Kreißsaal – Hörsaal – Plenarsaal


Mit den Schlagworten „Kreißsaal – Hörsaal – Plenarsaal“ wird Politikern Weltfremdheit und Unverständnis für die Belange arbeitender Menschen vorgeworfen.

Dieser Vorwurf erhält Gewicht, wenn Politiker vom Studenten-Dasein direkt in einen Kreis-, Land- oder in den Bundestag gewählt wurden. Damit entfallen bei diesen Menschen (einige) Stationen im Arbeitsleben und somit fehlt es auch an Lebenserfahrung. Sie gehen direkt vom Studenten- zum Politikerleben über. Sie haben somit nichts anderes als die Universität und das Parlement gesehen.

Inhalt der Schlagworte „Kreißsaal – Hörsaal – Plenarsaal“ ist, dass bestimmte Dinge im Leben erst nach einem (längeren) Berufsleben besser verstanden werden. Dies gilt z.B. für die Belange von Arbeitern, Fachkräften und Menschen im Niedriglohnsektor. Wer in Vollzeit in diesen Bereichen gearbeitet hat, sieht die Welt anders, als Menschen denen diese Erfahrung fehlt. Außerdem prägen Erfahrungen der Arbeitslosigkeit (HartzIV), Jobsuche, Ablehnung und eine unsichere Zukunftsperspektive.

Ferner werfen die Schlagworte „Kreißsaal – Hörsaal – Plenarsaal“ eine Frage auf: Können Politiker, die nie (oder wenig) gearbeitet haben, die Belange, Bedürfnisse und Probleme von Arbeitern verstehen, die im Schichtsystem, als Leiharbeiter oder im Niedriglohnsektor arbeiten? Diese Frage müssen Sie, lieber Leser, selbst beantworten.


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„Kreißsaal – Hörsaal – Plenarsaal“ wird auch als die „Drei-Saal-Karriere“ bezeichnet. Diese Politiker gehen in ihrem Leben vom Kreißsaal über die Schule an die Universität und von dort aus zu Parteiposten und politischen Mandaten. Sie schaffen es also Listenplätze zu ergattern und Netzwerke aufzubauen. Diese Menschen sind quasi: Karrierepolitiker.

Menschen, die diesen Weg gehen, wird auch Karrierismus vorgeworfen.

Als Gegenstück zum „Kreißsaal – Hörsaal – Plenarsaal“-Politiker wird von Originalen geredet. Also Menschen, die in der Wirtschaft erfolgreich sind, sich hochgearbeitet haben und nicht den gradlinigen Weg gegangen sind. Dies sollen Menschen sein, die in ihrem Wahlkreis verwurzelt und den Menschen verbunden sind.

Beispiele:

  • Kristina Schröder (CDU) – Bevor Sie 2002 in den Bundestag einzog, arbeitete sie als studentische Hilfskraft.
  • Philipp Amthor (CDU) -Als er 2017 in den Bundestag gewählt wurde, studierte er noch an Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald Rechtswissenschaften.
  • Frank-Walter Steinermeier (SPD) – Bevor er sein erstes Amt 1993 bekleidete, war er Referent für Medienrecht und Medienpolitik in der Niedersächsische Staatskanzlei.

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