Was ist ein Flintenweib? Woher kommt der Begriff? Bedeutung, Herkunft, Definition

„Flintenweib“ ist heute in der deutschen Umgangssprache eine Bezeichnung für eine herrische, kompromisslose und rücksichtslose Frau, die ein großes EGO und in ihrer Beziehung das Sagen hat. Der Ausdruck „Flintenweib“ hat eine negative und abschätzige Konnotation. Ein Synonym für „Flintenweib“ ist „die hat Haare auf den Zähnen“ oder „Furie“.

Der Ausdruck „Flintenweib“ hat eine Herkunft, die überrascht. Denn in den 1940er Jahren wurden sowejtische Frauen, die für die Rote Armee kämpften als Feindbilder verwendet und von der NS-Propaganda als „Flintenweiber“ abschätzig betitelt.

Auch heute noch ist „Flintenweib“ eine abschätzige Bezeichnung für Frauen bei der Armee. Auch Frauen, die eine Waffe in der Hand halten, werden abschätzig als „Flintenweib“ bezeichnet.

Der Ausdruck „Flintenweib“ steht für eine veraltete Sicht auf die Geschlechter. Bei dieser Sicht ist es eben von Männern unerwünscht, dass Frauen Waffen benutzen oder kämpfen. Allgemeiner ist damit gemeint, dass eine Frau dominant ist und sich für ihre Ziele rücksichtslos einsetzt. Dies kann mit Ohnmachtsgefühlen bei Männern einhergehen.

Siehe auch: „Flinten-Uschi“ als Spottname für die deutsche Politikerin Ursula von der Leyen.

Woher kommt das Wort „Flintenweib“? Wortherkunft

Das „Flintenweib“ war ein Feindbild der Nazis in Nazideutschland. Sowjetische Frauen, die für die Rote Armee kämpften, wurden abschätzig als „Flintenweiber“ bezeichnet. Der Ausdruck hatte eine Konnotation, dass diese Frauen grausam, kaltherzig und eben überhaupt nicht sanft sowie feminin seien.

Die Flintenweib-Propaganda sollte deutsche Soldaten im Kampf anspornen, diesen Frauen zu besiegen, um dass „normale“ Geschlechterverhältnis wiederherzustellen. Für die NS-deutsche Propaganda galt nämlich, dass „Flintenweiber“ ein Zeichen dafür sind, dass im sowjetischen Reich das Verhältnis der Geschlechter gekippt sei. In Nazi-Deutschland kämpften Frauen nicht an der Front, sondern waren in Lazaretten, beim Roten Kreuz und als Sekretärinnen tätig. Frauen an der Front oder als Soldatinnen waren unter deutschen Soldaten kaum bis gar nicht akzeptiert.

Das „Flintenweib“ stellte eine Überschreitung der Geschlechterrollen dar. Denn hier fand eine Mischung der typisch männlichen und typisch weiblichen Rollen statt. Für einige Männer war es nicht denkbar, dass Frauen mit einer Waffe in der Hand kämpfen, sowie dass sie andere besiegen und dominieren.

Erstmalig tauchte der Ausdruck „Flintenweib“ Ende des Ersten Weltkrieges auf. Deutsche Soldaten, die gegen das russische Zarenreich kämpften, begegneten an der Front weiblichen Soldaten. Auch für sie war „Flintenweib“ schon ein abschätziger Begriff, der mit „Furie“ gleichgesetzt wurde.

Für die Rote Armee kämpften im Zweiten Weltkrieg bis zu eine Million Frau.

Viele sowjetische Frauen, die für den Rote Armee im Zweiten Weltkrieg kämpften, taten dies freiwillig. Einige wurden zwangsrekrutiert. Frauen, die Heim und Hof verließen, um an der Front ihre Heimat zu verteidigen, wurden bei der Rückkehr teils mit Missmut empfangen. Andere wurden als Heldinnen empfangen.

Weitere Bedeutung von Flintenweib

„Flintenweib“ ist ein Lied von Tanzpeitsche.

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