Warum heißt Krebs „Krebs“? Wortherkunft und Namensherkunft der Krankheit, Erklärung

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Die Krankheit Krebs ist heute leider aktueller und bekannter als jemals zuvor. Dabei ist sie bei Weitem keine Erscheinung der Neuzeit. Tatsächlich geht der Begriff „Krebs“ noch viel weiter zurück, als die meisten Menschen denken.

Wortherkunft: Krebs wurde nach den gleichnamigen Tieren benannt

Heute denken wir, Krebs sei eine moderne Erkrankung. Tatsächlich nehmen die Krebserkrankungen seit Mitte des 20. Jahrhunderte weltweit dramatisch zu. Warum das so ist, konnte bisher nicht ausreichend geklärt oder bewiesen werden.
Viele Experten meinen, zunehmende Umweltverschmutzung, Belastungen mit Giftstoffen und unsere unnatürliche Lebensweise seien daran schuld.

Wer sich mit dem Namen der Krankheit beschäftigt, wird bald herausfinden, dass Krebs als Krankheit schon viel länger existiert. Die Namensgebung stammt von Hippokrates, dem berühmten Arzt der Antike.

Er untersuchte im Rahmen seiner Studien zahlreiche Leichen. Er fand vor allem bei älteren Menschen häufig Geschwüre im Gewebe. Aufgrund der Ähnlichkeit mit Krebsen, die sich im Sand eingraben, nannte er seine Entdeckung „karkinos“ (griechisch für „Krebs“).

Besonders oft begegnete ihm die Krankheit schon damals im Brustgewebe von Frauen.

Wer war Hippokrates eigentlich?

Sein korrekter Name lauter Hippokrates von Kos. Er lebte schätzungsweise 460 bis 370 v. Chr. auf der griechischen Insel Kos.

Zu seiner Zeit revolutionierte er die Sicht auf den Menschen als organisch-körperliches Lebewesen. Davor war das Menschenbild stark vom Glauben und geistigen Aspekten (der Seele) geprägt. Durch seine Leichenschauen erlangte er umfassendes Wissen über die Funktionsweise und den Aufbau des menschlichen Körpers.

Aus seinem Wissen entwickelte er die Schule von den vier Körpersäften. Nach Hippokrates Meinung müssten die vier Körpersäfte Blut, gelbe Galle, schwarze Galle und Schleim im Einklang sein, damit ein Mensch organisch gesund bleibt. Dieses Wissen kennt man auch unter dem Begriff Humoralpathologie oder Humorallehre.

Wortherkunft „Krebs“: Im Mittelalter wieder aufgetaucht

Mit dem Siegeszug des Christentums verschwand die alte Heilkunst der Antike für lange Zeit. Heiler durften nur noch mit dem arbeiten, was die Kirchenoberhäupter zuließen. Doch die verteufelten zunehmend alles Körperliche, es wurde mit Sünde in Verbindung gebracht und zugunsten einer entarteten Geistigkeit abgelehnt.

Dennoch ist Hippokrates Heilkunde von den vier Körpersäften nie so ganz verschwunden. Viele alte Schriften der Antike wurden durch die Kirche zerstört, einige Fragmente überlebten aber. So gelangten Teile von Hippokrates Wissen sogar bis in die Klöster. Unter anderem sollen die Heilkunst der Hildegard von Bingen und Paracelsus auf der Humoralpathologie begründet worden sein.

Der Begriff „Krebs“ tauchte schließlich in der Renaissance (15. und 16. Jahrhundert) wieder auf, als die Lehren der Antiken neue Beachtung fanden. Sicherlich hat es die Krankheit die ganze Zeit über existiert. Da die Öffnung von Leichen über Jahrhunderte hinweg streng verboten war, erkannte man sie nur nicht mehr.

Der Hippokratische Eid und Krebs

Heute gilt Hippokrates von Kos als der Urvater aller Ärzte. Obwohl man inzwischen weiß, dass sein Wissen eine Neuauflage viel älterer Erkenntnisse war. Man fand Hinweise auf ähnliche Lehren bei den alten Ägyptern und im arabischen Raum. So tauchte auf einer Papyrusrolle aus dem 15. Jahrhundert v. Chr. der Begriff „Krebs“ für eine geschwürartige Veränderung der Haut auf.

Der Hippokratische Eid ist eine Formel, die alle zugelassenen Ärzte und Mediziner ablegen. Im Originaltext handelt es sich dabei um eine mehrere Verse lange Erklärung, Kranke nach dem besten Wissen und Können dazu behandeln. Das Wohl und die Gesundheit des einzelnen Menschen sei dabei immer über das Interesse von geistlichen oder staatlichen Institutionen zu stellen.

Das ist die Krankheit Krebs bei näherer Betrachtung

Im modernen Zeitalter gehen Wissenschaftler und Ärzte davon aus, dass Krebs durch genetische Veranlagung ausgelöst wird. Kommen weitere ungünstige Umwelteinflüsse, Gifte oder eine ungesunde Lebensweise dazu, steigt das Risiko eine Krebserkrankung.

Einfach ausgedückt, beginnen bei Krebs vorher gesunde Körperzellen zu schnell zu wachsen.

Im ganzen Körper finden ständige Erneuerungsprozesse statt. Zellen werden ab- und aufgebaut. Man weiß heute, dass sich der menschliche Organismus innerhalb von sieben Jahren einmal komplett erneuert. Dabei wachsen nicht alle Zellen gleich schnell nach. Es erneuern sich auch nicht alle Organe gleich schnell.

Der Körper folgt einem Takt, der aus einer bisher unbekannten Quelle gespeist wird. Bisher vermutete man die Gene als diese Ursache. Doch neueste Forschungen kamen zu dem Ergebnis, dass auch Gene nicht der Ursprung aller Erb- und Wachstumsinformationen sind. Vielmehr scheinen die Informationen aus der Umwelt zu den Genen zu gelangen (Epigenetik).

Bei Krebs liegt nüchtern betrachtet eine schädliche Informationsverschiebung vor. Die Zellen wachsen an einer Stelle im Körper schneller, als sie eigentlich sollten. Dadurch bilden sich Geschwüre und Verwachsungen.

Entartete Krebszellen graben sich tatsächlich ins Gewebe und bilden dabei Füßchen aus, die an Kleinkrebse erinnern. Dann geben ihre Störinformationen ins Umfeld ab. Dadurch können sich weitere entartete Zellen auch an anderen Stellen des Körpers bilden (Metastasen).

Die körpereigenen Abwehrkräfte bekämpfen die fehlgesteuerte Krebszelle. Doch nicht immer reichen die Kräfte eines Menschen aus, um entstehenden Krebs aus eigener Kraft zurückzudrängen.

Je nachdem, wie groß ein Krebsgeschwür (Tumor) ist und wo es sich befindet, verursacht es durch zunehmende Größe weitere Probleme und Störungen. Dann kann der Krebs entdeckt und bestenfalls behandelt werden.

Hippokrates Sichtweise auf Krebs und dessen Heilung

Hippokrates sah die Ursache für Krebs hauptsächlich in der schwarzen Galle. Die stand mit den psychischen Leiden der Melancholie in Verbindung. Heute würde man Depression dazu sagen.

Wer Probleme mit der schwarzen Galle habe, leide an „schwerer Erde“. Dagegen half nach Hippokrates alles „Luftige“: Bewegung, Lebensfreude, Licht, Obst von Bäumen statt Früchte aus der Erde und freie Gedanken statt Doktrinen und einengenden Regeln.

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