Was ist „Mental Load“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist, Mental Load, Bedeutung, Definition, Erklärung


Der Begriff „Mental Load“ bezeichnet die Belastung, die im Alltag durch die Organisation von Alltagsaufgaben entsteht und bezieht sich hauptsächlich auf die nicht sichtbaren Aufgaben die umgangssprachlich auch unter der Kategorie „nicht der Rede Wert“ auftauchen. Die Organisation dieser Aufgaben ist insbesondere für ein funktionierendes Familien- und Paarleben unabdingbar. Die Verantwortung für die Übernahme dieser Aufgaben obliegt in der heutigen Gesellschaft zumeist den Frauen.
In modernen Kontexten wird mit der Begrifflichkeit „Mental Load“ aber vor allem auf die Benennung der Kopf- und Kümmerarbeit verwiesen, die hauptsächlich im familiären Alltag anfällt (Organisation der Kinderbetreuung, Erledigung von Einkäufen, Planung von Mahlzeiten, Haushalt, Einhaltung wichtiger Termine,…).

Ursprung: Entstehung von „Mental Load“

Den Ursprung findet der Begriff in den 1970er Jahren, wo er in Bezug auf diverse Berufsgruppen vor allem unter Heranziehung und Begutachtung geistiger Belastungserscheinungen, die im Zusammenhang mit Stress und deren Auswirkungen auf verschiedene Vitalparameter (beispielsweise Herzfrequenz, Atemfrequenz und Blutdruck) auftreten, diskutiert. Im Jahr 2020 taucht der Begriff dann im Kontext der Auswirkungen der Corona Pandemie im Zuge von Untersuchungen zu den Auswirkungen der Pandemie auf die mentale Gesundheit erneut auf.

Wie funktioniert das Prinzip des „Mental Load“?

Im familiären Kontexten obliegt die Organisationsarbeit meistens nur einem Elternteil oder Partner. Er oder sie kümmert sich um alles, plant Termine und denkt daran Fristen einzuhalten und ist der Ansprechpartner für Informationen, die von Außen (Schulen, Kindergarten, Freunde der Kinder,…) eintreffen. Hier kanalisieren sich sowohl positives als auch negatives Feedback, sofern mal etwas schief läuft. Alle anderen Familienmitglieder fungieren in diesem Kontext als sogenannte „Befehlsempfänger“ und sind nur dafür verantwortlich, die ihnen auferlegten Arbeiten auszuführen.

Warum liegt der „Mental Load“ so häufig bei Frauen?

Die Begründung dafür, warum zumeist Frauen von dem Phänomen „Mental Load“ betroffen sind findet sich in mehreren entscheidenden Faktoren: Insbesondere die eigene Erziehung spielt für dies Problematik eine Rolle. Die Prägung, die der Mensch in seiner Kindheit durch das vorgelebte Rollenverständnis erfährt, übernimmt er zumeist auch für den eigenen Familienkontext in seiner Zukunft. Des Weiteren kann der eigene Perfektionsmus und die damit verbundene Erwartungshaltung an das Selbst bedeutend sein. Meist hat jeder Mensch eine konkrete Vorstellung davon, was er von sich selbst (und den damit verbundenen eigenen Leistungen) erwartet. Dies prägt ihn bei der Ausübung sämtlicher alltäglicher, aber auch beruflicher Tätigkeiten. Darüber hinaus neigen Menschen im Kontext zwischenmenschlicher Beziehungen dazu, Belastungen vom Partner fernzuhalten. Lieber werden Dinge aus eigener Kraft erledigen, als durch Kommunikation mit dem jeweiligen Partner zu klären, wer für welche Aufgaben Verantwortung übernimmt.

Wie kann „Mental Load“ verringert werden und eine bessere Aufgabenverteilung im Rahmen der Familie / Partnerschaft aussehen?

Um einen Mental Overload (mentale Überforderung, ausgebrannt sein, Vorstufe des Burn Out) zu vermeiden ist es wichtig in Partnerschaften und Familienverbänden miteinander zu kommunizieren, wenn es darum geht die im Alltag anfallenden Aufgaben sinnvoll und gerecht zu verteilen. In diesem Zusammenhang kann es hilfreich sein gemeinsam Listen zu erstellen, auf denen alle (auch mentalen und unsichtbaren Tätigkeiten) erfasst werden. So werden auch unsichtbare und ausgesprochene (und als selbstverständlich angenommene) Aufgabenbereiche identifiziert. Das schafft für alle Beteiligten Transparenz und damit einhergehend häufig auch mehr Wertschätzung und Verständnis für die täglich erbrachten Leistungen. Nachdem alle Aufgaben aufgelistet sind sollte sinnvoll besprochen werden, welcher Aufgabenbereich von wem bearbeitet wird. Um diesen Prozess sinnvoll zu überwachen, sollten im regelmäßigen Turnus Gespräche stattfinden, die die verteilten Aufgaben besprechen und bei Bedarf nochmal umverteilen.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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