Was ist Operation London Bridge? Was passiert wenn die Queen stirbt? Erklärung

Was ist Operation London Bridge, Was passiert wenn die Queen stirbt, Erklärung


Erstmals wurde bereits in den 1960er-Jahren ein Plan für das Ableben der Königin unter dem Titel „Operation London Bridge“ entworfen. Seitdem wird dieser mehrmals im Jahr überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht. Dies sichert einen bestmöglichen Ablauf zu, da die daran beteiligten Personen verändert werden können. Außerdem war es im Laufe von sechzig Jahren nötig, die Planungen mehrmals den technologischen Entwicklungen anzupassen.

Was ist Operation London Bridge? Erklärung

Viele Punkte des Plans wurden von Königin Elisabeth II. persönlich entworfen und bestimmt. Andere gehen hingegen auf Vorschläge ihrer zahlreichen Berater zurück. Außerdem gibt es einige Bereiche, wo festgelegt wurde, dass Entscheidungen von ihrem Nachfolger getroffen werden sollen. Dieser ist nach aktuellem Stand der Dinge ihr Sohn, Prince Charles.

Die Mitglieder des britischen Königshauses stehen stets im Zentrum der Aufmerksamkeit. Es ist daher kein Wunder, dass es Pläne für die zu erledigenden Aufgaben nach dem Ableben eines einzelnen Mitgliedes gibt. Diese Pläne beinhalten Wünsche zur Bestattung ebenso wie Aktivtäten, welche die Regierung, die Kirche oder die britischen Einsatzkräfte vornehmen sollen. Jeder dieser Pläne ist mit einem Codewort bezeichnet. Der Name des äußerst umfangreichen Plans für den Fall des Ablebens von Königin Elisabeth II. lautet „Operation London Bridge“.

So wird Operation London Bridge verlaufen: Ablauf

Wenn der Tod der Queen gesichert bestätigt wurde, wird ihr Privatsekretär Edward Young aktiv. Seine Aufgabe besteht darin, den aktuellen Premierminister über den Tod der Königin zu informieren. Dies geschieht über eine abhörsichere Telefonleitung. Die Information wird mit den Worten „London Bridge is down“ übermittelt. Das Außenministerium muss in weiterer Folge die Nachricht über den Tod der Queen an die Regierungen sämtlicher 52 Commonwealth-Staaten weiterleiten.

Selbstverständlich werden auch die Medien möglichst umgehend informiert. Zu diesem Zweck wurde ein spezielles Alarm-System entworfen und bei sämtlichen Radio- und Fernsehanstalten installiert. Wenn die blauen Signal-Lichter dieses Systems blinken, wissen die Radiosender, dass sie ihre Musikauswahl verändern müssen und nur noch ruhige, sanfte Musik spielen dürfen. Die Fernsehsender von BBC unterbrechen ihre Sendungen und senden für einen Tag lang nur noch die Spezialnachrichten zum Tod der Queen. Unterschiedliche Medien sollen bereits für den Ernstfall vorbereitet sein. So soll beispielsweise die Zeitung „The Guardian“ schon über elf Seiten Material auf Lager haben, welches binnen kürzester Zeit als Sonderausgabe erscheinen kann. Auch Radio- und Fernsehsender haben bereits ihr Programm vorbereitet und geprobt, allerdings stets unter der Verwendung von Pseudonymen, damit im Falle einer unbeabsichtigten Veröffentlichung keinerlei Falschmeldungen und Panik entstehen können.

Weitere Benachrichtigungen erfolgen online auf der Homepage des Königshauses und in Form einer schwarz umrandeten Todesanzeige am Buckingham-Palast. Bereits einen Tag nach dem Tod wird das sogenannte Accession Council zusammentreffen und in einer offiziellen Zeremonie den Thronfolger bestimmen. Am Abend wird das Parlament zusammentreten, um diesem Thronfolger die Treue zu schwören.

Nach neun Tagen Staatstrauer wird ein großes Staatsbegräbnis in der Westminster Abbey durchgeführt werden. Im Anschluss daran wird der Leichnam der Königin in der St. Georges-Kapelle bei Windsor Castle, einer der Hauptresidenzen des Königshauses, beigesetzt werden.

Das war Operation Forth Bridge: Tod Prinz Philip

Selbstverständlich gab es auch einen Plan für das Ableben von Prinz Philip, dem Gatten von Königin Elisabeth II. Dieser lief unter dem Codenamen Operation Forth Bridge. Auch nach seinem Tod wurde landesweite Trauer bis zur Beisetzung ausgerufen. In dieser Zeit haben die Royals keinerlei Termine wahrgenommen. Die Flaggen wehen in solcher Trauerzeit stets auf halbmast, die Mitglieder des Parlaments tragen schwarze Bänder und Krawatten.

Auf Wunsch von Prinz Philip selbst wird er kein Staatsbegräbnis erhalten. Zeit seines Lebens war es ihm unangenehm, derartig große Aufmerksamkeit zu erhalten. Daher wird eine private, militärisch geprägte Zeremonie zu seiner Bestattung erwartet. Diese wird in der St.Georges-Kapelle bei Windsor Castle stattfinden. Sein Leichnam wird in Frogmore Gardens beigesetzt werden. Aufgrund der Covid-19-Pandemie ist zu erwarten, dass nur wenige bis gar keine ausländischen Ehrengäste an der Bestattungszeremonie teilnehmen können. Sicher ist hingegen, dass Prinz Harry trotz zahlreicher Meinungsverschiedenheiten mit dem Königshaus in jüngster Zeit anwesend sein wird. Er ist bereits in Großbritannien angekommen und verbringt aktuell seine Zeit in Quarantäne.

Größere Beeinflussungen der nationalen und internationalen Politik sind durch den Tod von Prinz Philip nicht zu erwarten. Dennoch sieht Operation Forth Bridge vor, dass das Parlament in Sondersitzungen zusammentritt und keinerlei Wahlkampfveranstaltungen durchgeführt werden dürfen. Außerdem sollen hochrangige Politiker keinerlei Interviews geben oder an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen. Auf diese Weise soll einerseits Prinz Philip gewürdigt, andererseits auf die Möglichkeit gegeben werden, auf unerwartete Situationen zu reagieren.

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