Was ist ein Farang? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist ein Farang, Bedeutung, Definition, Erklärung


„Farang“ ist ein in Thailand verwendeter Ausdruck für Ausländer mit weißer Hautfarbe, was besonders auf Menschen aus (West-)Europa sowie Amerikaner, Australier und Südafrikaner mit europäischen Wurzeln zutrifft.

„Farang“ wird in Thai „faràn“ ausgesprochen; umgangssprachlich ist auch oft von einem „Falang“ die Rede. Es gibt keine Unterscheidung zwischen Plural und Singular. Im Jahr 1833 wurde von dem US-Gesandten Edmund Roberts die Bedeutung „Franke oder europäisch“ eingeführt. Das offizielle Wörterbuch für die thailändische Sprache, The Royal Institute Dictionary, definiert den Begriff im Jahr 1999 als „eine Person weißer Rasse“.

Was ist ein Farang? Bedeutung, Definition, Erklärung

Grundsätzlich ist „Farang“ ein neutrales Wort, das in der thailändischen Hochsprache keine Verwendung findet. Der sprachliche Kontext bestimmt allerdings auch hier den Sinngehalt und so kann „Farang“ durchaus auch als Beleidigung oder Schimpfwort eingesetzt werden. So ist beispielsweise ein „Farang Khi Nok“ ein Mensch mit weißer Hautfarbe ohne Manieren. Für formelle Anlässe und Umgebungen gibt es zwei höflichere Formulierungen: „Khon Tang Chat“ oder „Chao Tang Chat“, was ganz einfach „Ausländer“ bedeutet.

Noch heute werden in Bangkok Menschen mit schwarzer Hautfarbe auch „Farang Dam“ genannt, „schwarze Farang“. Diese Verwendung hatte ihren Ursprung im Vietnamkrieg (1955-1975) und sollte dabei helfen, die afroamerikanischen Soldaten der U.S. Army von ihren weißen Kameraden zu unterscheiden.

Etymologie des Wortes „Farang“ (Wortherkunft)

„Farang“ stammt nach heutigem Wissensstand ursprünglich aus dem Persischen, wo es so viel wie „Europäer“ oder „Franke“ bedeutet und damit auf den germanischen Großstamm der Franken schließen lässt. Einzelne Frankenstämme breiteten sich bis in den Nahen Osten aus; auf diese Weise gelangten Tradition und Sprache der Franken bis nach Persien (dem heutigen Iran). Während der Kreuzzüge konnten die Franken ihre Stärke konsolidieren und das christliche Gedankengut weiterverbreiten.

Der Begriff „Farang“ wurde schließlich durch die seit dem 16. Jahrhundert bestehende Handelspartnerschaft zwischen Persien und Siam auch in Südostasien geläufig. Siam war bis 1939 ein südostasiatisches Land, das in großen Teilen dem heutigen Thailand entsprach. Dort konnte sich der Ausdruck allmählich im Sprachgebrauch verfestigen. Mit der Zeit wurden auch die neuen Einwanderer aus England, Portugal und Holländer als „Farang“ bezeichnet.

Ebenso wird in Indien der Hindi-Begriff „farangi“ verwendet. Daneben sind abgewandelte Ausdrücke gleicher Bedeutung in Arabien, Ägypten und Nordafrika, Äthiopien und in dem an der Grenze zu Thailand liegenden Kambodscha zu finden. Dies deutet darauf hin, dass persische Händler ursprünglich alle Christen mit europäischer Herkunft als „farang“, also als „Franken“, definierten und sich der Begriff schließlich über deren Handels- und Seefahrtswege ausbreitete.

Was wird außerdem noch als „Farang“ bezeichnet?

„Farang“ wird in Thailand auch als Überbegriff für alles Fremdländische verwendet, also alles, was westliche und sonstige fremde Einflüsse miteinschließt. Weitere Beispiele für die Verflechtung von „Farang“ mit Alltagsbegriffen sind die Bezeichnungen „Man Farang“ für Kartoffel, „No Mai Farang“ für Spargel und „Mak Farang“ für Kaugummi.
Außerdem wird die aus Südamerika stammende und durch portugiesische Händler vor über 400 Jahren nach Thailand importierte Guavenfrucht „Achan Farang“ genannt. Zugleich wird diese Bezeichnung auch als Ausdruck der Geringschätzung verwendet.

Daneben wird seit 1993 die vierzehntägige Publikation „Der Farang“ in Thailand verlegt; sie ist die meistgelesene deutschsprachige Zeitung im Land und sicherlich für jeden deutschen Thailand-Urlauber ein Begriff.

Im nördlichen Iran gibt es außerdem einen Ort namens Farang. Eventuell kann auch dieser Name auf die Handelsbeziehungen zwischen Persien und Siam zurückgeführt werden.

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