Was bedeutet „Performative Male“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was bedeutet Performative Male, Bedeutung, Definition, Erklärung


Als „performative Male“ werden Männer bezeichnet, die bewusst weibliche, woke oder feministische Dinge tun in der Hoffnung, dass Frauen sie dadurch sympathischer finden und mögen.

Das Wort „performative“ wird mit „darstellen(d)“ übersetzt. Beim „Performative Male“ geht es darum, dass diese Männer etwas darstellen, weil sie sich dadurch etwas erhoffen. (Erinnert an das Pick-me-Girl und den Nice Guy.) Sie tun also nur so als ob.

„Performative Male“ ist ein Social-Media-Trend, der 2025 populär wurde.

Ein anderer Ausdruck für „Performative Male“ ist „Matcha Male“ oder Matcha Man“.

„Performative Male“: Accessoires, Bedeutung, Definition, Erklärung

Laut Social Media erkennt man einen „Performative Male“ an folgenden Eigenschaften bzw. Handlungen:

  • Er wirkt feministisch und woke.
  • Er liest Bücher von Bell Hooks (Alles über Liebe) oder Sally Rooney.
  • Er hat lakierte Fingernägel.
  • Er trägt Perlenkette.
  • Er hört Künstler wie Clairo, Laufey und Beabadoobee.
  • Er trinkt Matcha Latte.
  • Er mag Labubu.
  • Er schaut Reality TV.
  • Er interessiert sich für Astrologie.

Die „Performative Male“ tun Dinge aus der oben genannten Liste, nur weil Frauen sie auch tun und sie tun diese Dinge in der Hoffnung, dass Frauen sie dadurch sympathischer finden.

Meinung der Redaktion: Performative Male

Der „Performative Male“ ist eine Spielart des Nice Guy. Als Nice Guy werden Männer bezeichnet, die nur nett zu Frauen sind, weil sie sich für ihre Nettigkeit Intimität mit Frauen erhoffen. Sie haben also einen Hintergedanken und dieser ist: Ich tue etwas für andere, also müssen andere auch etwas für mich tun. Aber diese Logik geht nicht auf. Denn nur, weil man nett zu anderen ist, heißt das nicht, dass diese einen Gefallen erwidern müssen.

Der „Performative Male“ macht es nicht anders. Er stellt etwas dar, weil er gemocht werden möchte und weil er sich letztlich auch Intimität erhofft.

Das Grundproblem bleibt erhalten und es ist das gleiche. Die „Performative Male“ legen ein bestimmtes Verhalten an den Tag, weil sie sich dadurch Aufmerksamkeit und Anerkennung erhoffen, ABER das entspricht gar nicht ihrer Persönlichkeit oder ihrem Charakter. Deswegen kann man dem „Performative Male“ Unehrlichkeit und Hintergedanken unterstellen.

In anderen Worten: „Performative Male“ geben sich demonstrativ feministisch und woke, aber das ist nur Fassade. Sie wollen gemocht werden – nicht, weil sie wirklich hinter diesen Haltungen stehen, sondern weil sie glauben, dass sie dadurch leichter Zugang zu Frauen bekommen.

Kritik am „Performative Male“

Es gibt zwei offensichtliche Kritikpunkte am „Performative Male“:

Er untergräbt die Ernsthaftigkeit von Themen wie Feminismus, Gleichberechtigung und Diversität. Denn, wenn Männer diese Themen nur aufgreifen, um etwas darzustellen, dann sind ihre artikulierten Überzeugungen wertlos. Sie sind lediglich ein Werbeinstrument bzw. eine Marketing-Strategie um die eigene Einsamkeit zu lindern und für den eigenen Wunsch nach Intimität.

Diese Selbstdarstellerei ist leicht zu durchschauen. Denn performative Males stehen für nichts. Sie mögen Überzeugungen artikulieren, aber sie werden für diese nicht einstehen und diese auch nicht verteidigen.

Ein „Performative Male“ unterscheidet sich also von Männern, die tatsächlich feministisch eingestellt sind. Echte Überzeugungen entstehen aus innerer Haltung, nicht aus Kalkül. Ein darstellender (performativer) Ansatz dagegen wirkt unauthentisch, gestellt und durchschaubar. Das führt dazu, dass diese Männer genau das Gegenteil erreichen: Sie wirken unecht, aufgesetzt und falsch. (Daher auch der Social Media Trend!)

Der „Performative Male“ ist aber auch ein Ausdruck der Unsicherheiten moderner Männer in Bezug auf Männlichkeit. Denn er ist der Gegenentwurf zum“ Alpha Male“. Der „Performative Male“ kann hier als Überanpassung für orientierungslose Männer gewertet werden. Sie imitieren lieber weiblich, woke oder feministisch kodierte Verhaltensweisen, um ihren Platz in der Gesellschaft zu finden.

Fazit: Performative Male

Der „Performative Male“ ist Ausdruck der gesellschaftlichen Entwicklung. Er steht für den missglückten Versuch, zwischen alten Rollenbildern und neuen Erwartungen einen Platz zu finden. Leider ist der Ansatz komplett falsch: Denn statt Authentizität, ist Darstellung im Sinne von „so tun als ob“ die vermeintliche Lösung.

Der „Performative Male“ bleibt damit eine unehrliche Figur. Er will als Person gemocht werden. Doch das einzige, was er anbietet, ist eine Rolle, Fassade und Darstellung. Das war noch nie genug und es war nie eine Dauerlösung. Denn alle Fassaden brechen früher oder später zusammen.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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