Unterschiede zwischen Islam und Islamismus – Bedeutung, Definition, Erklärung

Unterschiede zwischen Islam und Islamismus, Bedeutung, Definition, Erklärung


Das Wort „Islam“ lässt sich frei übersetzen mit „Hingabe“ oder „Frieden“. Dies beschreibt das wichtigste Ziel der Muslime, nämlich Allahs Gebote achten und ein ihm gefälliges Leben führen. Dazu gehören Gerechtigkeit und Barmherzigkeit, Friede, Vernunft, Bildung und Fortschritt, kein Mensch darf benachteiligt werden. Erfüllen sie dies, führen Muslime nach dem Tod ein ewiges Leben bei Gott. Der Islam ist aber für gläubige Muslime mehr als Religion, er ist das Regelwerk für den Alltag.

Unterschiede zwischen Islam und Islamismus: Den Islam verstehen

Die zwei großen Glaubensrichtungen innerhalb des Islam sind Sunniten und Schiiten, wobei die meisten Moslems Sunniten sind. Die unterschiedliche Entwicklung der beiden Glaubensrichtungen beginnt mit dem Tod des Propheten Mohammed, genauer gesagt dessen Nachfolge. Die Schiiten sehen Mohammeds Schwiegersohn Ali als den rechtmäßigen Nachfolger Mohammeds, stattdessen wurde jedoch Abu Bakr, ein enger Berater Mohammeds, ausgewählt. Die Sunniten akzeptierten Abu Bakr als Nachfolger und nannten ihn Kalif. Von da an war der jeweilige Kalif der anerkannte Stellvertreter des Propheten. Seit 1924 das Kalifat abgeschafft wurde gibt es bei den Sunniten keinen anerkannten religiösen Führer mehr. Die Sunna gibt die Worte des lebendigen Propheten wieder und besteht aus sechs Bänden, sie und der Koran ergeben zusammen die Scharia, das islamische Gesetz.

Bei den Schiiten spielt der Imam eine wesentliche Rolle, er ist geistlicher Führer einer Gemeinde und unbestrittene religiöse Autorität. Da der Imam auch für die Interpretation des Koran verantwortlich ist, hat er auch eine sehr große weltliche Macht. Die wichtigsten Grundpfeiler des Islam werden „Säulen des Islam“ genannt und beinhalten 5 Gebote. Diese Gebote sind im Koran niedergeschrieben und sollen Muslime in allen Lebensbereichen zu gutem Handeln anleiten.

Die 5 Säulen des Islam sind:

  • Schahada – das Bekenntnis zu Allah und seinem Propheten
  • Salat – fünf Mal am Tag Richtung Mekka beten
  • Zakat – den Bedürftigen helfen
  • Saum – das Fasten während des Ramadan
  • Hadsch – Pilgerfahrt nach Mekka

Unterschiede zwischen Islam und Islamismus – Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Islam ist eine Weltreligion, wie das Christentum oder das Judentum, Islamismus dagegen ist eine politische Bewegung. Islamisten sind ebenso Muslime, jedoch liegt bei ihnen das Augenmerk auf politischer Macht. Das Ziel der Islamisten ist es, einen Gottesstaat zu errichten, in dem nach den strengen Regeln des Islamismus regiert wird (keine andere Kultur oder Religion wird geduldet, Männer und Frauen sind nicht gleichberechtigt, etc.). Für diese Idee sind Islamisten bereit Gewalt anzuwenden und Terroranschläge zu verüben.

Siehe auch: Unterschiede zwischen Islamisten, Salafisten, Dschihadisten

Islamische Extremisten glauben, die Welt sei in Gottlosigkeit versunken, sie haben Angst vor Fortschritt und fühlen ihre Kultur und Religion bedroht und bekämpfen daher alle Andersdenkenden. Für Islamisten ist ihre Religion Doktrin, nach der sich ihr gesamtes Leben richtet, alle die anders denken werden als Feinde betrachtet. Um ihre Weltanschauung umzusetzen rufen Islamisten immer wieder zum „Jihad“, zum „heiligen Krieg“ gegen alle Ungläubigen auf. In diesem Krieg sollen alle anders Denkenden eliminiert werden und so der Weg für die islamistische Auffassung der islamischen Weltordnung geebnet werden. Im Koran bedeutet „Jihad“ allerdings das friedliche Bestreben, eines jeden einzelnen Gläubigen um das richtige moralische und religiöse Verhalten gegenüber Gott und seinen Mitmenschen. Islamistische Fundamentalisten sind strikt gegen eine Trennung von Staat und Religion (Säkularismus). Sie wollen eine totale Umgestaltung von Staat, Rechtsordnung und Gesellschaft, im Sinne ihrer Auffassung des Koran und gehen hart gegen die „Verwestlichung“ vor.
Sie wollen nicht nur die westliche Globalisierung rückgängig machen, sondern auch westliche Werte und Normen durch islamistische abzulösen. Die meisten Muslime lehnen die Anschauungen und besonders die Gewaltbereitschaft der radikalen Fundamentalisten grundlegend ab.

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