Was ist eine Adpocalypse (Adpokalypse)? YouTube, Bedeutung, Übersetzung auf deutsch

„Adpocalypse“ bedeutet im Allgemeinen, dass Publisher (Menschen, die Inhalte im Internet veröffentlichen) mit ihren Inhalten weniger bis gar kein Geld mehr verdienen. Im Speziellen bedeutet dies, dass Werbeeinnahmen von Publishern sinken, Plattformen ganze Kanäle demonetarisieren oder Werbetreibende weniger bis gar kein Geld mehr für Werbung ausgeben.  Dies hat mehrere Ursachen:

  • Große Firmen beschließen ihre Werbeausgaben stark zu reduzieren. Dies hat zur Folge, dass bei Publishern und Plattformenbetreibern die Werbeeinnahmen sinken.
  • Plattformen wie z.B. YouTube verbieten Publishern die Monetarisierung einzelner Videos oder ihres ganzen Kanals aufgrund von Verstößen gegen Plattform-Regeln. Dies hat zur Folge, dass Publisher weniger bis gar kein Geld mehr verdienen. (Stichwort: Demonetarisierung)
  • Browser-Anbieter installieren in ihren Browsern voreingerichtete und automatische AdBlocker. Damit wird automatisch eine Software aktiv, die Werbeanzeige ausblendet. Dies betrifft Werbetreibende und Publisher.

Anmerkung: Publisher sind Menschen, die Inhalte im Internet veröffentlichen. Diese Inhalte können Videos, Texte oder Bilder sein.

Was bedeutet „Adpocalpyse“ auf deutsch? Adpokalypse, Bedeutung

„Adpocalpyse“ ist der englische Ausdruck, der deutsche ist „Adpokalpyse“ (mit „k“ statt „c“). „Adpocalypse“ ist ein Kofferwort aus den englischen Worten Advertisement (kurz „Ad“) und „Apocalypse“. In der deutschen Sprache gilt analog, dass „Adpokalpyse“ ebenfalls ein Kofferwort aus dem englisch Wort für Werbeanzeige „Advertisement“ (kurz „Ad“) und dem deutschen Wort „Apokalypse“ ist.

Mit dem Ausdruck „Adpocalpyse“ (deutsch: „Adpokalypse“) soll ausgedrückt werden, dass es für einige Publisher der Untergang ist, wenn sie mit ihren Inhalten weniger bis gar kein Geld mehr verdienen. Im Angesicht der Tatsache, dass einige Publishern ihren Lebensunterhalt mit Werbeeinnahmen finanzieren, bringt eine Adpocalypse sie in finanzielle Nöte, sollten sie keine anderen Einnahmequellen haben.

In einer anderen Interpretation bedeutet „Adpokalypse“, dass der Untergang der Internet-Werbung stattfinden könnte.

Gründe für eine Adpocalypse (Adpokalypse)

Werbetreibende steuern ihre Werbeausgaben und achten auf das Umfeld in welchem ihre Werbeanzeigen angezeigt werden. Da auf großen Plattformen eigentlich eine generelle Monetarisierung von Inhalten erlaubt ist, führt dies dazu, dass Werbeanzeigen auch bei fragwürdigen oder kritischen Inhalten angezeigt werden können. Beispiele: Verschwörungstheorien, Darstellungen von Gewalt, politische Propaganda, anstößige Inhalte, sensible Inhalte, P18-Inhalte, Tierqäulerei, usw. Das bedeutet, dass fragwürdige bis indiskutable Inhalte von Plattformen fahrlässig finanziert werden können.

Plattformen, die weiterhin attraktiv für Werbetreibende bleiben wollen, achten deswegen auf ihre „Werbefreundlichkeit“. Dies bedeutet, dass sie Werbung nur bei bestimmten (harmloseren) Inhalten erlauben und das Schalten von Werbung für bestimmte Inhaltsarten ausschließen.

Diese Inhaltsarten können sein: Diskriminierung, Skandale, Waffen, Gewalt, Krieg, Personen, Schimpfwörter, Ü18-Inhalte, Ekel-Inhalte, Schock-Inhalte und weitere.

Bei der Regulierung, welche Inhalte montarisiert werden dürfen und welche nicht, geht es nicht um die Meinungsfreiheit und es geht auch nicht um Zensur. Die Inhalte können – wenn sie den Regeln der Plattform entsprechen und im Rahmen der Gesetze sind – bestehen bleiben, aber eben ohne Werbefinanzierung. (Kritiker argumentieren hier, dass damit die Vielfalt von Inhalten geringer wird und Publishern die Lebensgrundlage entzogen wird.)

Aufgrund der Menge an auf Plattformen hochgeladenen und veröffentlichten Inhalten findet keine händische Überprüfung statt, sondern eine automatische durch z.B. Algorithmen, Künstliche Intelligenz und Upload-Filter. Diese automatische Überprüfung ist fehleranfällig und nicht perfekt. Dies kann dazu führen, dass eigentlich unbedenkliche Inhalte von einer Monetarisierung ausgeschlossen werden. In der YouTube-Community ist dies ein großer Kritikpunkt.

Kritische Inhalte können den Plattformbetreibern auch gemeldet werden, mit der Bitte, dass eine Monetarisierung nicht mehr stattfindet oder die Inhalte von der Plattform genommen werden. (NetzDG!) Ein Missbrauch der Melde-Funktion ist hierbei nicht ausgeschlossen und es liegt in der Verantwortung der Plattformbetreiber dies zu erkennen.

Siehe: Uploadfilter

Adpocalypse: Wie Geld im Internet auf Plattformen verdient wird

Plattformen wie YouTube und andere verdienen Geld, wenn Werbung geschaltet wird. Dafür brauchen sie einerseits Werbetreibende, die Geld für Werbung ausgeben wollen und andererseits Menschen, die Inhalte veröffentlichen, die viele Rezipienten (Zuschauer, Leser, Zuhörer) erreichen. Um einen Anreiz zu schaffen, das Menschen zu Publishern werden und viele erfolgreiche Inhalte im Internet veröffentlichen, beteiligen Plattformen Publisher an den Umsätzen. Werbetreibende wollen ihre Werbung bei Inhalten platzieren, die (familien-)freundlich sind und ihrem Image dienen. Eine Platzierung bei fragwürdigen oder indiskutablen Inhalten ist nicht das Ziel – jedoch kann es eine Folge der automatischen Platzierung von Werbung sein.

Werbetreibende, Publisher und die Plattformen arbeiten hier zusammen. Die Plattformen bieten den Publishern finanzielle Anreize Inhalte zu veröffentlichen. Um Werbekunden kümmern sich die Plattformen, so dass Publisher sich nur auf ihre Inhalte konzentrieren können.

Die Regeln, welche Inhalte vergütet werden und nicht, legen die Plattformen fest. Die Publisher reagieren auf diese Regeln und passen sich an. Sie sind auf die Plattformbetreiber hier angewiesen. Ändern sich die Regeln, so kann sich das Verdienstmodell von Publishern ändern (oder es kann zusammenbrechen). Plattformen wie YouTube sind keine staatlichen Einrichtungen. Hinter ihnen stehen Unternehmen mit Gewinnabsichten. Schmälern sich ihre ihre Gewinne, weil Werbepartner abspringen, so reagieren die Unternehmen.

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