Kenjataimu

Bedeutung: Japanische Bezeichnung für die Zeit, nach einem Orgamus, wenn Männer befreit von ihren Trieben klar denken können und klare Gedanken haben.

Ein offizielles deutsches Wort gibt es nicht. Trift.org hat z.B. „Postorgasmische Weisheit“ vorgeschlagen. Das finden wir sehr gut!

„Kenjataimu“ setzt sich aus „Kenja“, was „weise“ bedeutet und aus „Taimu“, was mit „Zeit“ übersetzt werden kann, zusammen. Somit ist „Kenjataimu“ der Name der postkoitalen Zeit der Weisheit.

„Kenjataimu“ ist ein japanischer Slang-Begriff.

Kenjataimu, Sex und die postkoitale Müdigkeit

Nach dem Koitus mit Orgasmus tritt bei einigen Männer eine postkoitale Müdigkeit auf. Diese äußert sich auch im Hormonhaushalt der Männer. Während vor dem Orgasmus Adrenalin und Noradrenalin stark im Blut waren, nimmt ihre Konzentration nach dem Organsmus ab. (Adrenalin und Noradrenalin sorgen für eine gewisse Wachheit und Aggressivität.) Dafür nimmt nach dem Orgasmus die Konzentration von Oxytocin und Prolaktin zu. (Oxytocin ist auch als Kuschelhormon bekannt.)

Dieser Umstand, wenn Adrenalin und Noradrenalin im Blut abfallen und Oxytocin und Prolaktin zunehmen, kann eine Kenjataimu hervorrufen. Es zeigt sich z.B. daran, dass Männer nach dem Orgasmus weniger egoistisch sind. Jedoch wurde dies wissenschaftlich bisher kaum erforscht.

Manche Männer erleben nach dem Orgasmus eine Phase des „Post-Sex-Blues“. Diese kann wenige Minuten oder mehrere Stunden dauern. In dieser Zeit sind sie traurig und emotional.

Auch kann „Kenjataimu“ bedingt durch die Refraktärzeit beim Mann entstehen. In der Refraktärzeit ist er zu keiner Errektion fähig und kann sich dementsprechend nicht dem Sex widmen.

Unter Männer ist die Weisheit weitverbreitet, dass sie z.B. über einen Sachverhalt oder ein bestimmtes Thema nach dem Orgasmus anders denken.

Kenjataimu und griechische Apatheia

In einigen Punkten ist „Kenjataimu“ ist mit der griechischen Apatheia vergleichbar. „Apatheia“ bedeutet auf deutsch: Frei von Leiden, frei von Leidenschaften, Unempfindlichkeit, Leidenschaftslosigkeit.

Als Apatheia wurde das Beherrschen und Zurückdrängen von Leidenschaft, Affekten und Gemütbewegungen bezeichnet. So z.B. sollten Zorn, Furcht oder Neid beherrscht werden. An ihre Stelle sollte Weisheit und Vernunft treten.

Wie Kenjataimu entstand

Erste Aufzeichnungen datieren das Entstehen und Aufkommen des Begriffs im Jahr 2007. In einem bekannten japanische Forum (2ch) wurde damals über den Begriff geredet.

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