Bötel – Was ist das? Bedeutung, Geschichte


„Bötel“ ist eine im Magdeburger Raum gebräuchliche Bezeichnung für ein zartes und mageres Eisbein. In der lokalen Magdeburger Mundart wird teils auch „Eisbeen“ gesagt.

Der „Bötel“ ist eine reichhaltige Mahlzeit.

Im Süddeutschen Raum wird statt „Böteln“ Haxe oder Haxn gesagt. Im Berliner Raum ist der Ausdruck „Eisbein“ verbreitet.

Beispiele:

  • „In der Bötelstube gibts Bötel mit Lehm und Stroh.“
  • „Das Fett gehört zum Bötel dazu!“

Bötel mit Lehm und Stroh

In Magdeburg wird „Bötel mit Lehm und Stroh“ gegessen. „Lehm“ steht hier für Erbspüree. „Stroh“ steht hier für Sauerkraut. Dementsprechend wird der Bötel mit Erbsenpüree und Sauerkraut serviert. Das Erbspüree besteht aus gelben gestrockneten Erbsen, die eingeweicht wurden. Das Sauerkraut besteht, wie gewohnt, aus Weißkohl.

Der Bötel wird mit Senf gegessen. Hier wird meistens die mittelscharfe Variante empfohlen. In die Brühe des Bötel kann mit Brot eingetunkt werden.

Wortherkunft: Woher kommt das Wort Bötel?

Das Wort „Bötel“ leitet sich vom indogermanischen Wort „bhu“ ab, welches übersetzt Haus, Hof oder Anwesen heißt. Im niederdeutschen fand „bhu“ als „Böte“ Eingang, wovon sich später das Wort „Bötel“ ableitete. Lehm und Stroh stellen bei vielen Völkern Materialien zum Hausbau dar, so dass das Haus aus/mit Lehm und Stroh gebaut wird.

„Bötel“ hat im plattdeutschen noch weitere Bedeutungen. Es ist eine Bezeichnung für einen kleinen Mann, einen Zwerg oder einen kleinen Jungen.

Der Bötel mit Lehm und Stroh ist ein sehr reichhaltiges Essen. Metaphorisch gesehen kann damit gemeint sein, dass jemand, der den Bötel isst, viel Kraft erhält, um ein Haus zubauen bzw. um körperlich schwer zu arbeiten.

Weiteres zum Wort „Bötel“

In Magdeburg gibt es das Restaurant „Bötelstube“. Hier wird der Bötel mit Sauerkraut, Erbspüree und Salzkartoffeln serviert.

Bötel ist ein Nachname. Die Opernsängern „Bernhard Bötel“ und „Heinrich Bötel“ hießen so.

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