Warum ist K-Pop so beliebt? Erklärung, Gründe

Warum ist K-Pop so beliebt, Erklärung, Gründe


Spätestens mit dem Erfolg der Boyband „BTS“ ist K-Pop auch für viele Hörer in der westlichen Welt angekommen. Die Musik aus Südkorea erfreut sich schon seit einer Weile als Nische in Europa und der USA einer Beliebtheit bei den Fans. In Asien hingegen ist K-Pop die dominierende Musikrichtung und bietet besonders in den Ländern wie Südkorea, Japan, China und Malaysia ein riesiges Spektakel. Aber was macht K-Pop eigentlich so beliebt und was steckt hinter dem Phänomen, von dem man immer mehr zu lesen und besonders zu hören bekommt?

Was genau ist K-Pop und woher kommt es plötzlich?

Gerade in Japan und Korea hat sich in den vergangenen Jahrzehnten kulturell einiges verändert. Während über viele Jahre eine starke Zensur in den Ländern herrschte, hat sich mit der Liberalisierung eine eigene Popkultur entwickelt. Diese orientierte sich zwar grundsätzlich am klassischen Pop, der aus den USA in die Länder getragen wurde, entwickelte aber schnell eine ganz eigene Identität. Grundsätzlich ist zwischen J-Pop und K-Pop als größte asiatische Popschulen zu unterscheiden – wobei es dabei jeweils die Musik aus den Ländern Südkorea oder Japan ist.

Seine Anfänge nahm der K-Pop angeblich bereits im späten 19. Jahrhundert. Eine eigene Popkultur entwickelte sich aber vor allem durch die Einflüsse der stationierten US-Soldaten und ihrer Musik, die nach Korea getragen wurde. Mit der Liberalisierung des Marktes und einer Reduzierung der Zensur sowie dem Anschein eines eigenen gesellschaftlichen Wandels begann man eine eigene Musikrichtung zu entwickeln. Dabei setzt man aber auf verschiedenste Eigenheiten, die in dieser Form nur selten oder gar nicht im Westen zu finden sind. Gerade diese Eigenheiten sorgen aber dafür, dass immer mehr westliche Zuhörer zu dieser Form des Pop finden.

Was sind die Besonderheiten der südkoreanischen Popmusik (K-Pop)?

Eine der wichtigsten Besonderheiten des K-Pop ist bereits bei den Künstlern zu finden. So sind beispielsweise Solo-Sänger und Solo-Sängerinnen eine Seltenheit. Stattdessen geht die Beliebtheit in der Regel auf Bands zurück. Diese umfassen bis zu 12 verschiedene Mitglieder und sind besonders für ihre intensiven Live-Performances bekannt. Dazu kommt, dass sich diese Bands nur selten aus eigenständigen Künstlern entwickeln. Stattdessen sind sie der Mittelpunkt einer umfangreichen und milliardenschweren Marketing-Maschine, hinter der drei große und mehrere kleine Agenturen stehen.

Die Bands sind also quasi Casting-Bands, wobei sich diese deutlich von Formaten wie Deutschland sucht den Superstar oder Popstars unterscheiden, wie man sie aus Deutschland kennt. Stattdessen werden die Bands gezielt zusammengesucht und trainieren nicht selten Monate und Jahre, bevor man sie tatsächlich auf den Markt lässt. Einher geht damit ein massives Marketing in den sozialen Netzwerken, Auftritte im Fernsehen, in Unterhaltungsshows und der Aufbau einer Fanbase, die von nun an das Geschäft dieser Bands bestimmt.

Eine weitere Eigenheit ist die Vermischung der koreanischen Sprache, der japanischen Sprache, chinesischen Elementen und der englischen Sprache. Viele Songs haben zwar eine klare koreanische Ausrichtung, sind aber beispielsweise im Refrain auf Englisch geschrieben und bieten daher auch einem internationalen Publikum die Möglichkeit, sehr schnell einen Zugang zu den Songs zu bekommen. Dazu kommt, dass die Texte auch bis heute im Vergleich mit westlichem Pop immer noch recht harmlos sind – hier greift noch immer die Zensur in Südkorea, die beispielsweise dafür sorgen kann, dass die großen Stationen bestimmte Songs oder Videos nicht abspielen.

Warum ist K-Pop in Europa, Deutschland und den USA so beliebt? Erklärung, Gründe

Die Gründe für die Beliebtheit, gerade im Vergleich mit dem westlichen Pop, sind umfangreich und lassen sich unter anderem aber nicht alleine mit den Besonderheiten der Struktur hinter dem K-Pop erklären:

  • Idole: Die starke Fixierung auf einen übersichtlichen Markt mit selten mehr als 20 dominierenden Bands, die dafür omnipräsent in den Medien sind, macht es einfach, Lieblingsbands zu finden.
  • Community: In der Regel haben die Bands große Anhängerschaften, bei denen man ohne große Hürden Mitglied werden kann und die eine große Gemeinschaft verkörpern.
  • Präsenz: Fast alle Bands sind nicht nur durch Filme, Dokus und Musik präsent, sondern lassen die Fans durch sehr hohe Aktivität in den sozialen Netzwerken an ihrem Alltag teilhaben und bieten somit vermeintliche Nahbarkeit.
  • Exotik: Die asiatische Kultur ist schon seit langer Zeit für viele Menschen von besonderem Interesse. Der K-Pop ist dabei nur ein weiteres Element, wie man in diese Welt eintauchen kann.
  • Texte: Zuletzt sind die Texte oftmals geprägt von Liebesgeschichten, Eifersucht, Sehnsucht oder ganz einfach harmlosen Spaß. Die Musik ist vielfältig und bietet genau das, was sich die Fans wünschen.

Alles in allem erlebt der K-Pop vor allem durch die sozialen Netzwerke einen neuen Boom in der westlichen Welt. Die sogenannten Idols – die Bands und ihre Mitglieder – erscheinen nahbar und bieten gleichzeitig eine Musik, die besonders bei einem jüngeren Publikum genau die Themen beinhaltet, die sie beschäftigt. Dazu kommt, dass die Akteure in dieser Musik in der Regel vollkommen frei von Skandalen sind – ihr Image ist von hoher Wichtigkeit und entsprechend spielen Politik und andere äußere Einflüsse kaum eine Rolle. Damit distanziert man sich von der westlichen Welt, in der gesellschaftliche und politische Probleme längst ein elementarer Bestandteil der Musik geworden sind.

K-Pop wird vermutlich in seiner Bekanntheit durch die Erfolge von Bands wie Blackpink oder BTS noch weiter steigen. Während es verständlich ist, dass diese Musik und die Bands eine große Beliebtheit genießen, sollte dabei aber nicht vergessen werden, dass die Struktur hinter der Musik seine Schattenseiten birgt. Oftmals sind die Bands das Eigentum ihrer Agenturen, Sexismus und fragwürdige Schönheitsideale spielen immer noch eine große Rolle. Trotzdem bietet die Musik genau das, was sich viele Zuhörer auf der gesamten Welt wünschen. Daher ist die Entwicklung nicht verwunderlich.

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