Was bedeutet Gedöns?

Der Ausdruck „Gedöns“ hat mehrere Bedeutungen:

  1. Als „Gedöns“ werden z.B.Gegenstände bezeichnet, die überflüssig oder unbrauchbar sind und deren Nutzen fragwürdig ist. Sie sind für Alltag nicht notwendig.
  2. Bezeichnet ein bestimmtes Verhalten, bei dem ein Sprecher viel Aufmerksamkeit einfordert und sich durch übertriebenes Getue auszeichnet. Auch bezeichnet „Gedöns“ in diesem Zusammenhang unnötigen Aufwand.  Dieses Handeln wird wenig ernst genommen und kaum geschätzt.

Beispiele für Gedöns

  • „Mach nicht so’n Gedöns!“
  • „Kauf nicht so viel Gedöns!“

Synoynme: Affektiertheit, Affentheater, Aufheben, Brimborium, Gehabe, Getue, Gerede, Gewese, Heckmeck, Kram, Mist, Schrott, Tamtam, Trara, Treiben, Trödel, Zeug, Zirkus

Seit 1973 steht „Gedöns“ im Rechtschreibduden.

Gerhard Schröder und das Gedöns

1998 wurde das Wort „Gedöns“ Deutschland bekannt, als der damalige Bundeskanzler Gerhrad Schröder das Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend als „Ministerium für Familie und Gedöns“ bezeichnete.

Herkunft: Wo Gedöns herkommt

Der Ausdruck „Gedöns“ stammt vom niederdeutschen „Gedööns“ ab, was mit dem niederländische „Gedoe“ verwandt ist. „Gedööns“ bedeutet: Gerede, Gewese. Selbst leitet sich das niederdeutsch „Gedööns“ vom mittelhochdeutschen „Gedense“ ab. „Gedense“ bedeutet „Gezerre“, „Geschleppe“ oder „Gezerre“, also das hin und her ziehen von etwas. Laut Gebrüder Grimm bezeichnete „Gedense“ auch einen Vogelzug.

„Gedense“ ist auch verwandt mit dem mittelhochdeutschen Verb „dinsen“. „Dinsen“ bedeutet, etwas Ziehen bis es sich dehnt. Das Verb „dinsen“ wird heute nicht verwendet, aber es hat als Partizip „gedunsen“ überlebt. Auch stammt das Verb „dehnen“ von „dinsen“ ab.

Weiteres

„Gedöns“ wird auf englisch mit „Fuss“ übersetzt.

Pflegeprodukte von Jean&Len werden unter anderem mit dem Spruch „Sehr geile Handcreme ohne Gedöns“ beworben. (Mit Gedöns sind in diesem Fall unnötige Zusatzstoffe gemeint.)

„Ohne Gedöns“ heißt ein Zero-Waste-Einzelhandel in Hamburg. In diesem unverpackt Laden können Produkte unverpackt gekauft werden.

Das Unternehmen Gosch verkauft auf seiner Homepage unter der Kategorie „Gedöns“ Fanartikel und Geschirr.

„Gedöns PaperBag“ ist eine starke Papiertüte, die im Internet verkauft wird.

„Gedöns aus Knast und Politik“ ist ein Buch von Sabine Bomeier.

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