bartbehaarung ist auch damit zu erklären, dass sich das Kondenswasser der Atemluft bei sehr niedrigen Temperaturen leicht in den Barthaaren verfangen kann – und auf diese Weise Erfrierungen am Körper versuchen könnte.

Der umgekehrte Effekt, dass Mongolide größeren Bartwuchs entwickeln, wenn sie sich länger in wärmeren Regionen aufhalten, tritt allerdings nicht auf. Keine Chance also für Indianer und andere Mongolide mit wenig Bartwuchs, da ein wenig nachzuhelfen.

Bartwuchs: Vorteile für die Indianer

Falls es der eine oder andere aus den Stämmen mit wenig bis gar keinem Bartwuchs bedauern sollte, dass er sich keinen Rauschebart wachsen lassen kann, gibt es allerdings auch einen ziemlich überzeugenden Trost für ihn. Haarausfall des Kopfhaares, wie es bei den Europiden bis zu 50 Prozent der Männer erlebe, gibt es bei den Indianern auch im hohen Alter überhaupt nicht. Bis ans Lebensende volles Kopfhaar ist für alle Indianer also garantiert. Hinzu kommt, dass ihre Kopfhaare, wenn überhaupt, erst sehr spät im Leben ergrauen.

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