So tragen Videospiele zur Schaffung eines neuen Wortschatzes bei

So tragen Videospiele zur Schaffung eines neuen Wortschatzes bei


Die digitale Welt dringt Tag für Tag in unser Leben ein und beeinflusst dieses von Grund auf, da ist es nicht überraschend, dass eine der tiefgreifendsten Auswirkungen dieser kulturellen Revolution in einem grundlegenden Aspekt unserer Interaktion mit anderen zu sehen ist – der Sprache.

Spiele schmieden ein neues Vokabular

Wer ein Werkzeug nutzt, um ein Ziel zu erreichen, tut dies auf die effizienteste Art und Weise, und die Sprache der Videospiele ist genau das: ein einfaches Werkzeug, um den Zweck der Kommunikation zu erreichen. Da es jedoch letztlich darum geht, Spiele zu spielen, und zwar häufig Action-Spiele, bei denen es auf schnelle Interaktionen ankommt, ist dies mit der Schaffung eines Fachjargons verbunden, der sich aus Wörtern und Abkürzungen zusammensetzt.

Ein paar Beispiele? „Noob“ – ein Wort, das „Neuling“ bedeutet, ist eine falsche Aussprache des englischen Begriffs „Newbie“ und hat sich auch außerhalb der Spielewelt verbreitet. Auch in der allgemeinen Gesellschaft hat sich die Bezeichnung „Noob“ mittlerweile etabliert und bezeichnet auch hier einen Anfänger bzw. jemanden, der sich in etwas nicht gut anstellt.

Schauen wir uns für diesen Begriff ein praktisches Beispiel an. Nehmen wir an, Sie spielen NetBet Starburst, einen der beliebtesten virtuellen Spielautomaten heutzutage. Wenn Sie die Regeln nicht kennen (und das ist am Anfang natürlich normal), werden Sie von Kennern des Spielautomatens zu Beginn sicherlich als „Noob“ betrachtet.

Gemeinsame Erfahrung braucht eine Plattform

Dieses kleine Beispiel zeigt uns, dass die vielen Videospieler, die sich auf Spieleportalen tummeln und miteinander interagieren, ein faszinierendes Feld für Sprachwissenschaftler darstellen. Es ist, als hätte man es mit einer großen Masse von Menschen zu tun, die aus der ganzen Welt kommen und eine gemeinsame Sprache entwickeln müssen, um sich untereinander zu verständigen.

Englisch etablierte sich in der Videospiel-Gemeinschaft als eine gemeinsame Basissprache. Die Gründe liegen auf der Hand: Fast alle können zumindest etwas Englisch und viele Spielefirmen sind bis heute aus dem englischen Sprachraum, so dass viele ihre Spiele auch in englischer Sprache spielen. Folglich ist die Verkehrssprache der Videospiele Englisch, oder besser gesagt, eine bestimmte Form von umgangssprachlichem und vereinfachtem Englisch.

Die Macht der Vereinfachung

Die Vereinfachung der Sprache ist eine Auswirkung der elektronischen Kommunikation, aber die Welt der Videospiele hat sie noch gefördert. Seit die Menschen damit begannen, sich Textnachrichten zu schicken, sind viele der Schreibweisen Akronyme, bei denen die Anfangsbuchstaben der Wörter, aus denen sie bestehen, zu einem längeren Satz zusammengesetzt werden. Zu den bekanntesten gehören LOL – laughing out loud (lautes Lachen); AFK – away from keyboard (weg von der Tastatur); und AFAIK – as far as I know (soweit ich weiß) – sowie viele andere, die zum Standardjargon in Textnachrichten geworden sind.

Einer der Bereiche, in denen dieser Jargon und die Akronyme besonders häufig verwendet wurden, war der SMS-Verkehr. Der Grund ist offensichtlich: die gute alte SMS erlaubte nur eine begrenzte Anzahl von Zeichen. Also etablierten sich mit der Zeit Abkürzungen (wie „CU“ – see you) und Akronyme, um Platz zu sparen.

Mit den neueren Kommunikationsmedien wie WhatsApp besteht das Problem der maximalen Zeichenanzahl zwar nicht mehr, doch nun sind es die Smileys bzw. Emojis, die einen beträchtlichen Einfluss auf die Sprache nehmen. So können diese dem geschrieben Wort eine stärkere Intonation verleihen. Es bleibt spannend, zu beobachten, welche weiteren Einflüsse und Veränderungen in diesem Bereich zu beobachten sein werden.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

Hallo, ich bin Autor und Macher von BedeutungOnline. Bei BedeutungOnline dreht sich alles um Worte und Sprache. Denn wie wir sprechen und worüber wir sprechen, formt wie wir die Welt sehen und was uns wichtig ist. Das darzustellen, begeistert mich und deswegen schreibe ich für dich Beiträge über ausgewählte Worte, die in der deutschen Sprache gesprochen werden. Seit 2004 arbeite ich als Journalist. Ich habe Psychologie und Philosophie mit Schwerpunkt Sprache und Bedeutung studiert. Ich arbeite fast täglich an BedeutungOnline und erstelle laufend für dich neue Beiträge.


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