Oberfränkisches Wort des Jahres (seit 2015 bis heute)


In der Region Oberfranken wird seit 2015 das oberfränkische Wort des Jahres gewählt. Einwohner und Interessierte der Sprache können Vorschläge einreichen. Diese werden dann von einer Jury bewertet.

Oberfränkische Worte des Jahres der vergangenen Jahre:

Oberfränkisches Wort des Jahres 2019: Sternlaschmeißer

„Sternlaschmeißer“ ist die Dialektvariante für das hochdeutsche Wort „Wunderkerze“. „Sternlaschmeißer“ setzt sich aus drei Teilen zusammen: „Sternla“, „schmeißen“ und „er“. „Sternla“ bedeutet auf hochdeutsch „Sterne“. „Sternlaschmeißer“ bedeutet vom Begriff her: Jemand der Sterne schmeißt. (Was bei einer Wunderkerze durchaus passieren kann.)

Mehr als 3000 Vorschläge für das oberfränkische Wort des Jahres 2019 erhielt die Jury. Unter anderem wurde ein fränkischer Ausdruck für „Elektrowagen“ vorschlagen: „Biowogn“. CSU-Bezirkstagspräsident Henry Schramm verkündete das Wort am 29. September 2019.

In der Jury sitzen: Sprachwissenschaftlerin Almut König, Bertram Popp, Leiter des Bauernhofmuseum Kleinlosnitz, Sabine Knieling von extra-Radio und Barbara Christoph von der Kultur Service Stelle des Bezirks.

Oberfränkisches Wort des Jahres 2018: Derschwitzen

Der Ausdruck „Derschwitzen“ wurde zum Oberfränkischen Wort des Jahres 2018 gewählt. „Derschwitzen“ bedeutet: „Durch Schwitzen zugrunde gehen“.

Das Wort „Derschwitzen“ steht für den Sommer 2018. Der mit wochenlangen Temperaturen über 30 Grad Celsius zum „Derschwitzen“ war.

In der deutschen Sprache ist das Verb „erschwitzen“ bekannt. Es ist das Gegenteil von erfrieren und bedeutet, dass jemand unter großer Hitze und Flüssigkeitsmangel dehydriert und zu Tode kommt. Das vorgestellte „d“ in „Derschwitzen“ ist eine Eigenheit des bairischen und fränkischen Dialekts, die sich bis in das 12. Jahrhundert zurück verfolgen lässt.

Aus über 1.500 Einsendungen wählten die vier Juroren schnell und einstimmig „Derschwitzen“ aus. Der Ausdruck wurde in den Einsendungen mehrfach vorgeschlagen und war auch den Juroren bekannt.

In der Jury saßen:

  • Barbara Christoph, Leiterin der Kultur-Service-Stelle des Bezirks Oberfranken
  • Dr. Almut König, PD im Department Germanistik und Komparatistik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen
  • Sabine Knieling, Extra-Radio aus Hof (Hochfrankenradio)
  • Bertram Popp, Leiter des oberfränkischen Bauernhofmuseums Kleinlosnitz

Andere Einsendungen waren:

  • Bäbbm – als Bezeichnung für Herpes an den Lippen
  • Hüts-on-Brüh – als Bezeichnung für „Kloß mit Soß“
  • Rowärn – Bezeichnung für eine Schubkarre; ist verwandt mit Robern, Radbeere
  • Blunz’n – Bezeichnung für einen großen Bauch

Oberfränkisches Wort des Jahres 2017: urigeln

Als „urigeln“ wird das Kribbeln der Hände (oder Füße) beschrieben, wenn ein Taubheitsgefühl verschwindet. Dies ist z.B. der Fall, wenn die Hand oder der Fuß eingeschlafen ist. Auch wird damit das Erwärmen der Hände (oder Füße) bezeichnet, nachdem diese kalt geworden sind und während des Aufwärmens anfangen zu kribbeln.

Oberfränkisches Wort des Jahres 2016: a weng weng

„A weng weng“ bedeutet im hochdeutschen: „ein bisschen wenig“. Mit dem Ausdruck „a weng weng“ wird Kritik an der Menge geäußert. Die Wiederholung des „weng“ dient dabei als Verstärkung.

Oberfränkisches Wort des Jahres 2015: Wischkästla

Mundartlich für „Smartphone“. Der Ausdruck „Wischkästla“ beschreibt laut Jury, das Smartphone anhand seiner „Form und Handhabung“ und zwar „in einer Klarheit, die für alle verständlich ist und dem Gegenstand jede Abgehobenheit nimmt.“ Damit wird die Bedeutung des Gerätes auf das eigentliche Tun reduziert: Einen Kasten in der Hand halten und wischen.

Weiteres

Die Wahl zum Oberfränkischen Wort des Jahres wird von der KulturServiceStelle des Bezirks Oberfranken durchgeführt.

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