Was ist Wissenschaftsgläubigkeit? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist Wissenschaftsgläubigkeit, Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Ausdruck „Wissenschaftsgläubigkeit“ dient in der Umgangssprache als Kritik an einer unkritischen Haltung gegenüber der Wissenschaft, wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Aussagen von Wissenschaftlern.

Was bedeutet Wissenschaftsgläubigkeit? Bedeutung, Definition, Erklärung

Das Wort „Wissenschaftsgläubigkeit“ setzt sich aus den Worten „Wissenschaft“ und „Gläubigkeit“ zusammen.

„Wissenschaft“ ist die Technik, um neue Erkenntnisse und damit neues Wissen zu erlangen. Wissenschaft baut auf anerkannten und gültigen Methoden auf. Die Erkenntnisse und die Ergebnisse, die in der Wissenschaft produziert werden, sind von anderen überprüfbar und falsifizierbar. Wissenschaft ist immer falsifizierbar!

Als „Gläubigkeit“ bzw. „Glaube“ wird die persönliche Überzeugung über die Richtigkeit und Absolutheit von etwas bezeichnet. „Gläubigkeit“ bzw. „Glaube“ ist nicht überprüfbar oder falsifizierbar.

Glaube gilt als absolut, während sich Erkenntnisse der Wissenschaft als falsch herausstellen können. Für Glaube gibt es die Kategorie „wahr / falsch“ nicht. Glaube steht über allen Zweifeln.

Was passiert beim Begriff „Wissenschaftsgläubigkeit“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Wird nun jemanden „Wissenschaftsgläubigkeit“ vorgeworfen, so ist damit gemeint, dass eine Person wissenschaftliche Erkenntnisse und Ergebnisse absolut stellt, nicht anzweifelt oder kritisch hinterfragt. Die wissenschaftsgläubige Person ist von der Wahrheit der wissenschaftliche Erkenntnisse absolut überzeugt und sie ist davon überzeugt, dass wissenschaftliche Erkenntnisse von jedem Zweifel erhaben sind.

Beim Begriff „Wissenschaftsgläubigkeit“ werden zwei Systeme (Wissenschaft und Religion) miteinander vermengt. Durch die Verwendung des religiösen oder theologischen Begriffs der „Gläubigkeit“ wird die Überzeugung, dass die Wissenschaft wahr ist und recht hat, abgewertet. Denn durch den religiösen oder theologischen Begriff der „Gläubigkeit“ wird unterstellt, dass jemand seine Überzeugung nicht mehr auf Fakten aufbaut, sondern auf persönliche Ansichten oder Vorlieben.

Weitergedacht und Fazit: Wissenschaft ist keine Frage der Gläubigkeit oder des Glaubens! Sie ist wahr oder falsch, unabhängig davon, was ich glaube!

Siehe auch: Was hier beschrieben wurde, ist auch beim Begriff „Klimareligion“ passiert.

Wissenschaftsgläubigkeit: Die Lehre vom Szientismus

Die Wissenschaft des Szientismus geht auf den französischen Biologen Felix le Dantec zurück. Er ging davon aus, dass sich alle wesentlichen Fragen immer mit wissenschaftlichen Methoden erklären und begründen lassen. Der Szientismus lehnt deshalb auch die Religion ab. Ein nicht rational erklärbarer Gott trifft keine Entscheidungen, noch veranlasst er Menschen zu unterschiedlichen Handlungen.

Am Anfang wehrte sich die Kirche gegen die wissenschaftlichen Methoden. Sie widersprachen dem göttlichen Bild, das die Geistlichen den Menschen vermitteln wollten.

Doch worum ging es dabei? Der Mensch ist das einzige Individuum, das vom ersten rationalen Gedanken bis zu seinem Tod die Endlichkeit seines Daseins geistig erfassen und deuten kann. Religionen dienen – im Gegensatz zur Wissenschaft – dazu, eine sinnvolle und erträgliche Begründung für die eigene Existenz zu finden. Der Glaube an einen Gott, der der menschlichen Seele zum Schluss ein endliches Leben im Himmel schenkt, versöhnt viele eher als das Wissen um den reinen biologischen Werdegang.

Wissenschaftsgläubigkeit: Die Wissenschaft verlängert Leben!

In früheren Zeiten bedeutete eine Infektion stets eine Lebensgefahr. Mit der Einführung von Antibiotika wurden viele Leben gerettet. Dazu kamen die Entwicklungen von technischen Geräten, mit denen komplizierte Operationen an Herzen oder Transplantationen durchgeführt werden können.

Es gibt viele Wissenschaftler, die in der Wissenschaft die einzige vertretbare Religion sehen, auf die die Menschheit bauen kann. Durch die biochemischen Untersuchungen ist bekannt, dass fast alle physischen und psychosomatischen Krankheiten mit speziellen Techniken zu heilen sind, sofern die Medikation zur Verfügung steht.

Die Wissenschaftsgläubigkeit hat jedoch auch ihre Grenzen. Werden Menschen schwer krank und können nur mithilfe von Medikamenten und Geräten am Leben erhalten werden, erreicht die Wissenschaft ihre Grenzen. Soll sie das Leben auf jeden Fall erhalten oder beispielsweise in absolut aussichtslosen Fällen außer Ansatz bleiben.

Auf der anderen Seite vertreten einige führende Wissenschaftler eine zwiespältige Meinung. Jeder Mediziner, der alle von ihm erlernbaren Techniken und Methoden kennt, ist trotzdem nicht allwissend. Er kann alleine niemals die Verantwortung für ein Menschenleben mit gutem Gewissen tragen. Die Serie Dr. House liefert dazu interessante Ansatzpunkte, die sogar von Medizinern in der Presse aufgegriffen wurden. Dr. House arbeitet immer mit einem Team von guten Assistenz- und Fachärzten zusammen. In Kooperation mit seinen Kollegen findet er in fast allen Fällen die Lösungen, die den Patienten letztlich die Rettungen bringen. Einige Erkrankungen, so die Mediziner, waren sogar in der täglichen Praxis aufgetreten. In einem Fall erlitt eine Patientin nach einer Hüftoperation eine Infektion. Der Auslöser war – wie in einer Folge von Dr. House – ein verwendetes Material, das zu einer Veränderung des Blutbildes führte.

Die Wissenschaftsgläubigkeit bei der Entwicklung neuer chemischer Stoffe

Die Wissenschaftsgläubigkeit spielt auch bei der Entwicklung von chemischen Wirkstoffen eine Rolle. So erschaffen Wissenschaftler ständig neue Substanzen, die in dieser Form niemals in der Natur vorkommen können. Sie haben, wie bei Medikamenten in der Krebstherapie, viele Vorteile, die das Leben durchaus verlängern und verbessern können.
Daneben kommen auch Kombinationen vor, die bei unkontrollierter Freigabe in der Natur Schäden verursachen.

In den 70-er Jahren griffen viele Ärzte und Krankenhäuser auf das Schlaf- und Beruhigungsmittel Contergan zurück. Bei Schwangeren hatte dieses Medikament in vielen Fällen extrem negative Auswirkungen. Viele Kinder kamen mit Missbildungen auf die Welt. Einige hatten beispielsweise keine Arme oder Beine. Andere Gliedmaßen waren verstümmelt. Zwar wurden später einige Schuldige verurteilt, die Auswirkungen für die Betroffenen blieben jedoch bestehen.

Wissenschaftsgläubigkeit im Zusammenhang mit der militärischen Entwicklung

Seit Jahrtausenden führen die Menschen Kriege. Es geht um Macht, Geld und die persönlichen Interessen der Machthabenden. Bis zur Entwicklung von atomaren Sprengköpfen reichten meistens mittlere Streitigkeiten zur Eröffnung von Kriegen aus. Im Zweiten Weltkrieg kamen so über fünfundfünfzig Millionen Menschen ums Leben. Mit der Einführung von nuklearen Sprengköpfen und interkontinentalen Raketen auf beiden Seiten stieg jedoch das gegenseitige Risiko. So gehen Forscher davon aus, dass die Atombomben als Abschreckungswaffen viele Kriege zwischen den Weltmächten seit 1945 verhindert haben. Die grausamen Ergebnisse der Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki im letzten Kriegsjahr sind dabei jedem gegenwärtig und wurden zum unmenschlichsten Zeichen der Abschreckung.

Grenzen der Wissenschaftsgläubigkeit

Genauso problematisch wie der jeweilige Einsatz von radioaktiven Substanzen ist die spätere Endlagerung. Die für alle Lebewesen gesundheitsgefährdenden Strahlungen machen in allen Fällen eine extrem komplizierte Entsorgung und langjährige Lagerung notwendig. Diese Nachteile werden jedoch gerne übersehen, wenn es die um daraus resultierende Energie geht. Sie ist erforderlich, damit die Wissenschaft neue Techniken entwickeln kann, die die Industrie im Anschluss einsetzt.
Es gibt auch Materialien, die keine Strahlung absondern, sondern nur schwer zu recyclen sind. Dabei bringt jedes Stadium der industriellen Revolution neue Komponenten hervor, die die Vorgänger ablösen und so zum Verbrauch von natürlichen Ressourcen beitragen. In den vergangenen vierzig Jahren wurden beispielsweise Fernsehapparate so gebaut, das sie für die nächsten zwanzig Jahre halten. Bei technischen Problemen tauschte der Fachmann die defekten Teile einfach aus. Ist heute ein Fernseher nach fünf bis sieben Jahren nicht mehr funktionsfähig, kann er von einem TV-Techniker nicht mehr repariert werden. Er kommt auf den Recyclinghof und wird ausgeschlachtet.

Was ist Wissenschaftsgläubigkeit? Allgemeine Situation, Bedeutung, Definition, Erklärung

Jeder Fortschritt in der Wissenschaft hat meistens zum Wohlstand der jeweiligen Gesellschaft beigetragen. Während es von der Antike bis zum 19. Jahrhundert nur bedingte Veränderungen gab, vollzog sich seit dem Beginn des 20. Jahrhundert bis heute auf fast allen natur- und geisteswissenschaftlichen Gebieten jeweils ein grenzüberschreitender Wandel. Fast alle Schritte waren und sind von den wissenschaftlichen Ausbildungen und Forschungen abhängig. So prägen auch viele Menschen, die von den Vorgängen profitieren, ihre jeweilige Wissenschaftsgläubigkeit aus.

Wissenschaftsgläubigkeit findet man in der Medizin, der Chemie und vor allem in der Digitalisierung der Wirtschaftsprozesse. Jeder ist zu jedem Zeitpunkt über die technischen Medien wie Computer, Smartphone und Internet erreichbar. Gleichzeitig sorgt ein Überwachungssystem für die absolute Kontrolle jeder Person. Auf der einen Seite ermöglicht dieser Fortschritt die Ausübung neuer Berufe, auf der anderen setzt die Digitalisierung hohe Ansprüche. Da niemand etwas für die geistigen und körperlich vordefinierten Grenzen seiner Persönlichkeit kann, muss oder sollte der Staat hierbei über eine ausgleichende finanzielle Beteiligung am Wohlstand nachdenken. Sonst haben Menschen, die die digitalen Methoden nur bedingt anwenden können, sehr geringe Chancen auf Dauer an den Errungenschaften der Gesellschaft teilzunehmen.

Wer sich der Wissenschaftsgläubigkeit zuwendet, lässt jedoch auch alle Folgewirkungen außer Betracht. Diese entstehen, wenn die moralischen und ethischen Grenzen bei der Anwendung von neuen Techniken überschritten werden. Alle Errungenschaften werden nur in positiven Blickwinkeln betrachtet. Eine wesentliche Grundlage bildet die Lehre vom Szientismus.

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