Was sind aggressive Mimosen? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was sind Aggressive Mimosen, Bedeutung, Definition, Erklärung


Eine aggressive Mimose ist eine Person, die selbst schnell beleidigt ist und Kritik schlecht annehmen kann, deswegen aber nicht davor zurückschreckt, selbst harte Kritik auszuteilen. Sie kritisiert dabei auf eine Art, die eine Reaktion wie ihre eigene verständlich machen würde würde: aggressiv, teils beleidigend und wertend, ohne Verständnis oder Empathie für die kritisierte Person. Aggressiven Mimosen geht es darum, ihre Meinung offen aussprechen zu dürfen, auch wenn diese niemandem hilft, aber selbst möchten sie keinen Gegenwind dafür bekommen und reagieren schwer beleidigt, wenn es passiert.

Welches Verhalten ist typisch für aggressive Mimosen?

Eine aggressive Mimose kennzeichnet sich dadurch, dass sie sehr schnell selbst mit Kritik dabei ist, diese im Gegenzug aber überhaupt nicht akzeptiert. Dabei kommen bestimmte Verhaltensweisen zum Vorschein, die bei vielen aggressiven Mimosen ähnlich sind. Diese Verhaltensweisen haben ihnen auch den Namen “Schnellbeleidigte Schnellbeleidiger” eingebracht. Diese sind unter anderem:

  • Aggressive Mimosen haben zu allem eine Meinung, diese muss aber nicht unbedingt qualifiziert sein
  • Sie kritisieren hart, ohne Empathie und vor allem ungefragt. Aggressive Mimosen muss niemand auffordern, sich an einer Diskussion zu beteiligen. Das tun sie von ganz alleine, weil sie es gerne tun.
  • Ihre Kritik ist nicht konstruktiv, sondern beruht auf einem vorschnellen Urteil oder einer festgefahrenen Meinung, von der sich die aggressive Mimose auch nicht argumentativ abbringen lassen möchte
  • Beleidigungen passieren der aggressiven Mimose schnell. Sobald sie merkt, dass sie Gegenwind bekommt oder Unrecht hat, fallen schon die ersten Beleidigungen.
  • Die Mimose nimmt zu ihrem eigenen Schutz gerne eine Position ein, die gesellschaftlich als unterlegen betrachtet wird. Beispielsweise identifiziert sie sich als Teil einer (vermeintlichen) Randerscheinung oder benachteiligten Gruppe der Gesellschaft. Darauf beruht ihre Annahme, ihre Meinung wiege schwerer als die andere und man müsste diese Meinung wichtiger nehmen als die anderer Gesprächsteilnehmer.
  • Sie erwartet von anderen Gesprächsteilnehmern eine Sonderbehandlung und bemerkt schnell jede kleinste Verfehlung im Sinne von falschem Ton, unfairer Argumentation oder festgefahrenen Meinungen der Gegenseite.
  • Einsicht oder Selbstreflektion sucht man bei aggressiven Mimosen vergeblich. Sie bemerken gar nicht, wie sie selbst mit anderen umgehen – und dass das der Grund sein könnte, wieso überhaupt so mit ihnen geredet wird.
  • Totschlagargumente, Whataboutism und derartige Techniken sind ein Lieblingswerkzeug der aggressiven Mimosen. Wenn sie nicht mehr weiter wissen, bringen Sie ein Argument, gegen das die Gegenseite nichts sagen kann.
  • Passiv-aggressives Verhalten tritt ebenfalls häufig bei aggressiven Mimosen auf.

Was treibt aggressive Mimosen an?

Die aggressive Mimose versteht sich blendend mit dem Social Justice Warrior. Warum? Weil beide sich hinter einer noblen Absicht verstecken – und wer gegen diese ist, muss pauschal ein schlechter Mensch sein, vor dem man grundlegende Regeln des Anstandes nicht mehr anzuwenden braucht. Schnellbeleidiger sind so überzeugt von den eigenen Ansichten, dass sie es nicht nachvollziehen können, wenn jemand anderes eine eigene, abweichende Meinung hat und diese auch vertritt. Sie fühlen sich persönlich und emotional angegriffen, wenn jemand ihnen widerspricht. Es kommt dabei nicht auf den Ton an, sondern lediglich auf die Tatsache, dass ihnen überhaupt widersprochen wird. Denn wer ihre Ansichten hinterfragt, anderer Meinung ist oder eine differenzierte, rationale Betrachtung ins Spiel bringt, ist für diese starken Überzeugungen eine Gefahr.

Eine aggressive Mimose hat sich argumentativ bisher nicht mit ihrem Standpunkt auseinandergesetzt. Sie hat ihn angenommen, weil viele andere Menschen das auch tun, weil diese die Mimose dann akzeptieren werden, weil es sich für sie gut und richtig anfühlt. Rational durchdacht ist ihre Ansicht nicht. Viele warten sogar darauf, missverstanden zu werden, sie suchen regelrecht nach einem Grund für aggressive Hypersensibilität. Sie haben gemerkt, dass sie in rationalen Argumentationen unterlegen sind, weshalb sie mehr oder weniger bewusst schon auf Angriff schalten, bevor überhaupt jemand etwas gegen sie gesagt hat.

Warum aggressive Mimosen gefährlich sind

Aggressive Mimosen tragen ihre verletzten Gefühle so sichtbar in jedes Gespräch, dass die Stimmung zwangsläufig ins Aggressive kippen muss. Ob diese verletzten Gefühle nur ihre sind oder wirklich die der Betroffenen? Oft sind es nur die Mimosen, die sich empören. Sie müssen dabei nicht einmal direkt von der Thematik betroffen sein, über die sie sich echauffieren – sie tun es, weil sie es für richtig so halten. Ein gewisser Missionierer-Geist steckt sicherlich auch dahinter. Keine Frage, ein solches Verhalten ist nicht lösungsorientiert und nervig, aber was macht es so gefährlich? Der Grund liegt in den Themen, die besonders stark von aggressiven Mimosen aufgegriffen werden (ohne behaupten zu wollen, dass sie nicht jedes andere Thema ebenfalls gerne heranziehen):

  • Veganismus
  • Klimawandel und Klimaschutz
  • Nachhaltigkeit
  • Rassismus
  • Gender-Fragen
  • Gleichberechtigung
  • Kindererziehung und Bildung

Aggressive Mimosen nehmen sich gesellschaftlich sehr wichtige und zentrale Themen vor, bilden sich eine oft nicht qualifizierte Meinung und vertreten diese mit einer beleidigenden Vehemenz, die bei anderen auf Ablehnung stößt. Es geht bei der Ablehnung nicht um das Thema selbst, sondern um die Art, wie Schnellbeleidiger ihre Punkte vermitteln. Wären die meisten Menschen unter normalen Umständen durchaus offen dafür, sich beispielsweise über ihre Verantwortung für den Klimawandel Gedanken zu machen, so lehnen sie die Argumentationsweise eines Schnellbeleidigten natürlich ab. Diese empfinden sie als übergriffig, bevormundend, urteilend, unqualifiziert und unangemessen emotional. Dadurch passiert der Trugschluss, dass das Thema an sich ablehnenswert ist. So, wie eine aggressive Mimose nicht dazu in der Lage ist, ihr eigenes Verhalten und die Konsequenzen daraus zu überdenken, so sind andere Teilnehmer aus diesen Diskussionen nicht mehr fähig, das wichtige Thema vom Argumentationsstil ihrer Vertreter zu trennen.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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