Was ist ein Minimum viable Product (MVP)? Bedeutung, Definition

Ein „Minimum viable Product“ (MVP) ist ein Produkt, dass mit sehr wenigen, wenn nicht sogar nur einem Feature auskommt und dazu dient Feedback von Kunden zusammeln.

Dieses Feedback von Kunden bildet die Grundlage für die Weiterentwicklung des Produktes. Hierbei geht es für Produktentwickler darum zu lernen, welche Bedürfnisse Kunden haben und wie diese mit dem Produkt befriedigt werden (können), sowie wie der Markt reagiert und welche Funktionien gewünscht sind.

Das Minimum viable Product ist ein fertiges Produkt und sollte als vollständiges Produkt betrachtet werden. Das bedeutet, dass Kunden ein funktionales und ansprechendes Produkt erhalten sollten.

Das Minimum viable Product kann mit einem Prototypen verglichen werden. Beide Produkte befinden sich im Entwicklungszyklus. Jedoch ist das MVP auf wenige bis eine Kernfunktionen reduziert, während der Prototyp noch ein unveröffentlichtes Produkt ist.

Vorteile des Minimum viable Product

Ein „Minimum viable Product“ ist günstiger als ein vollständig entwickeltes Produkt mit vielen Features und Eigenschaften. Es reduziert damit das Verlustrisiko falls das Produkt bei Kunden nicht gut ankommt, aufgrund von falschen oder fehlerhaften Annahmen der Produktentwickler. Für ein Minimum viable Product fallen keine vollständigen Entwicklungskosten, Marketing- und Vertriebskosten an.

Ein Minimum viable Product ist reduziert auf mindestens eine Kerneigenschaft. Wird das Minimum viable Product veröffentlicht, so geht es darum, zu prüfen, ob Kunden dieses Produkt interessiert und ob sie dafür Geld ausgeben wollen. Als potentielle Kunden sind meistens Early-Adopter gemeint, die Produkte schon sehr früh ausprobieren und sich auch für ein Produkt interessieren, dass noch in der Entwicklung ist.

Durch den frühen Kundenkontakt lernen Produktentwickler schnell, welche Features bei Kunden gewünscht sind und welche nicht. Dies gibt entscheidende Hinweise, wie und in welche Richtung das Produkt weiterentwickelt werden sollte.

Durch Feedback- und Entwicklungskreisläufe wird das Produkt immer weiter entwickelt. Kunden erhalten das Produkt und geben Feedback. Dieses Feedback werten Entwickler aus und entwickeln das Produkt weiter. Kunden geben erneut Feedback und der Kreislauf wiederholt sich.

Mit einem Minimum viable Product testen Produktentwickler einen Markt und können überprüfen, ob Nachfrage vorhanden ist. Es hilft auch die Gefahr zu reduzieren, dass ein Produkt an Kunden vorbei entwickelt wird; es also keinen Mehrwert für Kunden bietet.

Die Vorteile des Minimum viable Product zusammengefasst:

  • Geringer Kapitaleinsatz / Kosten sind reduziert / Ressourcen werden gespart
  • Geringes Verlustrisiko
  • Kundenfeedback wird sehr früh im Entwicklungszyklus eingeholt
  • Produktentwickler erhält wiederholt Feedback
  • Nachweis, dass ein Produkt gut oder schlecht ankommt
  • Einblick in Markt- und Kunden-Nachfrage (Nachweis von Nachfrage)

Beispiele für Minimum viable Products

Airbnb und Spotfiy

Bevor die Gründer von Airbnb mit ihrer App weltweit bekannt wurden, testeten sie die Vermietung von Zimmern. Sie vermieteten Zimmer ihrer eigenen Wohnung. Dafür richteten sie eine Webseite ein, sammelten Feedback und lernten, welche Form Airbnb annehmen sollte.

Bevor der Spotify-Gründer Daniel Ek Spotify zu einem internationalen Musikstreaming-Dienst ausbaute und auch Veträge mit den großen in der Musikindustrie schloss, teste er seine Idee in Schweden. In einer frühen Version von Spotify waren nur schwedische Künstler Teil des Dienstes und nur der schwedische Markt wurde anvisiert. Das funktionierte so gut, dass schnell die Weiterentwicklung und Internationalisierung folgte.

Landingpage für ein Produkt

Am einfachsten ist wohl eine Webseite mit einer Landingpage umzusetzen, auf der Interessenten ein Produkt kaufen können. Diese Webseite hat als einzigen Zweck das Produkt zu bewerben. Durch Werbekampagnen auf Facebook oder per Google Adwords werden Besucher auf die Webseite geleitet. Im Nachhinein können die Betreiber auswerten, wie viele Menschen das Produkt gesehen haben (Seitenbesucher) und wie viele gekauft haben.

Videospiele als Beta anbieten

Einige Videospieleentwickler erlauben Interessierten ihr Spiel schon zu spielen, wenn es noch nicht fertig entwickelt ist. Durch diesen frühen Kontakt können Spieletester früh Feedback geben und die Entwicklung des Spiels beeinflussen. Der Spieleentwickler erhält damit früh Unterstützung und Feedback und kann testen, wie und ob das Spiel ankommt.

App

Eine App mit einer oder wenigen Kernfunktionen wird veröffentlicht. Interessierte können diese testen und dann Feedback geben, wie sie die App bewerten. Außerdem erhalten App-Entwickler andere relevante Daten wie z.B. „tägliche Öffnungen der App“ oder „Wie oft öffnete jemand die App in einem Monat?“

Woher kommt das Wort „Minimum viable Product“ (MVP)? Wortherkunft

Den Ausdruck „Minimum viable Product“ prägte Frank Robinson im Jahr 2001. Durch die Lean-Startup-Ideen, Steve Blank und Eric Ries wurde der Ausdruck „Minimum viable Product“ verbreitet und bekannter.

Durch das Buch „The Lean Startup“ von Eric Ries verbreitete sich der Ausdruck Minimum viable Product rasant.

Was heißt „Minimum viable Product“ auf deutsch? Übersetzung

Das englische Adjektiv „viable“ heißt auf deutsch unter anderem:

  • brauchbar
  • existenzfähig
  • lebensfähig
  • machbar
  • praktikabel
  • umsetzbar

Mit „viable“ ist gemeint, dass ein Produkt Mehrwert für Kunden bieten muss. Dieser Mehrwert ist die Existenzberechtigung des Produktes. Fehlt der Mehrwert, braucht die Welt dieses Produkt nicht!

„Minimum“ steht dafür, dass die Eigenschaften und Features des MVP soweit reduziert werden, dass nur das Minimum – also der Kern – übrig bleibt. Auch bedeutet „Minimum“, dass sich die Kosten reduzieren bzw. die Kosten kleingehalten werden. Auf eine umfangreiche Entwicklungszeit und umfangreiche Features soll bewusst verzichtet werden.

In Kombination von „minimum“ und „viable“ sollte das Produkt also ein kostengünstiges und gutes Produkt sein. Kein billiges Produkt.

„Minimum viable Product“ heißt auf deutsch sinngemäß:

  • „Minimal existenzfähiges Produkt“
  • „Produkt mit minimaler Existenzfähigkeit“
  • „Kleinst möglichstes Produkt“
  • „Kleinst marktfähiges Produkt“

Anmerkung der Redaktion: Eine offizielle deutsche Übersetzung von MVP gibt es nicht. Dies sind nur Vorschläge der Redaktion.

Weitere Bedeutung von „Minimum viable Product“ (MVP)

„Minimum viable Product“ heißt die Pilotepisode und erste Folge der Serie „Silicon Valley“.

Minimum Viable Team

Ein „Minimum Viable Team“ ist die Idee, dass ein Team nur aus essentiellen und wichtigen Personen besteht. Diese haben klare Rollen und sind Experten auf ihrem Gebiet. Sie arbeiten alle zusammen an einem Ziel. Ihre Persönlichkeiten und Temperamente sind aufeinander abgestimmt bzw. ausgeglichen.

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