Was bedeutet „Kopfkarussel“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was bedeutet Kopfkarussel, Bedeutung, Definition, Erklärung


Die Betriebsfeier ist zu Ende und Sie liegen weit nach Mitternacht im Bett und möchten einschlafen. Doch so wirklich wollen Sie nicht in den Schlaf finden, denn zu viele Fragen beschäftigen Sie: „Habe ich beim Gespräch mit dem Chef zu kurz angebunden reagiert und was, wenn er wegen meiner flapsigen Bemerkung nach dem dritten Glas Sekt negativ über mich denkt?“

Ertappen Sie sich häufig in einer solchen Situation wieder, dass Sie eigentlich abschalten wollen aber die Gedanken Sie nicht in Ruhe lassen? Falls ja, dann ist der nachfolgende Artikel genau der richtige für Sie. Es geht um die Frage, was man unter einem „Kopfkarussell“ versteht und wie es sich äußert. Außerdem werden Ratschläge erteilt, was Sie dagegen unternehmen können. Eine Analyse.

(1) Was bedeutet „Kopfkarussel“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Beginnen wir der Reihe nach: Ein Karussell – welch schwieriges Wort – ist wohl allen von uns ein Begriff. Ein Hin und Her wie auf der Kirmes. Hektische und schnelle Bewegungen assoziieren die meisten Menschen damit, außerdem Stress und Abenteuer. Das Karussell auf der Kirmes hat jenem im Kopf einen entscheidenden Vorteil: es wird bewusst zur Unterhaltung als spaßvolle Freizeitaktivität aufgesucht. Ein Kopfkarussell findet unwillkürlich und zwanghaft statt, es besitzt quälenden Charakter. Es handelt sich bildlich dargestellt um ein Karussell, welches in Gedanken abläuft.

(2) Wenn die Gedanken verrückt spielen

In erster Linie spielt sich das „Kopfkarussell“ auf mentaler Ebene ab. Ein nicht enden wollendes Grübeln, besonders in den späten Abendstunden, wenn die Müdigkeit einsetzt, ist geradezu typisch für Betroffene. Das Schlimme an der Sache ist die Tatsache, dass solche Gedanken dazu neigen, immer wieder aufzutreten. Ein zwanghaftes Wachliegen ist die Folge. Dieses Gedankenkarussell hat seinen Ursprung in Erlebnissen, Erfahrungen und häufig auch einer Unfähigkeit, mit dem Alltagsstress umzugehen. Solbad Ihnen Ihre Gedanken den Schlaf rauben, muss von einer ernstzunehmenden Störung des persönlichen Wohlbefindens ausgegangen werden.

(3) Kopfkarussel: Noch normal oder bereits krankhaft?

Inwiefern ein solches Grübeln bereits krankhaften Charakter besitzt, ist nicht einfach zu beantworten oder um es anders zu formulieren: Die Grenzen zwischen gesundem und krankhaftem Verhalten verlaufen fließend. Jeder wird von Zeit zu Zeit von negativen Gedanken gequält. Diese Tatsache alleine macht noch kein mentales Problem aus. Die Häufigkeit und Intensität der Gedanken allerdings schon. Wer sich nur gelegentlich schwer tut, in den Schlaf zu finden, braucht sich beileibe keine Sorgen zu machen. Die „Härtefälle“ sind aber leider keine Ausnahme, denn immer mehr Menschen – unabhängig ihres Alters oder Geschlechts – leiden unter Schlafstörungen. Damit verbunden sind praktisch immer Grübeleien und Stress. Aus diesen Fängen entkommen nur wenige Menschen ohne fremde Hilfe, denn nach einiger Zeit entwickelt sich ein wahrer Teufelskreis aus Gedanken und den daraus resultierenden Folgen.

(4) Gesellschaftliche Gründe

Die oben erwähnte große Zahl Betroffener kommt nicht von ungefähr: Unsere Gesellschaft ist eine Leistungsgesellschaft und als solche werden Schwächen und Kranke nicht toleriert. Ein „Kopfkarussell“ ist im Grunde genommen eine „Nachwehe“ des Alltags. Sämtliche unverarbeiteten Gefühle brechen sich Bahn und dies immer dann, wenn eigentlich Entspannung an deren Stelle treten sollte. Die Grübeleien bestehen aus Sorgen und Ängsten, sie sind wie der Schatten eines selbst, der einen immer wieder einholt. Das hektische Alltagsleben und die immer weiter fortschreitende Globalisierung geben wenig Anlass zur Hoffnung. Ob im privaten oder beruflichen Umfeld, Grübeleien gab es schon immer und wird es immer geben.

(5) Kopfkarussel: Die Rolle der Sozialen Medien

Unser moderner Lebensstil ermöglicht uns viele Chancen, doch die Kehrseite der Medaille zeigt uns auf, wie sehr der alltägliche Stress auf das Nervenkostüm der Menschen schlägt. Studien belegen einen klaren Zusammenhang zwischen Depressionen beziehungsweise Angststörungen und dem übermäßigen Konsum sozialer Medien. Das ständige Vergleichen mit anderen – Freunden oder Arbeitskollegen – kaum etwas hält uns unsere eigenen Schwächen deutlicher vor Augen als die perfekt inszenierte Welt unserer Mitmenschen in den sozialen Medien. Ein enormer Erwartungsdruck entsteht auf sämtlichen sozialen und beruflichen Ebenen. Wer hat das schönste Auto? Wer die hübscheste Freundin und wessen Schuhe passen am besten zum Kleid? Wer sich in einem permanenten Wettbewerb zu anderen sieht, bekommt früher oder später gesundheitliche Probleme. Das „Kopfkarussell“ kann den Beginn dieser Probleme kennzeichnen, es kann aber genauso eine Phase sein, die von alleine vergeht.

(6) Karussell abstellen – aber wie?

Die wohl interessanteste Frage bezieht sich auf mögliche Lösungsansätze. Viele Betroffene versuchen – aus verständlichen Gründen – den quälenden Gedanken zu entkommen, zumeist ohne Erfolg. Ein Lösungsansatz wäre das bewusste Wahrnehmen dieser negativen Gedanken, denn sie wollen einem zwangsläufig etwas mitteilen. Ein Bekämpfen der Gedanken führt in der Regel zur Verschlimmerung der Situation, daher sollten sie als zu einem selbst gehörig wahrgenommen und als gegenwärtigen Zustand akzeptiert werden. Auch das viel zitierte „positive Danken“ ist nicht unbedingt ein guter Rat, denn dieses Vorhaben ist nicht selten zum Scheitern verurteilt, da Grübeleien nicht einfach durch ein positives Zureden verschwinden, hierbei handelt es sich um unrealistisches Wunschdenken. Als zweiter Schritt auf dem Weg zur Verbesserung der persönlichen Situation ist eine gewisse Distanz zu den eigenen Gedanken zu wahren, damit diese nicht mehr so überaus belastend wahrgenommen werden. Zu guter Letzt sollten die Gedanken mit der Realität abgeglichen werden.

Bedeutung: Kopfkarussel

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein sogenanntes „Kopfkarussell“ ein Massenphänomen innerhalb der Gesellschaft darstellt und unter sozio-kulturellen Aspekten erörtert werden muss. Die Gründe dafür können wie beschrieben vielfältiger Natur sein und auch nicht jeder, der grübelt, braucht Hilfe. Ein ausgewogener Lebensstil mit Bewegung und gesunder Ernährung können als grundlegende Tipps zu den bereits oben genannten hinzugefügt werden. Manchmal hilft es auch, seine Gedanken niederzuschreiben und sich nur im Hier und Jetzt zu bewegen. Grundlegend kann man ein häufiges Grübeln als Zeichen betrachten, etwas an seinen alten Gewohnheiten zu ändern. Die Gesundheit ist das größte Gut des Menschen und allein darum lohnt es sich, für sie zu kämpfen. In den meisten Fällen können innere Konflikte nur von einem selbst gelöst werden. Jeder Mensch kann sich verändern oder seine Lebensumstände bis zu einem gewissen Grad selbst beeinflussen. Dieses Wissen kann Mut machen, wenn es darum geht, in eine bessere Zukunft zu blicken. Wer das „Kopfkarussell“ als wichtigen Hinweis erkennt und die richtigen Schlüsse daraus zieht, hat einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht.

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