Erzgebirgisches Wort des Jahres

Seit 2017 vom Erzgebirgsverein und der Zeitung „Freie Presse“ durchgeführte Wahl zum ergebirischen Wort des Jahres. Die Veranstalten suchten das schönste oder typischste Wort des ergebirischen Dialekts.
Teilnehmer erhalten die Möglichkeit Worte einzureichen. Eine Jury stimmt anschließend über die Worte ab und wählt einen Gewinner.
Der Preis wurde 2017 in Annaberg-Buchholz im Kulturzentrum „Haus des Gastes Erzhammer“ vergeben. Über 1.000 Vorschläge wurden 2017 eingesandt.

2017: Sperrguschn

2017 wurde das von Elke Bernstein aus Wiesenbad eingesandte Wort „Sperrguschn“ zum erzgebirgischen Wort des Jahres gewählt.

Als „Sperrguschn“ werden Personen bezeichnet, die auf der Fensterbank lehnend oder hinter einem Gartenzaun stehend, die Welt beobachten und das was passiert, kommentieren.
Sie sind neugierig, wissen oft Bescheid, was im Dort passiert und tratschen viel weiter.

„Sperrguschn“ sind nicht zwingend weiblich.

Synonyme für Sperrguschn: Tratschtanten, Tratschweiber

  • Platz 2: Rumwischkastl = erzgebirische Bezeichnung für das Smartphone.
  • Platz 3: neisappen

Weitere Einsendungen waren:

  • agereimelt = mit Reif überzogen
  • fei = Bekräftigung oder Verstärkung
  • Haamit
  • Hutzenohmd
  • Neinerlaa
  • Perremett = Pyramide

Über die erzgebirgische Mundart

Die erzgebirgische Mundart gehört zu den sächsischen Mundarten. In vielen Punkten unterscheidet sie sich stark vom sächsisch, wie es z.B. in Leipzig, Dresden oder Chemnitz gesprochen wird. Auch innerhalb der erzgebirgischen Mundart gibt es viele Unterscheide. Keine einheitliche Schriftsprache existiert nicht, so dass die Sprecher die Sprache frei sprechen, verändern und weiterentwickeln können.

Osterzgebirge  und Westerzgebirge

Grob unterschieden wird die erzgebirgische Mundart in west- und osterzgebirisch. Weiterhin kann auch noch zwischen „vorerzgebirisch“ (mittelerzgebirgisch) und „nordwesterzgebirgisch“ unterschieden werden.

Während im Westerzgebirge ein ostfränkischer Einfluss auf die Sprache herrscht, ist das Osterzgebirge einem obersächsischen Einfluss ausgesetzt. Das hat Einfluss auf die Sprache. Doch selbst von Dorf zu Dorf kann die Mundart variieren.

In einem kleinem Teil im Oberharz in Niedersachsen wird auch noch erzgebirisch gesprochen.

Übrigen auf erzgebirisch würde nicht „erzgebirisch“ gesagt werden, sondern „arzgebirisch“.

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