Was ist Gatsbying? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist Gatsbying, Bedeutung, Definition, Erklärung


Gatsbying beschreibt im Wesentlichen das Verhalten einer Person, die die Aufmerksamkeit einer anderen erregen will, ohne diese direkt anzusprechen. Dabei werden auch auffällige und aufwendige Mittel eingesetzt. Dazu gehört auch das Zurschaustellen von materiellen Gegenständen und Reichtum. Gerade durch Social Media gewinnt dieser Trend an Bedeutung und erhält eine ganz eigene Färbung.

Was bedeutet Gatsbying? Wortherkunft, Wortursprung

Die Methode ist nicht neu. Der Begriff wird abgeleitet von dem 1925 veröffentlichten Roman “The great Gatsby” von F. Scott Fitzgerald. In dem Roman spielt Jay Gatsby eine entscheidende Rolle.

Als junger Millionär gibt er in seinem Haus auf Long Island ausschweifende und kostspielige Partys, zu der die Creme de la Creme aus New York eingeladen ist. Niemand weiß, wer Gatsby eigentlich ist, und wie er zu seinem Reichtum gekommen ist.

Mit der Zeit erfährt man, dass er eigentlich aus einfachen Verhältnissen stammt. Durch seine Tätigkeit als Offizier im Krieg hat er seine Jugendliebe Daisy an einen anderen verloren. Diese seine Jugendliebe ist die einzige Motivation, die ihn dazu bringt, das Vermögen durch teils zwielichtige Machenschaften anzuhäufen. Die charmante und hübsche Daisy stammt aus gutem Hause und besitzt daher selbst entsprechendes Vermögen.

All die Partys und das Umgeben mit anderen Reichen dient nur dazu Daisy zu imponieren. Es wird klar, dass Gatsby eigentlich eine sehr sensible Seite hat und Daisy idealisiert. Er glaubt, all die Übertreibungen seien nötig, um sie zurückzugewinnen. Auch drückt er seine Gefühle für sie quasi durch seine Besitztümer aus. Dabei verkennt er selbst, dass er nur ein idealisiertes Bild von ihr hat.

Im letzten Teil der Geschichte überfährt Daisy eine Frau – die Geliebte ihres eigenen Mannes. Gatsby, der mit ihr im Wagen ist, verehrt Daisy so sehr, dass er anbietet, die Schuld auf sich zu nehmen. Als der Ehemann der überfahrenen Frau davon erfährt, dass der Unfallwagen Gatsby gehört, erschießt er ihn.

Obwohl Gatsbys Partys immer stark frequentiert wurden, erscheinen zu seiner Beerdigung nur drei Menschen: sein Nachbar, sein Vater und ein geheimnisvoller Unbekannter.

Neue Bekanntheit hat die Geschichte des Jay Gatsby durch die Verfilmung mit Leonardo Di Caprio im Jahr 2013 erreicht.

Was ist Gatsbying? Bedeutung, Definition, Erklärung

Gatsbying wird verwendet, um das Verhalten einer Person zu beschreiben, die Aufwendungen betreibt, um eine andere Person zu beeindrucken, ohne diese direkt anzusprechen. Oftmals geschieht dies aus Schüchternheit in Liebesdingen, wobei diese bei der Art der Aufwendungen nicht erkennbar ist. Diese zeichnen sich häufig durch eher extrovertiertes, also eher aufgeschlossenes, nach außen gerichtetes Verhalten aus.

Auch schwingt bei diesem Begriff mit, dass eine Person sich als etwas darstellt, das sie nicht ist, insbesondere übertreibt oder sogar bewusst täuscht, um die Aufmerksamkeit und Zuneigung der angebeteten Person auf sich zu ziehen.

Welche Gründe gibt es für Gatsbying?

Der harmloseste Grund ist vermutlich Schüchternheit und Angst vor Zurückweisung. Wenn man sich nicht traut, die Person direkt anzusprechen, in die man verliebt ist, kann es leichter sein, erst mal indirekt die Reaktionen auszutesten.

Auf der anderen Seite kann hinter Gatsbying immer auch eine Täuschungsabsicht stecken, um die Zuneigung einer Person zu erhalten, die vom wahren Charakter vermutlich nicht angezogen wäre.

Was ist das Ziel von Gatsbying?

Wie im Roman kann es das Ziel sein, eine Person, die man bereits kennt, zu beeindrucken und von sich zu überzeugen. Das Ziel desjenigen, der das Gatsbying betreibt, ist es in der Regel, eine Beziehung mit dieser Person einzugehen.


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Ein mögliches Ziel kann es aber auch sein, eine Person, die man noch nicht persönlich kennt, beispielsweise über Social Media, auf sich aufmerksam zu machen.

Gatsbying wird aber auch nach beendeten Beziehungen eingesetzt. Hier soll dem Expartner gezeigt werden, welches tolle Leben man auch ohne ihn führen kann.

Welche Formen von Gatsbying gibt es?

Klassisch: Wie im gleichnamigen Roman kann es eine Form des Gatsbying sein, Partys zu veranstalten, nur um auch die Möglichkeit zu haben, unauffällig seinem Schwarm näherzukommen.

Auch darunter fallen kann, fantastische Geschichten oder Erlebnisse in der Nähe der begehrten Person zu erzählen, so dass diese sie in jedem Fall hört.

Social Media: Gerade in Zeiten von sozialen Medien werden diese gerne für die Selbstdarstellung genutzt. Beim Gatsbying werden dabei gezielt Inhalte gepostet, um das Objekt der Begierde zu beeindrucken und für sich zu interessieren. So können sich diese Posts zum einen auf Dinge beziehen, von denen man weiß, dass der Schwarm sie gut findet. Dazu ist es erforderlich zuvor selbst über Social Media die Vorlieben herauszufinden.

Zum Beispiel postet man, wie man ein Buch liest, das auf der Liste der beliebtesten Bücher des oder der Angebeteten steht.

Oder man versucht sich selbst durch Fotos von Reisen oder Erlebnissen oder einer großen Freundesliste interessanter zu machen.

Durch das Beobachten der Reaktionen des Schwarms wie zum Beispiel Likes auf Social Media Beiträge kann man aus der Ferne prüfen, ob begründete Hoffnung und gegenseitiges Interesse besteht.

Fazit: Gatsbying

Gatsbying ist meist negativ behaftet, da es oft mit Übertreibungen einhergeht. Authentizität und Ehrlichkeit kommen langfristig immer noch am besten an. Wie auch die Romanfigur des großen Gatsby zeigt, bleibt er am Ende trotz des Aufwands allein, da alles mehr Schein als sein war.

Zudem ist es sehr Zeitaufwendig Gatsbying einzusetzen, da man nie weiß, ob es gelingt und eine Reaktion durch die indirekten Aktionen lange auf sich warten lassen kann.

Auf der anderen Seite ist zurückhaltendes Gatsbying gerade für schüchterne Personen am Anfang eine Möglichkeit etwas von sich zu zeigen und erste Reaktionen zu prüfen, ohne das Risiko einer emotionalen Zurückweisung einzugehen. Zu lange sollte man jedoch nicht in dieser Phase verharren.


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Autor: Pierre von BedeutungOnline

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