Unterschied: Gleichberechtigung und Gleichstellung (Frauen und Männer) Bedeutung

Die Ausdrücke „Gleichberechtigung“ und „Gleichstellung“ werden teils synonym verwendet. Das ist problematisch, denn im Kern bedeuten die Begriffe nicht das Gleiche.

Was ist Gleichberechtigung? Bedeutung

Gleichberechtigung bedeutet, dass Menschen vor dem Gesetz gleich sind. Sie sind gleich an Rechten und werden nicht benachteiligt oder priviligiert behandelt. Gleichberechtigung bedeutet, dass jede Person die gleichen Chancen hat.

Gleichberechtigung = Chancengleichheit

Gleichberechtigung bedeutet, dass jede Person die gleichen Rechte hat, egal, welches Geschlecht sie hat, welche sexuelle Orientierung, welchen Glauben, wie ihr Vermögen ist oder welche sonstige Eigenschaften sie hat, die auf Unterschiede hindeuten.

Ob eine Person von ihren Rechten gebraucht macht oder nicht, ist egal. Bei Gleichberechtigung geht es darum, dass sie diese Rechte hat. Und zwar jeder hat diese Rechte, ob er sie nutzt oder nicht.

Was ist Gleichstellung? Bedeutung

Gleichstellung bedeutet, dass Maßnahmen unternommen werden, um die Situationen von benachteiligten oder unterrepräsentierten Gruppen zahlenmäßig anzupassen und zuverbessern. Ziel ist es, dass benachteiligte oder unterpräsentierte Gruppen die gleichen zahlenmäßigen Anteile an einer Situation erhalten soll, wie eine nicht-benachteiligte oder überrepräsentierte Gruppe.

Im Endeffekt führt die Gleichstellung dazu, dass beide Gruppen einen gleich großen zahlenmäßigen Anteil bekommen und zahlenmäßig gleich beteiligt sind.

Gleichstellung = Zahlenmäßige Gleichheit

Gleichstellung zielt darauf ab, dass eine benachteiligte oder unterrepräsentierte Gruppe zahlenmäßig gleich beteiligt werden soll..

Die Idee der Gleichstellung geht davon aus, die Gleichberechtigung nicht genug ist und soziale Normen oder Regeln für eine Benachteiligung oder Unterrepräsentierung sorgen.

Gleichstellung Methoden: Paritätsgesetz, Frauenquote

Ein gutes Beispiel für Gleichstellung ist das Paritätsgesetz. Per Gesetz wird festgelegt, dass jede zweite Abgeordnete eines Parlaments eine Frau sein muss. Damit stellt das Gesetz weibliche Abgeordnete gegenüber männlichen Abgeordneten gleich und erhöht per Gesetz ihre Zahl bis Gleichheit erreicht wird.

Eine andere Methode, um Gleichstellung zu erzielen, ist die Frauenquote. Bei dieser sollen weibliche Kandidaten nach einer Quote eingestellt werden.

Was ist die Gleichbehandlung? Bedeutung

Maßnahmen zur Gleichbehandlung dienen dazu, dass benachteiligte Gruppe (Minderheiten) in allen Lebenssituationen gleich behandelt werden.

Im Arbeitsrecht bedeutet Gleichbehandlung, dass Arbeitnehmer nicht sachlich schlechter behandelt werden dürfen, als andere. Gleichbehandlung bedeutet, dass Diskiminierung verboten ist.

Unterscheid: Gleichstellung – Gleichberechtigung

Während Gleichberechtigung für das Individuum gilt, so gilt die Gleichstellung für Gruppen. Durch Gleichstellungsmaßnahmen soll die Situation von Gruppen verbessert werden in dem ihr zahlenmäßiger Anteil erhöht wird.

Gleichberechtigung steht für Chancengleichheit. Das heißt jeder Mensch hat die gleichen Chancen. Bei Gleichstellung geht es darum, dass eine zahlenmäßige Gleichheit durch staatliche Eingriffe (Gesetze) erzeugt wird.

Bei der Gleichberechtigung verleiht ein Staat seinen Bürgern die gleichen Rechte, unabhängig davon, welchen Geschlechts, welcher Herkunft, Identität, sexueller Orientierung oder Vermögensstand sie sind. Bei der Gleichstellung sorgt ein Staat durch Gesetze dafür, dass zahlenmäßige Gleichheit entsteht, in dem eine Gruppe bevorzugt und eine andere benachteiligt wird bis sie zahlenmäßig gleich stark sind.

Eine Folge der Gleichstellungsmaßnahmen ist die Diskriminierung einer Gruppe, weil eine andere bevorzugt wird. Beispiel: Werden Frauen bei gleicher Qualifikation bevorzugt, so werden Männer dadurch negativ diskiminiert.

Kritik an Gleichstellung

Gleichstellung per Gesetz zu erzeugen, muss nicht immer zu einem guten Ergebnis führen. Im schlimmsten Fall wird das Leistungsprinzip dafür geopfert, dass jemand aufgrund seines Geschlechtes bevorzugt wird.

Ob Gleichstellungsmaßnahmen die Qualität oder Leistung einer Tätigkeit verbessern, ist unklar. Die Gleichstellungsmaßnahmen führen zunächst nur zu quantitativer Gleichheit, nicht zu qualitativer Gleichheit.

Auch die Annahme, dass Frauen und Männer in einem bestimmten Feld 50:50 verteilt sein sollen, muss nicht korrekt sein. Mit Gleichstellungsmaßnahmen wird die Verteilung von Männern und Frauen 50:50 per Gesetz erzwungen. (In Studiengängen wie Informatik oder Psychologie scheint eine 50:50 Verteilung unmöglich.)

Gerade dort, wo Menschen sich nach ihren Interessen einordnen – was bei Studiengängen passiert – zeigt sich, dass eine 50:50 Verteilung in den seltensten Fällen erreicht wird.

Gleichstellungsmaßnahmen führen dazu, dass jedes Geschlecht zu 50:50 an einer Situation beteiligt. Damit ist niemand mehr in der Unterzahl. Ob die gleichgroßen Gruppen kooperieren oder konkurrieren, ist unklar.

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