Was ist Untertanenmentalität, Obrigkeitsgehorsam, Obrigkeitshörigkeit? Bedeutung, Definition

Untertanenmentalität, Obrigkeitsgehorsam, Obrigkeitshörigkeit, Was ist, Bedeutung, Definition


Als „Untertanenmentalität“, „Obrigkeitsgehorsam“ oder „Obrigkeitshörigkeit“ wird ein Verhalten bezeichnet, bei welchem eine Person sich freiwillig einer Autorität unterordnet, blind gehorcht und alle Anordnungen der Autorität kritiklos akzeptiert, befolgt und umsetzt.

Untertanenmentalität, Obrigkeitsgehorsam, Obrigkeitshörigkeit: Bedeutung, Definition

Unter den Begriffen „Untertanenmentalität“, „Obrigkeitsgehorsam“, „obrigkeitshörig“ und „Obrigkeitshörigkeit“ wird folgendes Verhalten zusammengefasst:

  • Änderungen werden kritiklos akzeptiert.
  • Anfällig für totalitäre oder autoritäre Ideen sein
  • Anordnungen oder Befehle einer Autorität werden einfach akzeptiert, befolgt und umgesetzt.
  • Anordnungen oder Befehle werden nicht hinterfragt, in Frage gestellt oder kritisiert. Es wird nicht widersprochen.
  • Befehlsempfänger sein
  • Blinder Gehorsam
  • Duckmäuser sein: Die eigene Meinung nicht sagen, aus Angst, dass man bestraft oder ausgegrenzt wird.
  • Eine Autorität wird nicht in Frage gestellt. Ferner wird diese für unfehlbar gehalten. („Autoritätsgläubigkeit“)
  • Hohe Wertschätzung der Regierung oder Obrigkeit
  • im Widerspruch leben, dass man „auf die da oben“ schimpft, aber sie nicht in Frage stellt und trotzdem alle Regeln befolgt
  • Konformität
  • Mitläufertum
  • Sich einer Autorität anbiedern bzw. einer Autorität gefallen wollen (Fan einer Autorität (der Regierung) sein.)
  • Sich freiwillig unterordnen / Sich bevormunden lassen
  • Sich mit der Dominanz einer Regierung arrangieren / keinen Widerstand leisten – egal, wie moralisch verwerflich oder falsch eine Regierung handelt oder Gesetze sind.
  • Staatsgewalt wird hingenommen.
  • Unfehlbare Staatsgläubigkeit und Autoritätsgläubigkeit
  • Vorauseilender Gehorsam
  • Widerspruchsloses Unterodnen

Folgenden Autoritäten kann sich ein Mensch unterordnen: Vater oder Mutter, Vorgesetzten (Chef), Staat (Regierung) oder Kirche (Geistliche).

„Untertanenmentalität“, „Obrigkeitsgehorsam“ und „Obrigkeitshörigkeit“ führen dazu, dass Mitläufer, Ja-Sager, Erfüllungsgehilfen und Konformisten entstehen.

Das Wort „Untertanenmentalität“ kann auch wie folgt in einfachen Worten erklärt werden: Jemand ist gern Untertan und empfängt gern Befehle.

Von Untertanenmentalität oder Obrigkeitshörigkeit kann ein Einzelner oder ein Kollektiv (Volk, Bevölkerung) betroffen sein. Den Deutschen wird z.B. nachgesagt, dass sie eine ausgeprägte Untertanenmentalität haben sollen.

Anzumerken ist, dass jemand seine eigene Untertanenmentalität oder Obrigkeitshörigkeit meistens gar nicht als Untertanenmentalität oder Obrigkeitshörigkeit empfindet, sondern sein Verhalten mit Einsichtigkeit, Verständnis oder Verantwortungsbewusstsein erklärt. – In diesem Sinne muss ausgelotet werden, wann jemand obrigkeitshörig oder einfach nur vernünftig ist. Wenn jemand den Sinn einer Regel erkennt und die Regel befolgt, ist das dann Untertanenmentalität?

Wie entsteht Untertanenmentalität, Obrigkeitsgehorsam und Obrigkeitshörigkeit?

Wie Untertanenmentalität und Obrigkeitshörigkeit entstehen, kann nur vermutet und beschrieben werden. Folgende Faktoren spielen eine Rolle:

  • Autoritäre Erziehung im Elternhaus und der Schule
  • Autoritäre Vaterfigur, die sich im späteren Leben in anderen Personen (Polizei, Politiker / Regierung, Geistliche) widerfindet.
  • Bürokratie und ein Staat, die alles regeln (Bei Verstößen drohen Strafen)
  • Gesellschaftliche Veränderungen kamen in Deutschland von Außen, nicht durch erfolgreiche Revolutionen (Bsp.: Die Demokratie wurde in Deutschland nach dem verlorenen ersten Weltkrieg und erneut nach dem verlorenen zweiten Weltkrieg eingeführt.)

Untertanenmentalität, Obrigkeitsgehorsam und Obrigkeitshörigkeit: Weitere Erklärungsansätze

Andere Erklärungsansätze sind individualpsychologischer Natur. So könnte die Angst vor Verantwortung oder die Angst vor Freiheit eine Rolle spielen. Freiheit und Verantwortung können anstrengend sein. Es könnte daher einfach einfacher sein, sich unterzuordnen.

Einfacher formuliert: Wer Entscheidungen trifft, trägt dafür die Verantwortung. Wer Entscheidungen trifft, kann schlechte Entscheidungen treffen und muss dann mit den Konsequenzen leben. Das muss man aushalten können! Wenn der Staat Entscheidungen trifft, die mich betreffen, so trägt der Staat dafür die Verantwortung. Dies kann als Erleichterung empfunden werden.

Aber auch in Zeiten der Angst und Unsicherheit kann eine Autorität Sicherheit versprechen.

Eine unsichere und ängstliche Person könnte sich der Mehrheit und Mehrheitsmeinung anpassen, um sich in der Mehrheit in Sicherheit zu wiegen und Bestätigung durch andere zu erhalten. Dieses Anpassungsverhalten der unsicheren und ängstlichen Person wird durch verschiedene Ängste und Wünsche angetrieben. Zum Beispiel, die Angst negativ aufzufallen, die Angst anzuecken oder die Angst, dass man von jemanden nicht gemocht wird. Zusammenfassend: Eine unsichere und ängstliche Person sucht Bestätigung und Zugehörigkeit. Beides findet sie, in dem sich der Mehrheit und einer Autorität unterordnet. So wird sie zum Untertan und Konformisten.

Weitere Bedeutungen von Untertanenmentalität

„Der Untertan“ ist ein Buch von Heinrich Mann.

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