Warum müssen wir schlafen? Erklärung, Gründe

Warum müssen wir schlafen, Erklärung, Gründe


Jeder Mensch verbringt von seinem Leben ein Drittel beim Schlafen. Beim Schlafen ist der Mensch absolut wehr- und schutzlos. Jede Nacht bringt unser Körper uns in diese Situation. Die zur Außenwelt bestehende Verbindung wird im Schlaf komplett gekappt. Wir sind abgeschnitten von allem, was um uns herum passiert und verlieren uns in unseren Träumen. Hätte dieser Zustand nicht lebenswichtige Funktionen, so wäre er der größte Fehler der Evolution. Zu keiner Zeit sind Mensch oder Tiere schutzloser, als wenn sie schlafen.

Der Mensch ist darüber hinaus das Lebewesen, welches am tiefsten Schlafen kann. Befindet sich ein Mensch in seiner gewohnten Umgebung im Tiefschlaf, so bedarf es schon lauter Geräusche, um ihn aus diesem zu wecken.

Warum bringt der Körper sich absichtlich in so eine Situation? Was ist an dem Schlaf für den menschlichen Körper so wichtig?

Warum müssen wir Menschen also schlafen? Hier sind die Gründe

Für einige Körperfunktionen ist ausreichender Schlaf unentbehrlich. Dies betrifft die Gedächtnisbildung, Heilung und Immunabwehr.

Der Ursprung vom Schlafbedürfnis liegt vermutlich darin, dass durch die Erde ein bestimmter Rhythmus vorgegeben wird. Denn am Tag ist es hell und in der Nacht ist es dunkel. Tiere, Pflanzen, alles Leben auf der Erde ist diesem Rhythmus unterworfen. So auch wir Menschen.

Der Mensch ist tagaktiv. Gerade aufgrund der nachtaktiven Raubtiere war es für den Menschen sinnvoll, sich nachts zurückzuziehen und regungslos zu verharren.

Das wird allerdings nicht die einige Ursache für das universelle Bedürfnis nach Schlaf sein. Schließlich funktioniert der Schlaf problemlos auch tagsüber.

Unterschiedliche Schlafrhythmen und ihre Ursachen

Die unterschiedlichen Schlafrhythmen liegen in der Urzeit begründet. Nach einer Nacht im fremdem Bett fühlen sich viele wie gerädert. Denn die linke Hirnhälfte ruht nicht wirklich, sondern verharrt in einer Habachtstellung. Die ungewohnte Umgebung lässt das Hirn nicht richtig zur Ruhe kommen. Der Schläfer wird in diesem Fall schneller und leichter wach. Dieser Schutzmechanismus hat sicherlich einigen Menschen das Leben gerettet. An einem fremden Ort können unbekannte Gefahren drohen. Daher schaltet das Hirn im Schlaf nicht richtig ab, sondern bleibt in einer vorsichtigen Position.

Auch unterschiedliches Schlafverhalten hat einen tieferen Nutzen. Es gibt im Schlafverhalten Lerchen (werden früh wach) und Eulen (bleiben lange wach). So ist im Zweifelsfall in einer Gruppe immer jemand da, der im Notfall Alarm schlagen konnte und die jeweils andere Gruppe wecken konnte.

Der Mensch benötigt sechs bis acht Stunden Schlaf. Andere Tiere benötigen deutlich mehr Schlaf, beispielsweise die kleine Taschenmaus mit 20 Stunden. Andere deutlich weniger, wie beispielsweise Giraffen. Diese benötigen nur zwei Stunden Schlaf.

Doch egal wie oft und wie lange, mit einer oder beiden Hirnhälften – genügend Schlaf benötigen alle Lebewesen.

Warum wir Schlaf brauchen: Schwächung der Immunabwehr aus Schlafmangel

Energiesparen ist ein Grund für den Schlaf, aber sicherlich nicht der Hauptgrund. Forscher sind davon überzeugt, dass Lebewesen sterben, wenn sie nicht schlafen. Experimentell nachgewiesen ist dies nicht. Von Ratten ist allerdings bekannt, dass nach zwei schlaflosen Wochen ihr Immunsystem zusammenbricht.

Ein Beweis dafür ist eine bei Menschen auftretende Erbkrankheit. Diese verursacht schwere Schlafstörungen. Die Krankheit verläuft immer tödlich. Nach wenigen Monaten sterben die Betroffenen, viele an Lungenentzündung.


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Im Schlaf formiert sich die Körperabwehr neu. Wer nicht schläft, hat keine Chance dazu. Daher die Todesursache Lungenentzündung. Die körperlichen Abwehrkräfte haben aufgrund des Schlafmangels dieser Krankheit nichts entgegenzusetzen.

Auch eine Partynacht schwächt das Immunsystem bereits. Vorher verabreichte Impfungen wirken deutlich schwächer, als wenn die Nacht beim Schlafen verbracht wird.

Im Schlaf werden auch Wachstumshormone produziert, sowie Schäden am Körper repariert. Wunden heilen im Schlaf schneller als im wachen Zustand. Das Gehirn benötigt den Schlaf, um „Müll“ abzustoßen.

Bei chronischem Schlafmangel neigen die Patienten zu Stoffwechselstörungen, Übergewicht, Blutdruck und erkranken zudem häufiger an Krebs.

Nachts weiten sich die Zwischenräume unserer Zellen. Außerdem werden schädliche Stoffwechselprodukte, die am Tag entstehen, aus dem Körper herausgeschwemmt.

Das Langzeitgedächtnis im Schlaf

All diese Vorteile erklären allerdings nicht, warum im Schlaf das Bewusstsein verloren wird. Gedächtnisforscher sind der Meinung, dies liegt an der Bildung des Gedächtnisses im Schlaf. Versuche haben diese Theorie bestätigt. Vor allem beim Tiefschlaf verfestigen sich die Erinnerungen und Eindrücke.

Im Verlaufe eines Tages durchleben wir unzählige Sinneseindrücke. Diese werden im Kurzzeitspeicher vom Gehirn abgespeichert. Beim Schlafen werden diese dann im Langzeitgedächtnis verankert. Dies funktioniert nicht einfach per Kopie an einen anderen Speicherort, wie am Computer. Die Bildung von Erinnerungen im Gedächtnis ist ein komplizierter und aktiver Prozess.

Im Schlaf wird Unwichtiges aussortiert. Neue Erinnerungen werden mit alten verknüpft. Sehr effektiv ist daher auch Lernen vor dem Schlaf. Doch warum geht das alles nicht im wachen Zustand?

Für eine langfristige Gedächtnis Bildung werden die im Kurzzeitspeicher gespeicherten Inhalte neu aktiviert. Dies wurde durch Messungen an den Gehirnströmen bestätigt. Dieser Prozess funktioniert allerdings nicht, wenn währenddessen neue Sinneseindrücke einströmen. Dies wäre der Fall, wenn die Inhalte im wachen Zustand neu aktiviert werden. Denn dann strömen permanent neue Sinneseindrücke auf uns ein.

Somit ist ein erfolgreicher Prozess nur im Schlaf möglich. Ansonsten kann es zu Halluzinationen kommen. Diese treten auch bei Schlafentzug oft auf.

Lernen im Schlaf

In einem Versuch wurden Zahlenreihen von Probanden ergänzt. Hinter diesen verband sich ein Muster. Wer das Muster erkannt hat, ist schnell zur Lösung gelangt.

Acht Stunden später wurde der Test wiederholt. Einige der Probanden hatte in dieser Zeit geschlafen, andere nicht. Unter denen, die geschlafen hatten, erkannten das System hinter den Zahlenreihen nun doppelt so viele Personen wie zuvor.


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Im Schlaf muss also etwas passiert sein, etwa eine Art Zusammenschau. Es ist also durchaus sinnig, über etwas zu schlafen. Das kann Probleme lösen und Zusammenhänge besser erkennbar machen.

Wer abends vor dem Schlafen an einem Problem schier verzweifelt, kann es oft am nächsten Morgen problemlos lösen. Der Schlaf ist also sicherlich nicht vergeudet und unser Leben wird nicht verschlafen, auch wenn ein Drittel von diesem geschlafen wird.

Für unsere Gesellschaft ist der Schlaf hingegen oft eher negativ. Wer schläft, tut nichts und ruht sich nur aus. Zum wirtschaftlichen Erfolg wird im Schlaf nichts beigetragen, wohl aber zum eigenen.

Schlafstörungen sind längst eine Volkskrankheit. Egal, wie perfekt das Leben organisiert ist, der Schlaf kann nicht organisiert werden. Er kommt nicht auf Knopfdruck, stattdessen muss losgelassen werden. Vor allem die Kontrolle muss losgelassen werden. Wer krampfhaft einschlafen will, bleibt daher oft wach.

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