Was ist Apeirophobie? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist Apeirophobie, Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Apeirophobie ist eine spezielle Form von Angststörung. Von Apeirophobie betroffene Menschen haben Angst vor der Unendlichkeit. Diese Art der Angststörung tritt nur sehr selten auf und ist deshalb weitgehend unbekannt. Selbst Personen, die an Apeirophobie leiden, wissen oft nichts von ihrer Angststörung. Die Medizin kennt Apeirophobie allerdings und nimmt die Störung sehr ernst. Apeirophobie sollte immer von einem Spezialisten behandelt werden. Das kann zum Beispiel ein Psychiater oder ein Psychologe sein. Die Apeirophobie gehört zu den Phobien.

Was ist Apeirophobie? Bedeutung, Definition, Erklärung

Im Rahmen einer Apeirophobie tritt eine nicht zu begründende Angst vor der Unendlichkeit auf. Da diese Angst nicht mit Argumenten belegt werden kann, wird sie als irrationale Angst eingestuft. Angst vor der Unendlichkeit zu haben bedeutet, dass Betroffene eine Angst davor verspüren ewig leben zu müssen. Das Konzept der Endlichkeit, wie andere Menschen den Tod im Gegensatz zum Leben verstehen, ist für Apeirophobiker nicht greifbar. Es liegt ganz einfach außerhalb ihres Vorstellungsvermögens und es gelingt auch nicht ihnen dieses Konzept zu erklären. Sie sind davon überzeugt, dass das Leben in irgendeiner Form immer weiter geht und sie auf Grund dessen niemals Ruhe finden können. Deshalb fühlen sie sich wie in einer Art Dauerschleife des menschlichen Lebens gefangen, aus der es kein Entrinnen gibt. Die Unendlichkeit macht ihnen dabei in jeglicher Form Angst. Diese Angst kann sehr ausgeprägt sein. Menschen, die unter Apeirophobie leiden, können häufig auch den Anblick unendlicher Weiten nicht ertragen. Für sie ist es unmöglich am Strand zu stehen und in den weiten Horizont zu sehen.

Was andere Personen also als Idylle, oder Instrument der Entspannung wahrnehmen können, bedeutet für Apeirophobiker häufig Stress, der sich bis zur Panik ausweiten kann. Auch vor unendlichen Zahlenfolgen haben Apeirophobiker oft Angst, was bereits in der Schule zu Problemen führen kann. Hinsichtlich ihrer eigenen Person vermeiden Apeirophobiker den Blick in die Zukunft. Da die Unendlichkeit für sie nicht greifbar ist, bereitet ihnen die allzu weit angelegte Planung, oder Vorstellung der eigenen Zukunft, größtes Unbehagen. Ungewissheit ist eine Sache mit der an Apeirophobie leidende Menschen überhaupt nicht zurecht kommen. Je weiter Ereignisse in der Zukunft liegen, desto unplanbarer werden sie auch.

Denn auf dem Weg dort hin können vielerlei Dinge geschehen, die die Vorstellung des Apeirophobiker von einem bestimmten Ereignis stören und beeinflussen können. Wer an Apeirophobie leidet kann nicht wie andere Menschen spontan auf unvorhergesehen Ereignisse eingehen und Lösungen für von außen erzwungene Planänderungen finden. Vorher tritt Angst bei ihnen auf. Deshalb schätzen Menschen mit Apeirophobie eine sehr starre und feste Lebensplanung, möglichst in kleinen Schritten, und setzen alles daran Störungen ihrer Vorhaben zu vermeiden.

Apeirophobie: Mögliche Ursachen

Welche Ursachen Apeirophobie genau hat ist, wie bei allen anderen Phobien auch, wissenschaftlich nicht zweifelsfrei zu belegen. Es gibt jedoch Vermutungen, dass es sowohl genetische als auch soziale Ursachen für den Ausbruch einer Apeirophobie geben könnte. Mediziner tendieren dazu anzunehmen, dass eine Verknüpfung genetischer und sozialer Ursachen zum Ausbruch von Phobien aller Art führt. Nach ihrem Dafürhalten ist es so, dass Menschen einen genetischen Satz in sich tragen können, der sie dafür vorsieht irgendwann in ihrem Leben an einer Phobie leiden zu können. Diese muss nicht zwingend ausbrechen. Entscheidend für den Ausbruch ist eine Verknüpfung der genetischen Voraussetzung mit einem Lebensereignis, das die Phobie sozusagen beginnen lässt. Dies wird auch hinsichtlich der Apeirophobie angenommen. Welche Lebensereignisse das sein könnten, ist nicht gänzlich geklärt. Von den meisten Fachleuten wird angenommen, dass einzelne Ereignisse, die bei einem Menschen Angst auslösten zum Beginn einer Phobie führen.

Apeirophobie: Merkmale

Betroffene nehmen die Angst vor der Unendlichkeit und Ewigkeit wahr. Ihnen ist auch bewusst, dass das Unwohlsein, das in ihrem Denken damit verbunden ist, stärker ausgeprägt ist als bei anderen Menschen. Menschen mit Apeirophobie fällt es schwer ihre Alltagsgedanken von ihrer irrationalen Angst zu lösen. Selbst, wenn sie in einer bestimmten Situation sehr entspannt sind, schleichen sich immer wieder negative Gedanken rund um die Angst vor der Unendlichkeit ein, was dazu führt, dass sich schnell wieder Unruhe breit macht. In vielen Fällen sind diese negativen Gedanken so stark, dass Apeirophobiker sich kaum noch auf ihren Alltag konzentrieren können.

Um mit ihren Ängsten klar zu kommen, entscheiden sich viele Betroffene für eine Vermeidungstaktik. Das, was ihnen am meisten Unbehagen bereitet, nämlich der Gedanke an den Tod und die Unendlichkeit, wird unterdrückt. Da sich Gedanken aber auch verselbständigen können, und immer dann wandern, wenn sich der Mensch in einer ausgelassenen und ruhigen Haltung befindet, vermeiden Apeirophobiker oft auch das. Sie beschäftigen sich und ihren Geist permanent und nutzen dies als eine Art Ablenkungsmanöver. Denn sie haben erfahren, dass der Gedanke an ihre Ängste immer dann auftritt, wenn sie unbeschäftigt sind. Apeirophobiker fühlen sich zudem von innen heraus dazu gedrängt ihr Leben möglichst engmaschig zu kontrollieren. In der Nacht werden sie darüber hinaus oftmals von Alpträumen geplagt. Viele Betroffene berichten davon in diesen Träumen ins Bodenlose zu fallen.

Eine Therapie kann gegen Apeirophobie helfen

Am besten ist es eine Apeirophobie über eine Therapie behandeln zu lassen. Idealerweise hat der Psychiater oder Psychologe, der hierfür aufgesucht wird, bereits Erfahrung mit Apeirophobie. Das Ziel der Therapie ist es dann die Ängste zu schmälern und dem Patienten langsam ins Bewusstsein zu bringen, dass alle Angst, die er verspürt, unbegründet ist. Problematisch wirkt sich für Apeirophobiker aus, dass ihr Leiden sehr viel Lebensenergie verbraucht. Deshalb sollten sie darauf gefasst sein, dass eine Therapie gegen Apeirophobie einige Zeit in Anspruch nehmen wird, bevor eine deutliche Besserung des Gesamtzustandes absehbar ist. Denn auch für die Durchführung einer Therapie braucht es Energie. Medikamentös wird Apeirophobie nur in besonders schweren Fällen behandelt.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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