Bedeutung: Tintling und Reinhäuter – Woher die Begriffe kommen

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Die Ausdrücke „Tintling“ und „Reinhäuter“ haben eine einfache Bedeutung:

Was bedeutet Tintling?

Als „Tintlinge“ werden Menschen bezeichnet, die Tinte auf bzw. in ihrer Haut tragen, die also Tattoos haben.

„Tintling“ stand zur Wahl zum Jugendwort des Jahres 2016. Gewonnen hat „Tintling“ nicht, sondern „Fly sein“ belegte den ersten Platz, „Bae“ den zweiten und „isso“ den dritten Platz.

Was bedeutet Reinhäuter?

Als „Reinhäuter“ werden Menschen bezeichnet, deren Haut frei von Tinte und damit von Tattoos ist. Aus dieser Reinheit, da Tinte fehlt, leitet sich der Ausdruck „Reinhäuter“ ab.

Der Ausdruck „Reinhäuter“ erinnert an den Ausdruck „Dickhäuter“.

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Auf englisch könnte statt Reinhäuter „Clear skin“ oder „virgin skin / virgin-skinned“ gesagt werden. Die Bezeichnung „Tattoolose“ wäre korrekt.

Ein besonderer Umstand unterscheidet Reinhäuter von Tintlingen. Als Reinhäuter werden alle Menschen geboren, ob sie ein Tintling werden, entscheiden alle selbst.

Wie „Tintlinge“ und „Reinhäuter“ bekannt wurden

Wer die Ausdruck „Tintling“ und „Reinhäuter“ erfunden hat, lässt sich nicht mehr sagen. Doch wer die Begriffe verbreitet hat, dass lässt sich sagen. Der Facebook-Seite „Tattoofrei – Es ist schön keine Tattoos zu haben“ wird zugeschrieben, für die Verbreitung der Begriffe verantwortlich zu sein. Über 475.000 Fans hatte die Seite im Juli 2018.

Auf dieser Facebook-Seite werden Inhalte veröffentlicht, in denen häufig der vermeintliche Alltag von Menschen ohne Tätowierungen und Menschen mit Tätowierungen in einen Gegensatz gesetzt wird. Hier geht es, um Stereotype, dass Reinhäuter anständige, erfolgreiche und arbeitende Menschen sind, während Tätowierte erfolgslos und arbeitslos, sowie Kriminelle, Drogenabhängige und Verbrecher sein sollen.

Auch werden Tattoo-Sünden gezeigt wie:

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  • Tribals
  • Arschgeweihe
  • Sternchen
  • chinesische Schriftzeichen
  • Zahlenkombinationen
  • Vornamen
  • Band-Namen

Auf tätowierte Berufsgruppen wird auch auf der Facebook-Seite angespielt, so z.B. werden Altenpfleger wiederholt als Thema verwendet.

Der Betreiber der Facebook-Seite „Tattoofrei – Es ist schön keine Tattoos zu haben“ sagte über das Projekt, dass er damit Tätowierte ärgern wollte.

Mit der Facebook-Seite nimmt der Betreiber Tätowierte aufs Korn, die sich über ihr Tattoo profilieren wollen. Das Projekt ist als Satire gedacht, dass bewusst auf alte Klischees anspielt und diese durch Übertreibung entkräftet.

Kritiker werfen der Facebook-Seite „Tattoofrei – Es ist schön keine Tattoos zu haben“ vor, dass Hetze und Diskriminierung gegen Tätowierte betrieben wird.

Weiteres zu „Tintling“

Der Ausdruck „Tintlinge“ ist eigentlich eine Bezeichnung für verschiedene Pilze. Sie werden Tintlinge genannt, da die Lamellen des Pilzes bei der Reife und der Selbstverdauung tintenartig zerfließen. Diese Flüssigkeit enthält Sporen und tropft auf den Boden. Aus ihr wurde früher dokumentenechte Tinte hergestellt.

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Verbreitung von Tintling und Reinhäuter

Da „Tintling“ eine zweite Bedeutung, als Bezeichnung für Pilze hat, lässt sich schwer sagen, wie oft der Begriff bei Google.de gesucht wurde. Für „Reinhäuter“ ist dies leichter zusagen. Seit Mai 2015 steigen die signifikanten Suchnachfragen nach „Reinhäuter“ an. Im Juni 2015 erreichten sie ein erstes Hoch. Dadurch das „Tintling“ in der Auswahl zum Jugendwort des Jahres 2016 war, stiegen die Suchanfragen nach beiden Ausdrücken an.

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