Was ist Nomatophobie? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist Nomatophobie, Bedeutung, Definition, Erklärung


Nomatophobie ist die Angst vor einem bestimmten Namen oder Wort. Es handelt sich dabei um eine spezifische Phobie, die von einem besonderen Objekt, in diesem Fall einem Namen oder einem Wort, ausgelöst wird. Wie für Phobien charakteristisch steht die Angst in keinem rationalen Verhältnis zur tatsächlichen Bedrohung und kann extreme Ausmaße annehmen. Die Nomatophobie gehört zu den Angststörungen. Wird das Leben der Betroffenen durch die Symptome deutlich beeinträchtigt, ist eine Behandlung angezeigt. Diese sollte möglichst an den Ursachen ansetzen. Begleitend oder in schwächeren Fällen können verschiedene Maßnahmen zur Selbsthilfe sinnvoll sein.

Was ist Nomatophobie? Bedeutung, Definition, Erklärung

Nomatophobie ist die Angst vor Namen. Betroffene verbinden mit einem bestimmten Namen oder Wort ein Gefühl von Unheil oder Bedrohung, das starke Angst vor dem Eintreffen besagten Unheils oder Strafe für die Nennung des Namens auslöst. Eigentlicher Gegenstand der Angst ist der oder das Benannte. Die mit dem Namen verbundene Person oder Sache besitzt eine Kraft, die in der Wahrnehmung der Betroffenen durch das Aussprechen oder auch nur Denken bzw. Hören des Namens in Aktion gesetzt wird und die Macht hat, dem Betroffenen zu schaden. Nomatophobie ist im Umfeld von Aberglauben, aber auch Religion häufig anzutreffen. Dazu zählt die Überzeugung, dass das Aussprechen des Namens einer Sportmannschaft den Ausgang des Wettkampfes negativ beeinflusst ebenso wie die Angst vor dem Namen Gottes, der in manchen Religionen nicht ausgesprochen werden darf.

Wortbedeutung „Nomatophobie“

Die Bezeichnung Nomatophobie setzt sich zusammen aus dem lateinischen Wort nomen = Name, Wort bzw. dem gleichbedeutenden griechischen Wort onoma = Name, und dem griechischen Wort phobos = Angst. Die Wortbedeutung gibt damit bereits die Definition dieser Phobie: Angst vor Namen.

Verwandte Phobien

Neben der Nomatophobie gibt es andere Phobien, die Worte zum Auslöser haben. So etwa die Verbophobie, namentlich die Angst vor dem gesprochenen, gehörten oder geschriebenen Wort, oder die Sesquipedalophobie, die als Angst vor langen Wörtern auch scherzhaft als Hippopotomonstrosesquippedaliophobie bekannt ist. Im Unterschied insbesondere zur Verbophobie, die sich auf Worte im Allgemeinen bezieht, haben Menschen, die an Nomatophobie leiden, einen Vorteil: Ihre Angst wird nur durch ein bestimmtes Wort bzw. einen bestimmten Namen ausgelöst. Dadurch wird es leichter, dem Auslöser im Alltag aus dem Weg zu gehen. So können Betroffene es etwa vermeiden, den Namen selbst auszusprechen oder zu denken und bei Bedarf auf Umschreibungen zurückgreifen. Auch lässt sich das unmittelbare Umfeld leicht über den Zustand aufklären, verbunden mit der Bitte, den speziellen Namen im Umgang mit dem Betroffenen nicht zu nennen. So lassen sich die Auswirkungen der Nomatophobie auf das Leben der Betroffenen weitestgehend einschränken.

Symptome: Nomatophobie

Die Symptome der Nomatophobie variieren in Art und Stärke wie bei allen Phobien von Person zu Person. Wie bei allen Phobien kann es zu trockenem Mund, Schwindel, Übelkeit, Schweißausbrüchen, Hitzewallungen und Frösteln, Kurzatmigkeit bis hin zu Hyperventilation, Herzrasen, hohem Blutdruck, Zittern, Desorientierung bis hin zur Panikattacke und Ohnmacht kommen. Die starken Symptome ziehen häufig Angst vor Verletzung und Tod nach sich, was die Symptome noch verstärkt. Zu den physischen Äußerungen der Angst treten dann oft und zum Teil von diesen ausgelöst psychische Begleiterscheinungen wie Wut, Scham, ein Gefühl der Hilflosigkeit oder Hoffnungslosigkeit hinzu. Je nach Stärke und Häufigkeit der Symptome kann sich die Nomatophobie stark negativ auf das Leben der Betroffenen auswirken, zur Angst vor dem auslösenden Namen tritt die Angst vor der Angst und ihren Folgen.

Ursachen: Nomatophobie

Die Ursachen für spezifische Phobien wie die Nomatophobie können vielfältig sein. Ein mit dem Namen verbundenes traumatisches Erlebnis, erlerntes Verhalten, Genetik und biochemische Vorgänge im Gehirn könnten die Erklärung liefern. Ein traumatisches Erlebnis kann etwa die Niederlage in einem sportlichen Wettkampf sein, nachdem ein bestimmter damit verbundener Name ausgesprochen wurde. Aus dem Erlebnis entwickelt sich eine Art Aberglaube, den Namen im Umfeld künftiger Wettkämpfe nicht mehr zu benutzen. Gestalten sich diese Wettkämpfe in der Folge erfolgreich, kommt es zu einer Verstärkung dieses Rituals, was in einer Angst vor einer Verletzung der selbst aufgestellten Regel gipfeln kann. Ähnlich wird beispielsweise im Umfeld von Sekten ein Respekt vor den Anführern und den von ihnen aufgestellten Regeln vorgelebt, der sich mit der Zeit zur Angst vor der Person und ihrem Namen steigern kann. Vermutet wird, dass in vielen Fällen eine Kombination aus mehreren dieser Faktoren für die Entstehung der Nomatophobie verantwortlich ist.

Behandlung: Nomatophobie

Wird die Angst so bestimmend, dass Betroffene sich häufig schweren Symptomen ausgesetzt sehen und/oder aus Angst vor der Angst ihre Kommunikation einschränken bzw. sich sogar in die Isolation zurückziehen, hat die Nomatophobie das Ausmaß einer behandlungsbedürftigen Krankheit erreicht. In diesem Fall stehen mehrere Therapieansätze zur Verfügung:

  • Kognitive Verhaltenstherapie
  • Gesprächstherapie
  • Hypnotherapie
  • Energietherapie
  • Medikation

Bei der kognitiven Verhaltenstherapie wird festgehalten, welche Bedrohung tatsächlich von dem gefürchteten Namen ausgeht. Im weiteren Verlauf können dann die unangemessenen Verhaltensmuster in Reaktion auf den Namen aufgedeckt und Strategien zu ihrer Überwindung entworfen werden.

In der Gesprächstherapie wird Betroffenen ein sicheres Umfeld geboten, über ihre Angst, ihre damit verbundenen Gedanken und Gefühle sowie ihr Verhalten zu sprechen. So können schädliche Gedankens- und Verhaltensmuster aufgedeckt und überwunden werden.

Die Hypnotherapie spricht zu diesem Zweck das Unterbewusstsein direkt an und versucht z. B., traumatische Ereignisse aufzuspüren und die negative Besetzung aufzuheben.

Zu den bekanntesten Formen der Energietherapie gehören Atemübungen, Akupressur, Yoga, Tai Chi und Qi Gong. Allen gemeinsam ist die Einflussnahme auf den Energiefluss im menschlichen Körper. Der Erfolg dieser Therapieansätze lässt vermuten, dass auf diese Weise zumindest Entspannung, wenn nicht eine Einflussnahme auf die Gehirnchemie möglich wird.

Medikation hingegen kann nicht die Ursache für die Phobie beseitigen. Sie zielt auf eine Linderung der Symptome. Viele der wirksamen Medikamente wie Antidepressiva, Beruhigungsmittel und Betablocker haben starke Nebenwirkungen oder können süchtig machen. Sie sind oft verschreibungspflichtig und nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt zu nehmen.

Selbsthilfe: Nomatophobie

Begleitend zur Therapie oder in nicht akut behandlungsbedürftigen Fällen von Nomatophobie können ein gesunder und ausgeglichener Lebenswandel, bewusste Entspannung, ein positives Umfeld und insbesondere der Austausch mit anderen Betroffenen helfen, mit der Angst umzugehen.


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Autor: Pierre von BedeutungOnline

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