Was ist erlernte Hilflosigkeit? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist erlernte Hilflosigkeit, Bedeutung, Definition, Erklärung


Können Menschen ernsthaft eine erlernte Hilflosigkeit besitzen? Laut dem amerikanischen Psychologen Martin E. P. Seligman ist dies durchaus möglich. Dieser machte bereits im Jahre 1974 Versuche mit Hunden und konnte daraus sehr wichtige Parallelen zum menschlichen Verhalten ableiten.

Was ist erlernte Hilflosigkeit? Bedeutung, Definition, Erklärung

Ferner konnte er sich nun auch erklären, warum Menschen in bestimmten Situationen vermehrt zu Depressionen neigen. Seit dieser durchaus spannenden Studie sind nun einige Jahrzehnte vergangen. Abstrakte Modelle sind zudem durchaus sehr interessant, doch was zeichnet die erlernte Hilflosigkeit im Alltag aus und wie kann man diese ganz konkret erkennen?

Menschen, die an einer sogenannten erlernten Hilflosigkeit leiden haben es gelernt alles zum Problem werden zu lassen. Ein Stück weit muss man sich dann auch in dieser Situation gefallen und ein gewisses System aufrechterhalten. Stärke zeigen oder gar positive Gedanken zu entwickeln stehen außer Frage. Es gibt auch keine sinnvollen Strategien, die überlegt werden, um die Zukunft besser zu meistern. Alles wird nur noch vom Ende her gedacht. Dieses Ende ist in jedem Fall ein sehr schreckliches Ende. Hoffnung gibt es keine.

Erlernte Hilflosigkeit: Ursache, Gründe

Doch warum erlernen ganz bestimmte Menschen nun aber eine Hilflosigkeit an den Tag zu legen? Prinzipiell handelt es sich hier um Menschen, die in ihrem Leben sehr viele schlechte Erfahrungen gemacht haben. In der Konsequenz wird dann nicht versucht ein auftauchendes Problem zu lösen, sondern man zeigt sich einfach immer nur hilflos und beginnt zu kapitulieren, weil dies die einzige sinnvolle Lösung zu sein scheint.

Die erlernte Hilflosigkeit kann dabei intern, global oder stabil sein. Bei einer internen erlernten Hilflosigkeit geht es vor allem um die persönlichen Aspekte. Es geht also gar nicht unbedingt um äußere Einflüsse, sondern die jeweilige Person betrachtet sich selbst als das eigentliche Problem.

Global bedeutet hier insbesondere, dass man generell Probleme in Dingen sieht. Es geht nicht mehr nur um bestimmte Situationen, sondern sämtliche Unannehmlichkeiten sind als generell zu betrachten. Zum Beispiel könnte man in einer solchen Phase denken, dass die ganze Welt einfach nur schlecht ist.

Besonders fatal ist eine stabile erlernte Hilflosigkeit. Diese Phase will dann einfach nicht mehr aufhören. Probleme tauchen auf und können nicht mehr verschwinden. Auch hier werden demnach keine Lösungsansätze überlegt oder gar ausprobiert.

Eine viel zu enge Sicht auf alle Dinge des Lebens

Menschen mit einer erlernten Hilflosigkeit sehen alles sehr engstirnig. Dies kann sich auf Personen aber vor allem auch auf bestimmte Situationen beziehen. Taucht ein negatives Ereignis auf oder lässt sich an einer bestimmten Sache etwas Negatives erkennen, wollen diese Menschen genau dies hervorheben und andere Dinge nicht mehr beachten. Daraus resultiert dann wiederum eine erlernte Hilflosigkeit, da man erneut kapituliert und sich nicht einer Herausforderung stellt.

Wer an eine erlernte Hilflosigkeit denkt, sollte sich nicht nur einseitig auf den Aspekt der Hilflosigkeit stürzen. Menschen mit einem solchen Problem sind häufig überaus depressiv. Auch Angstzustände und tiefe Persönlichkeitsstörungen können dabei sehr relevante Begleiterscheinungen sein. In seltenen Fällen können derart hilflose Menschen auch eine höhere Neigung zu einem suizidalen Verhalten entwickeln.

Erlernte Hilfosigkeit: Ohne professionelle Hilfe keine Besserung

Ist man selbst von einer erlernten Hilflosigkeit betroffen, wird es in den meisten Fällen sehr schwer mit diesem Problem fertig zu werden. Viele Menschen möchten sich in einer solchen Situation auch gar nicht helfen lassen oder möchten sich nicht eingestehen ein ernsthaftes Problem zu haben. Oft braucht es einen Anreiz von außen. Die Freunde oder die Familie können dabei eine wichtige Hilfe sein.

Abschließend lösen lässt sich dieses Problem zumeist nur mit einer gezielten Therapie oder zumindest regelmäßigen Besuchen bei einem Psychologen. In der Vergangenheit konnten hier durchaus schon nennenswerte Erfolge erzielt werden. Unterstützend können in ganz akuten Situationen auch Medikamente zur Beruhigung eingesetzt werden.


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Autor: Pierre von BedeutungOnline

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