Was ist Delegitimierung? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist Delegitimierung, Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff Delegitimierung beschreibt allgemein formuliert Prozesse, die die Rechtmäßigkeit einer Sache in Frage stellen und Tatsachen bezweifeln. Die Legitimation einer Sache wird in diesem Prozess aufgehoben und nicht als rechtlich anerkannt. Meist taucht der Begriff im Kontext von Institutionen oder dem Staat auf und weist daher vor allem auf politischer Ebene eine besondere Relevanz auf.

Was bedeutet Legitimierung?

Bei der Betrachtung des Begriffs der Delegitimierung bedarf es zum besseren Verständnis des Begriffs den des Begriff “Legitimierung”, der das Gegenstück zur Delegitimierung darstellt, genaueren Betrachtungen zu unterziehen.

Unter dem Begriff der Legitimierung wird im Gegensatz zur Delegitimierung im Allgemeinen die Rechtfertigung und Begründung von bestehenden Ordnungen und Regeln bezeichnet. Im Kontext von Staatsprozessen versteht sich hierunter die Rechtfertigung des Staates auf der Ebene seiner Handlungsprozesse.

Was passiert bei der Delegitimierung? Wie ist der Begriff der Delegitimierung im Verlauf der Geschichte entstanden?

Im Prozess der Delegitimierung bilden sich häufig soziale Kategorien heraus, die von gesellschaftlichen Prozessen und Abläufen ausgeschlossen sind (Randgruppen, die sich mit einem bestimmten Thema beschäftigen).
In Jahr 1975 wurde der Begriff der Delegitimierung zu einem Modewort, das heißt es erfreute sich zunehmender Verwendung. Erstmal tauchte der Begriff auf, als der damalige US Botschafter Daniel Patrick Moynihan bei den Vereinten Nationen Israel als Opfer der Delegitimierung durch das internationale Gremium beschuldigte. Im Jahr 2011 Griff der damalige US Präsident Barack Obama den Begriff erneut in einer seiner Reden auf und brachte den Begriff damit wieder in den allgemeinen Sprachgebrauch und das Gedächtnis.

Aktuelle Beispiele für Delegitimierungsprozesse in der Neuzeit:

Das wohl aktuellste Beispiel für staatliche Delegitimierungsprozesse stellt die Querdenker Bewegung im Zuge des Verlaufs der Corona Pandemie dar. Anhänger dieser Bewegung lassen sich weder den bekannten Randgruppen Links- bzw. Rechtsextremismus noch dem Islamismus zuordnen und stellen daher eine bis dato neue Kategorie von Delegitimierungsprozessen im Rahmen der Soziologie der Gesellschaft dar. Zusammengefasst wird das Handeln dieser Gruppe der Delegitimierung unter dem Begriff „Verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates“. Im Rahmen dieser Form von Delegitimierung wird die staatliche Informationsweitergabe über die Medien an das Volk in Frage gestellt.

Konkret: Die Existenz des Covid-Virus wird delegitimiert, also in Zweifel gebracht, wenngleich die Faktenlage (unzählige Todefälle und Infektionen seit Ausbruch des Virus erstmalig in China) diese Annahme deutlich widerlegen und mit Fakten unterfüttern.

Was sind die Ziele der Querdenker Bewegung im Zuge der staatlichen Delegitimierung?

Die Querdenker Bewegung lehnt sämtliche von der Politik zum Zwecke der Eindämmung der Pandemie getroffenen Maßnahmen ab. Sie fordert die Inhaftierung diverser namhafter Parteispitzen und versteht sich im Zuge von Demonstrationen als Freiheitsbewegung. Über die soziologische Zusammensetzung ist bisher aufgrund fehlender Untersuchungen noch sehr wenig bekannt. Bekannt hingegen ist jedoch, dass die Anhänger eben dieser Bewegung über nur sehr wenig Vertrauen in Politik, Institutionen und Gesellschaft verfügen. Sie unterstellen der Politik aufgrund der im Verlauf der Corona Krise getroffenen Maßnahmen den Verstoß gegen die Grundgesetz geregelten persönlichen Rechte des Menschen und fordern die sofortige Aufhebung sämtlicher getroffener Einschränkungen zur Wiederherstellung der alten Ordnung in der Gesellschaft, da sie sich von den Maßnahmen in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt und von der Anwendung des Infektionsschutzgesetz (bei der Umsetzung der praktizierten Maßnahmen)in ihrer Freiheit beschnitten.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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