Was sind Claqueure / Beifall-Statisten / bezahlte Beifallklatscher? Bedeutung und Definition


„Claqueure“ sind bezahlte Beifallklatscher. Diese Personen haben die Aufgabe bei Theaterstücken, Fernsehshows und anderen Vorführungen auf Befehl und/oder als erste zu klatschen, um damit andere Zuschauer dazuzubringen, dass sie ebenfalls applaudieren. Außerdem werden Claqueure in Talkshows und Diskussionsrunden eingeschleust, um ausgewählte Teilnehmer zu unterstützen und zu applaudieren, wenn diese etwas sagen. Teils sollen Claquere auch auf politischen Veranstaltungen und Demonstrationen eingesetzt werden.

Claqueure als bezahlte Beifallklatscher haben den Effekt, dass nicht unterscheidbar und erkennbar ist, ob sie Claqueure oder enthusiastische Fans sind. (Erst, wenn sie übertreiben oder zu oft eingesetzt werden, fallen sie auf.)

Der Ausdruck „Claqueur“ ist die Einzahl. In der Mehrzahl wird „Claque“ gesagt. Die Ausdrücke leiten sich vom französischen Verb „claquer“ ab, was auf deutsch „klatschen“ bedeutet.

Claqueur auf deutsch

Deutsche Ausdrücke für Claqueur sind:

  • Beifall-Statisten
  • (bezahlte) Beifallklatscher
  • Klatschvieh (abwertend)
  • Mietklatscher
  • Mietenthusiasten (Heinrich Heine bezeichnete Claqueure so)

Weitere Claqueure

Im Internet gibt es digitale Claqueure, die unter anderem Beiträge ausgewählter Personen liken, unterstützen und teilen. In den Kommentaren äußern sie sich lobend und positiv. Die digitalen Claqueure werden genutzt, um Bewertungen zu verbessern und Botschaften zu verbreiten. Damit beeinflussen sie Algorithmen.

In Comedy-Serien werden Lachkonserven eingesetzt, die nach einer Pointe gespielt werden. Sie dienen dazu beim Zuschauer Lachen auszulösen.

Wirkung von Claqueuren

„Claqueure“ helfen die Stimmung anzuheizen und anzuheben. Sie geben sich als euphorische und enthusiatische Fans aus, die ihrem Star zu jubeln. Damit überwinden sie die Stille und klatschen als Erste. Dies kann dazu führen, dass normale Zuschauer – die keine Claqueure sind – auch anfangen zuklatschen.

Das Prinzip der Claqueure baut auf dem Herdentrieb der Menschen auf. Menschen lassen sich leist zu etwas hinreißen, wenn schon jemand angefangen hat. Deswegen haben Claqueure meist niedrige Schamgrenzen und beginnen als erste zu klatschen, schreien oder zu jubeln.

Dabei ist es unerheblich, ob das Klatschen oder Jubel echt oder vorgetäuscht ist. Es wirkt auf andere, als Erleichterung, da hier schon jemand eine Schamgrenze überwunden hat.

Geschichte der Claqueure

Schon in der Antike wurden bezahlte Klatscher eingesetzt. So soll Kaiser Nero seine Soldaten angehalten haben, zu klatschen und zu jubeln, wenn er sich öffentlich zeigte.

Die Claqueure entstanden in der Neuzeit in Frankreich im 17. und 18. Jahrhundert und verbreiteten sich stark ab dem 19. Jahrhundert. Sie wurden eingesetzt, um dem Erfolg eines Theaterstückes auf die Sprünge zu helfen und seinen Erfolg zu gewährleisten.

Manager, Dramaturgen und Schauspieler kauften Theaterkarten und vergaben diese an Personen, die euphorisch klatschten und ihren Beifall bekunden.

Ab ca. 1830 wurden die Claquere als Dienstleistung angeboten. Diese organisierten sich mit einem „Chef de claque“, der entschied, zu welchen Stellen des Stückes wie geklatscht werden sollte. „Chef de claque“ heißt so viel wie: „Chefklatscher“. Hier bildeten sich schnell verschiedene Formen heraus:

System der Claqueure

  • Chef de claque: Chefklatscher – Er entschied, wann und wie geklatscht wurde.
  • Chauffeur – Diese Person stand vor tagsüber vor den Plakaten am Theater und lobte das Stück.
  • Connaisseurs: Kenner – Sie lehnten sich zu ihren Nachbarn und lobten das Stück. Sie äußerten sich wie begeistert sie waren.
  • Rieurs: Lacher – Sie lachten sehr laut, stark und herzlich über Witze.
  • Pleureur: Weiner – Sie weinten oder schluchsten sehr stark auf Befehl und hatten stets ein Taschentuch bereit. Meistens waren „Pleureurs“ Frauen.
  • Chatouilleurs: Anheizer / Schmeichler – Sie sorgten für positive Stimmung unter den Zuschauern. Sie äußerten sich vor, in den Pausen und nach der Aufführung positiv über das Stück.
  • Tapageure: Sie klatschen laut stark.
  • Bisseur: Zugabe-Rufer- Sie riefen nach der Vorstellung lautstark „Zugabe“ oder „Nochmal“.

Weiteres zu Claqueuren

„Die Claque“ sind Bronzestatuen vom deutschen Bildhauer Guido Messer. Sie stehen in Backnang, Baden-Württemberg. „Die Claque“ bestehen aus vier Anzug-tragenden Figuren, die applaudieren.

Die Firma „Rent-A-Firma“ bietet Claquere, Animateure, Menschenmengen, Groupies, Teilnehmer und Zuschauer als Dienstleistung an. Diese Personen unterstützen Veranstaltungen und Events. Sie sorgen dafür, dass die Reihen gefüllt sind und die Stimmung sich hebt.

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