Was bedeutet „Unorthodox“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was bedeutet Unorthodox, Bedeutung, Definition, Erklärung


Unorthodox ist das Gegenteil von orthodox. Das Wort stammt aus der altgriechischen Sprache. Es setzt sich aus „orthós“ für „richtig“ (oder „geradlinig“) und „ dóxa“ für „Meinung“ (oder „Glaube“) zusammen.

Was bedeutet „Unorthodox“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Der Begriff kann insgesamt mit strenggläubig oder etwas freier auch als verschlossen, verbissen, unflexibel und auf das Rechthaben beharrend definiert werden. Orthodoxie ist der strikte, eingleisige Glaube an irgendetwas, der neben sich nichts anderes zulässt.

Unorthodox ist eine Person oder Handlung, wenn sie von dieser sturen Geradlinigkeit abweicht.

Man spricht von „unorthodoxen Meinungen“, wenn diese nicht dem gängigen gesellschaftlichen, religiösen oder politischen Überzeugungen entsprechen.

Ein „unorthodoxes Vorgehen“ bezeichnet Lösungswege, die bisher nicht beschritten wurden oder als sonderbar galten. Menschen, die so handeln, verlassen den Mainstream und folgen ihrem eigenen, festen Glauben.

Orthodox bzw. unorthodox wird immer dann verwendet, wenn es um grundsätzliche Glaubensdinge oder Überzeugungen geht. Manchmal wird auch die gängige Lehrmeinung mit Orthodoxie gleichgesetzt.

Unorthodoxe Menschen sind mit Leib und Seele so. Ihre Meinung und ihr ganz eigener Glaube sagt ihnen etwas anders – und so verhalten sie sich dann auch. Ganz anders als „Verrückte“ oder „Pioniere“ schwimmen unorthodoxe Menschen meistens gegen den fast überwältigenden Strom der orthodoxen. Das passiert beispielsweise dann, wenn ein Universitätsprofessor an einem ansonsten konservativen Institut neue Lehrmeinungen vertritt.

Im bekannten Hollywoodfilm „Der Club der toten Dichter“ (1998) mit Robin Williams spiele dieser einen aufgeschlossenen Lehrer. Er versuchte an einer konservativen Schule, an der bisher ausschließlich mit orthodoxen Methoden gelehrt wurde, neue Methoden zu etablieren. Das allerdings mit wenig Erfolg. Seine „freien“ Methoden wurden als „unorthodox“ bezeichnet und vom Kollegium abgelehnt.

Hätte der Lehrer seinen Freunden von seinem Vorhaben erzählt, hätten diese wahrscheinlich gesagt, er sei „verrückt“. Als Pionier hätten ihn am ehesten aufgeschlossene Außenstehende betrachtet. Doch innerhalb der Schule und des geltenden Glaubenssystems wurde er als „unorthodox“ bezeichnet.

Orthodoxie und die Religion

Im Osten Europas haben sich die orthodoxen Kirchen gebildet. Die griechisch-orthodoxe Kirche spaltete sich irgendwann von der katholischen ab. Daneben gibt es noch die russisch-orthodoxe Kirche und einige weitere, kleinere.

Die Abspaltung geschah ähnlich wie bei Katholiken und Protestanten aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über Glaubensgrundsätze. Im Kern basieren die östlichen orthodoxen Kirchen auch auf der Bibel.

Die orthodoxen Kirchen gelten bis heute als strenger, sie betreiben einen intensiveren Heiligenkult (Ikonenverehrung) und haben ältere Richtlinien. Den Namen „orthodox“ gaben sie sich selbst, weil sie der Meinung waren, den einzig richtigen Glauben gefunden zu haben.

Hier besteht auf den ersten Blick eine kleine Übereinstimmung mit den religiösen Fanatikern. Allerdings sind die orthodoxen Kirchen und Gläubigen friedlich. Fanatiker dagegen fallen besonders durch übergriffige Aggression Andersgläubigen gegenüber auf.

Orthodoxe Juden sind der besonders strenggläubige Teil des Judentums. Man erkennt diese Menschen an ihrer typischen Tracht. Sie tragen stets weiße Hemden und schwarze Hosen sowie Westen. Dazu haben sie links und rechts an den Ohren eine Haarlocke stehen. Diese Tracht hat sich seit Jahrhunderten kaum verändert. Neben dem Aussehen folgen sie einem strengen Verhaltenskodex. Es ist bezeichnend für Orthodoxie, dass jeglicher Fortschritt und Veränderungen abgelehnt werden.

Ein unorthodoxer Jude wäre einer, der dieser Strenggläubigkeit nicht folgt, sich aber in deren Umfeld bewegt.

Im religiösen oder politischen Kontext ist orthodox strenger als konservativ. Im Konservatismus gibt es eine deutliche Bewegung. Auch die versucht, alte Überzeugungen innerhalb der Entwicklung zu bewahren. Der nächste Schritt wäre liberal, wo eine vollkommene Toleranz und Öffnung Neuen gegenüber vorhanden ist.

Weitere Bedeutung von Unorthodox

„Unorthodox“ ist der Name eines Buch von Deborah Feldman und einer Netflix-Serien-Adaption. Die Handlung von „Unorthodox“ ist, dass die junge Jüdin Esther „Esty“ Shapiro aus ihrem jüdisch-orthodoxen Leben im New Yorker Stadtteil Williamsburg nach Berlin in Deutschland flieht. In Berlin lernt sie das Leben neu kennen. Sie lernt neue Freiheiten und eine neue Welt kennen.

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