Warum heißt Bienenstich “Bienenstich”? Woher kommt der Name? Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung

Warum heißt Bienenstich Bienenstich, Woher kommt der Name, Wortherkunft, Bedeutung, Erklärung


Ein besonderer Hefekuchen mit einer schmackhaften Cremefüllung heißt Bienenstich.

Dass hierbei dieser Bienenstich als Kuchen den Menschen lieber ist als in der eigentlichen und wortwörtlichen Bedeutung, ist allen bewusst. Es ist heute jedoch vielen Menschen nicht bewusst, wie dieser Kuchen zu seinem Namen kam. Gemäß der Bäckerjungensage – einer auf geschichtlichen Erlebnissen beruhenden Sage aus dem Rheingebiet aus Andernach – wurde dieser Kuchen mit der leckeren Vanillecreme vor mehr als 500 Jahren erfunden.

Warum heißt Bienenstich “Bienenstich”? Namesherkunft, Bedeutung, Erklärung

Es gibt hierzu eine entsprechend alte Geschichte. So wurde der Kuchen in der Stadt Andernach ersonnen. Darüber waren die Bewohner der benachbarten Stadt Linz sehr verärgert. Der Kaiser hatte den Menschen aus Andernach Geld zugesprochen, welches den Menschen aus Linz nun fehlte. Erbost griffen die Menschen aus Linz Andernach am nächsten Morgen an. Zwei Bäckerlehrlinge aus Andernach hörten das Geschrei und naschten zu der Zeit gerade Honig aus den Bienenstöcken nahe der Mauer an der Stadt. Als die Azubis die Unruhestifter sahen, warfen sie dann die Bienenstöcke nach den Menschen. Die Bienen stachen heftig zu und die Linzer Menschen ergriffen dann schnell die Flucht. Um dieses Ereignis zu feiern, erfanden die Menschen aus Andernach einen Kuchen, welchen sie Bienenstich nannten.
Die Grundlage hierfür war ein süßer Hefeteig, welcher auf einem Kuchenblech ausgerollt wurde. Darauf wurden vor dem Backvorgang eine Röstmasse aus Honig, gekochtem Zucker, Sahne, Fett und Nüssen aufgebracht. Diese Masse wurde noch recht heiß auf den Teig aufgetragen, da diese sonst nicht weich genug war. Heutzutage bietet die Industrie vorgefertigten Teil und Massen an, welche lediglich noch mit den Mandeln vermischt werden müssen und entsprechend einfach zu handhaben sind. Nach dem Backen und dem anschließenden Auskühlen wird der Kuchen horizontal durchteilt. Gefüllt wird der Bienenstichkuchen mit Buttercreme, Sahne, Fettcreme, Puddingmasse oder auch einer Vanillecreme. Weitaus bekannt ist eine Puddingcreme, welche nach dem Kochen dem Eischnee untergehoben wird. Da diese Masse recht locker ist, ist eine spezielle Form zum Befüllen des Bodens notwendig. Aus diesem Grund wird die Decke vor dem Bestreichen geteilt, da diese ansonsten nicht teilbar ist. Weil die Füllung nicht gänzlich durcherhitzt wird, gilt der Bienenstichkuchen als besonders anfällig für Keime und Bakterien und wird deshalb auch in lebensmittelhygienischen Versuchen als Probematerial benutzt.

Bienenstich: Wie der Name entstand

Hinter der Bezeichnung “Bienenstich” steckt aber auch eine viel ereignisreichere Geschichte. Dieser liegt ein Streit aus dem Jahre 1474 zwischen den Bürgern von Andernach sowie der Nachbarstadt Linz am Rhein zugrunde. Ausgelöst hatte diesen der Kaiser Friedrich III., welcher den Rheinzoll aus der Stadt Linz nach Andernach übergeben hatte. Dies erboste die Bürger aus Linz dermaßen, dass sie die Bewohner von Andernach in den frühesten Morgenstunden noch im Schlaf bekämpfen und angreifen wollten.

Dies war eine Entscheidung, welche die Einwohner der Stadt Linz sehr verärgerte, dass diese an einem Morgen die schlafenden Andernacher Einwohner angreifen wollten. Dies wussten aber zwei Bäckerjungen aus der Stadt Andernach abzustellen, die zufällig an der Mauer der Stadt vorbeigingen und an den hier an den hängenden Bienenstöcken genascht hatten.

So warfen die beiden den erbosten Linzern die Körbe mit den Bienen entgegen. Diese ergriffen dann die Flucht, da sie von den Bienenstichen geplagt wurden. Die Andernacher jedoch feierten ihren Sieg mit einem leckeren Kuchen, welchen sie Bienenstich nannten.

Die Andernacher Bürger aber feierten somit sehr. Anlässlich ihres Sieges servierten sie den sehr leckeren Kuchen, welcher zu Ehren des schlauen Tricks der beiden Jungen von dieser Zeit an die Bezeichnung Bienenstich trug.

Bienenstich: Sein Name und ein Geheimnis

Ob sich das Erlebnis von den schlauen Andernacher Jungen in der Tat so zugetragen hat, kann heutzutage wohl keiner mehr mit absoluter Sicherheit sagen. Eine weitere und unspektakuläre Ableitung des Namens geht auf die Füllung des Kuchens aus Hefe und Mandeln zurück. Diese besteht beispielsweise aus Sahne- oder Vanillepudding bzw. Buttercreme. Mit dem Stich ist demzufolge einfach die aufgestockte Masse gemeint.
Dies sind echte und märchenhafte Geschichten, welche dem„Bienenstich den Namen gaben und für ein solches Hefegebäck Respekt einflößend sind wie auch die bekannten Worte „Sieben auf einen Streich“ auf dem sagenhaften Gürtel des tapferen Schneiderleins.

Mögen Bienen den Bienenstich?

So ein echter Bienenstich der Tiere kann sehr schmerzhaft sein. Wenn es sich aber um das Gebäck handelt, das vor allem Naschkatzen im Sommer bevorzugen, kann nichts passieren. Was nun der Blechkuchen aus Hefeteig und einer leckeren Creme mit dem bekannten Insektenstich zu tun hat, erklärt das bekannte Märchen.

In den Schaufenstern und Auslagen von Bäckereien und Cafés lockt der Bienenstich vor allem hungrige Kunden an. Aber auch zahllose Insekten wollen hiervon ein Stückchen haben und umschwirren das leckeren und süße Gebäck aus Hefeteig und Pudding- oder auch einer Cremefüllung. Hierbei handelt es sich aber zumeist nicht um Bienen, wie die Bezeichnung letztlich vermuten lässt. Es sind größtenteils die Wespen. Demzufolge holt sich irgendeiner, welcher in die Auslage greift, höchstwahrscheinlich eher einen Stich der Wespen.

Der eigentliche Name könnte aber auch am Kuchen allein liegen. Jene Erklärung ist jedoch sehr unspektakulär, denn Kuchenfüllung besteht zumeist aus Vanillepudding, Buttercreme oder Sahne. Mit “Stich” ist dann die aufgestockte Puddingmasse gemeint, ähnlich wie bei einem “Eierstich”. Weil nun aber die Bienen auf das Süßes fliegen, wurde hieraus auch der Bienenstich.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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