Warum heißt die Osterinsel „Osterinsel“? Erklärung

Warum heißt die Osterinsel Osterinsel, Erklärung


Die Osterinsel im Pazifik: Das nur 162,5 km² große Eiland liegt ziemlich abgelegen im Pazifischen Ozean. Sie befindet sich in etwa zwischen Chile und dem polynesischen Inselarchipel.

Benannt wurde sie durch den niederländischen Seefahrer und Forschungsreisenden Jakob Roggeveen. Der nahm 1722 an einer Expedition und die kam am Ostersonntag, dem 5. April vor der Küste der Insel an.

Vor den Niederländern war 1687 sehr wahrscheinlich schon der Pirat Edward Davis auf oder in der Nähe der Osterinsel. Er hinterließ aber nur einen vagen Bericht von einem neu entdeckten „Südkontinent“.

Warum heißt die Osterinsel „Osterinsel“? Erklärung

Die Namensgebung kommt also vom Tag der offiziellen Erstlandung von Europäern auf der Insel. Im niederländischen Original nannte Roggeveen die Insel „Paasch-Eyland“.

Um 1770 erhoben die Spanier Eigentumsrechte an der Insel. Sie nannten sie „San Carlos“. Weil die Insel wenig bot und strategisch unwichtig war, zogen die spanischen Eroberer bald wieder ab.

Zwischen 1768 und 1779 kam der englische Seefahrer und Entdecker James Cook öfter vorbei. Er ließ allerdings kaum ein gutes Haar an der Insel. Cook nannte die Gegend öde, verlassen und „ohne jede Annehmlichkeiten für Seereisende“. Dennoch hatte die Insel das Interesse diverser europäischer Adeliger und Handelsunternehmen geweckt.

Die Ureinwohner der Osterinsel

Bei den indigenen Einwohnern heißt die Osterinsel „Rapanui“. Vermutlich wurde die Insel erst um 1000 n. Chr. zum ersten Mal durch Menschen besiedelt. Das Volk der Rapanui hinterließ kaum lesbare Schriftstücke, die Aufschlüsse über deren Herkunft zuließen.

Die sonderbare Bilder- und Zeichenschrift der Rapanui ist bis heute nicht entschlüsselbar.

Vermutlich kamen die Menschen aus Polynesien. Einflüsse vom südamerikanischen Kontinent sind ebenfalls möglich. Hauptnahrungsmittel auf der spärlich bewachsenen Insel waren seit jeher Meeresfisch, Seevögel und Süßkartoffeln. Letztere stammen ganz eindeutig vom südamerikanischen Kontinent.

Die Geschichte der Ureinwohner wurde im Westen berühmt. 1994 gab es einen Film mit dem Titel „Rapanui – Rebellion im Paradies“.

Thema des Films war der sonderbare Kult der Ureinwohner und die beinahe Zerstörung der gesamten Kultur.

Auf der Osterinsel soll ein heftiger Klassenkampf geherrscht haben. Das ist nicht nur im Film so, sondern historisch belegbar. Was sich genau abspielte, wurde von den Machern des Filmes allerdings erfunden.

Überliefert ist lediglich, dass eine geistliche Elite auf der Insel herrschte. Sie unterdrückte die übrigen Menschen und rodete die Waldflächen rücksichtslos ab. Entweder brauchten sie das Holz für die Konstruktion von Schiffen und Booten oder für die berühmten Steinskulpturen, die Moai.

Osterinsel: Ein hart umkämpftes Eiland

Auf und um die Osterinsel scheint immer heftig gestritten worden zu sein. Egal ob es nun Ureinwohner oder Eroberer aus Europa oder Südamerika waren.

Zuerst vernichteten sich die Ureinwohner sich fast selbst, dann stritten die Ausländer um die Vorherrschaft.

1862 wurden 1400 Insulaner von Sklavenhändlern nach Peru verschleppt. Das entsprach etwa 30 Prozent der damaligen Gesamtbevölkerung.

1866 kamen zwei brutale europäische Geschäftsleute. Sie unterwarfen die wenigen verbliebenen Einwohner und züchteten Schafe und Rinder.

Kurz darauf kamen die Pocken. Nur 200 Rapanui überlebten die Epidemie.

Später annektierten die Chilenen die Osterinsel. Bis heute zählt sie offiziell zu Chile. Bis zum Jahr 1967 herrschte auf der Insel Kriegsrecht. Das erlaubte dem Staat, den Ureinwohnern alle Rechte abzusprechen. Die Rapanui waren zwar offiziell chilenische Staatsbürger, hatten aber kein Anrecht auf einen Pass und durften die Insel nicht verlassen.

Die Osterinsel heute

Es gibt nur eine einzige Stadt auf der Osterinsel, Hanga Roa. In den 1970er lebten eine Handvoll Menschen hier. Die Ureinwohner lebten noch in einfachen Hütten und ernährten sich vom Fischfang. Daneben gab es Verwaltungsangestellte vom Festland und langsam sachten Tourismus.

Heute hat Hanga Roa knapp 8000 Einwohner, einen Flughafen, Häuser, Hotels, Restaurants und Geschäfte. Durch Berichterstattungen im Fernsehen und den Film wurden immer mehr Neugierige auf die Osterinsel gelockt.

Hauptattraktion sind natürlich die weltberühmten Moai.

Osterinsel: Besiedlung und Bauboom

Schon bald, nachdem erste Siedler auf der Insel angekommen waren, begann der Bau sakraler und weltlicher Einrichtungen.
Über Jahrhunderte hinweg herrschte auf der ablegenden Osterinsel ein wahrer Bauwahn.

Alles drehte sich um den Kult des Vogelmannes und der rätselhaften Moai. Über 900 der teilweise gigantischen Statuen gibt es heute noch. Vermutlich waren es einst mehr als 1000.

Man weiß nicht, wozu die Moai ursprünglich dienten. Manche Thesen gehen davon aus, dass sie berühmte Häuptlinge oder Persönlichkeiten abbildeten. Andere sehen in ihnen eine Art düstere Gottheit. Übersetzt heißt Moai lediglich „Steinmann“.

Wie die Statuen hergestellt wurden, konnte gut rekonstruiert werden. Allerdings ist bis heute rätselhaft wie sie transportiert und aufgestellt wurden. Immerhin wiegen schon die kleinsten Moai rund 12 Tonnen.

Es ist gut möglich, dass sie auf Baumstämmen gerollt wurden. Dies würde die radikale Abholzung der Insel erklären.

Nach dem Untergang der brutalen Priester-Elite sollen die verbliebenen Rapanui die Moai reihenweise von ihren Sockeln gestürzt haben.

Als im 18. Jahrhundert erste Ausländer kamen, war die alte Kultur nur noch bruchstückhaft erhalten geblieben.

Der größte Moai wird „El Gigante“ genannt. Die Figur ist 21,6 Meter hoch und hat ein geschätztes Gewicht von 270 Tonnen.

Seit 1995 ist die Osterinsel ein besonders geschützter Nationalpark und Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

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