Was bedeutet GroKo? – GroKo-Wortschöpfungen

„GroKo“ Spöttische Abkürzung für die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD. Der Begriff entstand während der Verhandlungen zur dritten Großen Koalition.

„GroKo“ ist ein Akronym aus den Worten „Große Koalition“ und enthält eine Anlehnung an das Wort Kroko, welches eine Verkürzung von Krokodil ist. Der Ausdruck entstand als Hashtag in den sozialen Medien 2013, als über die Koalitionsverhandlungen in Kurznachrichten berichtet wurde. Dank seiner Griffigkeit etablierte sich der Begriff sofort und wird seit dem verwendet.

Geschichte vom Wort „GroKo“

1969 tauchte der Begriff schon auf. Ein Kommentar von Wolfgang Ebert zur ersten Große Koalition enthielt den Titel „Was macht die GroKo?“ (Siehe: Wolfgang Ebert: Was macht die GroKo?. In: Die Zeit. Nummer 24, 13. Juni 1969)

Die erste Große Koalition (1966 bis 1969) in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland wurde auch schon „Groko“ genannt.

Der Ausdruck „GroKo“ verbreitete sich während der Verhandlungen zum Kabinett Merkel III.

„GroKo“ wurde 2013 von der Gesellschaft für deutsche Sprache zum Wort des Jahres gewählt.

Synonyme: Große Koaltion, schwarz-rot

Weitere GroKo-Wortschöpfungen und GroKo-Wortspiele:

GroKodil

Metapher und satirische Bezeichnung für eine Große Koalition (GroKo) und ihre Folgen. Große Koalitionen zwischen den Jahren 2005 und 2017 führten stets zur Abstrafung durch die Wähler für die teilnehmenden Parteien CDU/CSU und SPD. Die Folgen waren: Verlust an Stimmen und Sitzanteilen.

Aus diesem Grund wird dem „GroKodil“ nachgesagt, dass es – wie ein Krokodil – zuschnappt und besonders oft bei der SPD etwas (Wähler) abbeißt.

Insbesondere zeigt sich, dass Union und SPD nach der ersten GroKo(2005-2009) bei den Neuwahlen im Jahr 2009 beide Zweitstimmen und Sitzanteile verloren. Die Union verlor 1,4 Prozent und die SPD 11,2 Prozent. Die Union konnte bei der Neuwahl 2009 13 Sitze dazugewinnen. Die SPD verlor 76.

Nach der zweiten Großen Koalition (2013-2017) mussten Union und SPD nach den Bundestagswahlen im Jahr 2017 herbe Verluste hinnehmen. Die Union verlor 8,6 Prozent der Zweitstimmen. Die SPD 5,2 Prozent.
Auch bei den Sitzen büßten beide Parteien ein. Die Union verlor 65 Sitze. Die SPD 40.

Nennungen in den Medien

  • Im Deutschlandfunk wurde Alexander Dobrindt als „GroKodil“ bezeichnet. Siehe: hier (15.01.2018)
  • In einer ARD-Video-Glosse wurde vom GroKodil gesprochen. Siehe: hier (30.11.2017)
  • Der Berliner Kabarettist Gerd Hoffmann hat ebenfalls vom GroKodil gesprochen. Siehe: hier (27.09.2014)

GroKotz

Der Ausdruck „GroKotz“ leitet sich vom Wort GroKo (Große Koalition) ab und drückt Unzufriedenheit über diese politische Konstellation aus.

Als GroKotz wurde unter anderem die Große Koalition bezeichnet. Damit soll die Ablehnung gegenüber der GroKo und ihrer Politik ausgedrückt werden. Das „-Kotz“ steht für die Emotion des sich-übergebens.
Beispiel: „Ob sich die SPD mit einer weiteren GroKotz einen Gefallen tut?“

Auf Bild.de wurde Ralf Stegner als GroKotz bezeichnet, da er schlechte Laune  verbreitet und unter anderem die Sondierungsergebnisse kritisierte. Siehe: Link
Hier ähnelt der Begriff „GroKotz“ mehr seinem sprachlich-bekannteren Vorbild „Großkotz“.

Grokotopia

Bezeichnung für den Versuch verbunden mit der Hoffnung durch eine erneute Große Koalition zwischen Union und SPD Normalität in Deutschland entstehen zu lassen. Die „Grokotopia“ soll den Eindruck vermitteln, dass die politische Wirklichkeit bewältigt werden kann und das mit Vernunft regiert wird. Von der Grokotopia wird mit der Hoffnung auf sozialen Frieden gesprochen.

Das Wort „Grokotopia“ setzt sich aus der Abkürzung für Große Koalition „Groko“ und dem Wort „Utopia“ zusammen. Unter „Utopia“ ist eine perfekte, aber unmögliche Welt zu verstehen.

Auf Zeit.de wurden die Sondierungsergebnisse von Union und SPD als „Grokotopia“ bezeichnet. Siehe: Link

GroKoHaram

„GroKoHaram“ ist eine abwertende und spöttische Bezeichnung für die Große Koalition in Deutschland. Mit dem Ausdruck und Hashtag #GroKoHaram werden die Folgen der Politik und Entscheidungen der GroKo negativ bewertet.

Der Ausdruck „GroKo Haram“ ist an die islamistische terroristische Gruppierung im Norden Nigerias angelehnt: Boko Haram. (Boko Haram wird je nach Lesart verschieden übersetzt als: „Bücher sind Sünde“, „Westliche Bildung verboten“ oder „Verwestlichung ist Sakrileg“.

Mit dem Ausdruck „GroKo Haram“ wird somit die Politik der Großen Koalition – durch die Anlehnung an „Boko Haram“ – negativ, zerstörerisch und als Angriff bewertet.

Das arabische Wort „Haram“ steht für alles, was nach dem islamischen Recht verboten ist. Es kann als Tabu übersetzt werden.

GroKolores

Mit dem Ausdruck „Grokolores“ wurden die GroKo-Verhandlungen und die GroKo-Politik von Union und SPD als unnützes Geschwätz, Unsinn, Unfug und Getue bewertet.

Das Wort „Grokolores“ setzt sich aus dem Wort GroKo (Große Koalition) und dem Wort „Kokolores“ zusammen. Kokolores bedeutet Unsinn, Unfug, Getue und unnützes Geschwätz.

Beispiel: Das ist doch in Berlin alles Grokolores!

Weitere Wortschöpfungen

  • GroKonuss – Gesehen bei der heute-show „Ritter der GroKo Nuss “ – Siehe: Link
  • GroKoDealstränen – Klingt wie „Krokodilstränen – Gesehen bei Tagblatt: „Schwarz-rote Grokodealstränen“ – Siehe: Link
  • grokoisieren (Verb) – Tätigkeit: Ein Land unregierbar und Parteien unwählbar machen + den politischen Gegner stärken.
  • GroKohl – An Helmut Kohl angelehnter Begriff, der auf die schwere Verdaubarkeit nach langer Regierungszeit hinweist. (Kohl Regierungszeit endete mit einer herben Niederlage.)
  • GroKollateralschaden – Bezeichnung für den entstandenen Schaden für die Gesellschaft und die etablierten Parteien durch eine Große Koalition.
  • GroKobinett – Setzt sich zusammen aus GroKo und Kabinett. Bezeichnet die Minister der Großen Koalition.

GrüKo = Grünkohl

Beim traditionellen „defftig Ollnborger Gröönkohl-Äten“ in Oldenburg wurde CDU-Politiker David McAllister zum 61. Grünkohlkönig gekrönt. Da er keinen Ministerposten in der 2018 geformten Großen Koalition erhielt, titelten die Medien: GrüKo statt GroKo. (Focus: Link , Süddeutsche: Link )

GrüKo ist die Abkürzung für „Grünkohl“. Sie ist angelehnt an das Wort GroKo.

GRÜKO ist der Name einer österreichischen Werkstatt für Getriebereparatur und Ersatzteile. Siehe: Link

GoKro statt GroKo

„GoKro“ ist eine Abkürzung für die Spirituose „Goldkrone“. „GoKro“ ist teils eine falschgeschrieben Variante des Wortes „GroKo“.

„N’Gokro“ ist ein Dorf im afrikanischen Land Elfenbeinküste.

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