Was ist Co-Living? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist Co-Living, Bedeutung, Definition, Erklärung


Co-Living ist ein Wohnkonzept, bei dem mehrere, oft junge Menschen Arbeits- und Wohngemeinschaft miteinander verbinden. Diese Wohnform weist Ähnlichkeiten zur klassischen Wohngemeinschaft auf, unterscheidet sich aber in mehrere Punkten von dieser. Zum einen sind auf das Co-Living ausgerichtete Wohnungen in den meisten Fällen voll möbliert. Sie bieten einen hohen Standard. Die Idee ist, den Bewohnern so viel Aufwand wie möglich abzunehmen, um ihnen den Fokus auf die eigene Arbeit zu erleichtern. Deshalb gehört zu diesem Wohnen häufig ein hohes Maß an Service durch Vermieter.

Der gemeinschaftlich genutzte Wohnbereich ist zudem so eingerichtet, dass eine Arbeitsatmosphäre entsteht. Der Wohnbereich soll gemeinsames Arbeiten fördern und vor allem kreative Ideen inspirieren. Diese Form des modernen Arbeitsplatzes wird auch Co-Working-Space genannt. Daher ist Co-Living eine Wohnform, die häufig von Menschen in Anspruch genommen wird, die digital oder freiberuflich tätig sind. Dazu gehören unter anderem Schriftsteller, freie Schaffende, Künstler, digitale Nomaden, sowie Computer- und Softwareentwickler.

Was ist Co-Living? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Begriff Co-Living setzt sich aus zwei englischen Wörtern zusammen. Dabei steht das Kürzel Co für Community. Community bedeutet auf deutsch Gemeinschaft. Das Wort steht auch für den Begriff Gemeinwesen. In diesem speziellen Fall liegt die Betonung bei Community auf der Bedeutung Lebensgemeinschaft. Der Begriff Living kann zum einen allgemein mit Leben übersetzt werden. Zum anderen ist damit aber auch der Lebensunterhalt gemeint. Mit dem Begriff Co-Living wird also betont, dass Menschen zusammenleben, die ähnliche Tätigkeiten ausüben, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Der angesprochene Gemeinsinn entsteht durch dieselben Interessen, die diese Menschen beruflich verfolgen, aber auch ähnliche Hobbys, die sie privat betreiben.

Wie funktioniert Co-Living? Erklärung, Konzepte

Beim Co-Living deckt der Mietpreis für ein Zimmer mit gemeinschaftlich genutztem Wohnraum neben der Kaltmiete, der Möblierung und der Warmhaltung (Strom, Gas, Wasser, Heizung) in der Regel zusätzliche Leistungen mit ab, die bei herkömmlichen Wohnkonzepten häufig von Mietern selbst übernommen werden. Dazu zählt vor allem ein Reinigungsservice, der Bewohnern einen sonst zentralen Aspekt der Haushaltsführung abnimmt. Hinzu kommen die Bereitstellung von W-LAN, das Bezahlen von Rundfunkgebühren und die unkomplizierte Übernahme von Reparaturen durch Vermieter. Deshalb wird das Co-Living-Konzept häufig auch mit einer Art Hotel verglichen.

Eine einheitliche Definition für Co-Living gibt es jedoch nicht. Einige Co-Living-Wohnungen sind auf langfristiges Bewohnen durch Mitarbeiter von Start-Ups angelegt. Andere wiederum sind so gestaltet, dass ein reger Wechsel von Bewohnern stattfinden kann. Diese können dann jederzeit ausziehen, da sie nichts mitbringen müssen. Genauso einfach können neue Bewohner unkompliziert einziehen. Die komfortable Situation beim Co-Living führt, gegenüber den Kosten für ein Zimmer in Wohngemeinschaften, zu höheren Mietpreisen.

Zielgruppe: Wer macht Co-Living?

Co-Living eignet sich aufgrund des Prinzips und der höheren Kosten besonders gut für Selbstständige, die projektgebunden regelmäßig in einer anderen Stadt arbeiten. Aber nicht nur junge Berufstätige nehmen das Co-Living in Anspruch. Vielmehr ist das Konzept auch für viele Studierende aus dem Ausland interessant, da es den Kontakt zu Studierenden derselben Fachrichtung erleichtert. Studierende, die nur ein Auslandssemester absolvieren, welches sechs Monate umfasst, sparen sich die Kosten und Aufwendungen für einen Umzug, den sie sonst zweimal in einem halben Jahr durchführen müssten. Für Start-Up Unternehmen ist das Co-Living ebenfalls geeignet. Die Mitarbeiter des Start-Up können sich durch das zielgerichtete Zusammenleben an dem zeitintensiven Aufbau eines Unternehmen beteiligen, ohne auf soziales Zusammenleben verzichten zu müssen.

Die Vorteile beim Co-Living

Der Wohnbereich ist sozialer Lebensraum und funktionales Büro in einem. Der Schlafbereich bietet die Möglichkeit, sich zurückzuziehen. Die Nähe von beidem ermöglicht das flexible Wechseln zwischen Privatsphäre und Arbeit. So werden Zeit und Anstrengung gespart, die sonst für das Vorbereiten von Speisen und den Weg zur Arbeit aufgewendet werden müssten. Diese Energie kann stattdessen in die Verwirklichung kreativer Ideen gesteckt werden. Anders als in vielen Büros, in denen Mitarbeiter einen eigenen Arbeitsbereich alleine managen, kommt es beim Co-Living verstärkt zu gegenseitiger Motivation und Unterstützung der Bewohner untereinander.

Die Nachteile beim Co-Living

Durch die Aufhebung der klassischen Trennung von Arbeitsstätte und Wohnraum können vereinzelt negative Effekte auftreten. Es fehlt zum Beispiel die Möglichkeit, hin und wieder komplett alleine zu sein. Dadurch entsteht manchmal ein hohes Maß an Stressbelastung. Viele Menschen, die Co-Living betreiben, legen zum Ausgleich Wert auf Gesundheit, Freizeit und sportliche Betätigung. Deshalb finden sich Co-Living-Wohnungen in der Regel in urbanen Gegenden, also in zentraler Lage in Städten und Großstädten. Dort gibt es Zugang zu Fitnessstudios, Freizeitstätten, sowie Gastronomieangeboten.

Co-Living aus Sicht von Vermietern

Da der Stellenwert von digitalen Dienstleistungsangeboten in der Gesellschaft zunimmt und immer mehr junge Menschen den als altmodisch empfundenen, täglichen Gang ins Büro vermeiden möchten, ist Co-Living ein interessantes Investitionsfeld für Eigentümer und Vermieter. Vor allem leerstehende Gewerbeobjekte in zentraler Großstadtlage lassen sich zu Co-Living-Objekten umwandeln. Eigentümer und Vermieter müssen dazu jedoch bestimmte Auflagen erfüllen. Deutsche Gesetze schreiben zum Beispiel Mindestgrößen für Arbeitsplätze vor, die auch beim Co-Living eingehalten werden müssen. Mit dem Interesse an Co-Living steigt deshalb auch die Anzahl von Immobilienmaklern, die sich auf die Bau- und Sicherheitsanforderungen für die Gestaltung von Co-Living-Wohnungen spezialisieren.

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