Beele und Kahle in der Magdeburger Mundart


„Beele“ und „Kahle“ sind Ausdrücke, die in der Magdeburger Mundart und im Magdeburger Umland verbreitet sind. Als „Beele“ werden Babys und Kleinkinder bezeichnet. Als „Kahle“ werden (kleine) Kinder.

„Beele“ wird in der Magdeburger Mundart kaum noch gesprochen. Kahle ist hingegen gebräuchlicher.

Um eine Beele von einer Kahlen zuunterscheiden, gilt: Wenn ein Baby kein Baby mehr ist, wird es Kahle genannt.

Mädchen werden „Die Kahle“ genannt.
Jungen werden „Der Kahle“ genannt.

Kahle hat verschiedene Schreibweisen: Kale, Koale, Kaale

Die genaue Herkunft beider Begriffe ist unklar. Eine Ableitung von „kahl“ für Kahle ist möglich, aber nicht belegt. „Kahl“ muss dabei in seiner Bedeutung als „nicht behaart“ verstanden werden. Denn obwohl Kinder keinen kahlen Kopf haben, nicht glatzköpfig sind und Haare aufweisen, fehlt Jungen eins: Der Bart. Am Kinn sind Jungen und Mädchen gleich kahl.

Der Ausdruck „Kahl“ ist in früheren Formen seit dem 8. Jahrhundert in der deutschen Sprache belegt.

Eine Herkunft aus dem plattdeutschen ist auch denkbar.

Einige Menschen tragen den Namen „Kahle“ als Nachnamen. Darunter auch der römische Kaiser „Karl der Kahle“ (13. Juni 823 – 6. Oktober 877). Er erhielt den Beinamen „Kahl“ da er bei der Aufteilung des Frankenreiches während des Reichstag in Worms 829 leer ausging und nicht berücksichtigt wurde. „Kahl“ bedeutet in diesem Kontext: Ohne Land, ohne Besitz. – In diesem Zusammenhang kann Kahle auch verstanden werden. Kinder sind auf dem Weg Erwachsene zu werden, haben aber keinen Besitz. Sie sind Kahle.

In der Jägersprache existiert der Begriff „Kahlwild“. Als Kahlwild werden weibliche Tiere oder junge Tiere bezeichnet, die kein Geweih haben. Sie sind quasi: kahl. In diesem Zusammenhang, dass Kinder etwas fehlt, sollte Kahle verstanden werden.

(Diese Theorien sind unbestätigt und stammen von BedeutungOnline.)

Beispiele

  • „Is das ne süße Beele!“
  • „So eine putzige Beele!“
  • „Deine Kale ist groß gewurden!“
  • „Wo ist deine Kale?“

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