Was ist die Generationenrente? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist die Generationenrente, Bedeutung, Definition, Erklärung


Im Rahmen des Wahlprogrammes der CDU und CSU zur Bundestagswahl 2021 wurde die Überlegung aufgenommen, eine Altersvorsorge durch Kapitaldeckung zu integrieren. Mit dieser sogenannten Generationenrente soll es zu einer grundsätzlichen Änderung der Rente in der Zukunft kommen. Das Grundkonzept beinhaltet den Ansatz, dass bereits seit der Geburt für jedes Kind eine bestimmte Summe durch den Staat angelegt wird. Mit dem angelegten Geld soll perspektivisch die Rente finanziell unterstützt werden.

Mit der Generationenrente soll das Problem der teilweise zu geringen Renten behoben werden, sodass das Rentendefizit im Alter verhindert wird. Auch vor dem Hintergrund der geringen Vorsorge vieler Deutscher, könnte laut Aussagen von Unions-Politikern mit der staatlichen Rentenvorsorge ab der Geburt ein Grundsatzproblem der Gesellschaft gelöst werden.

Was ist die Generationenrente? Bedeutung, Definition, Erklärung

Bzgl. der Höhe der Vorsorge sind keine konkreten Beiträge in dem Wahlprogramm formuliert. In früheren Diskussionen ging es um 100 Euro pro Monat. Ab der Geburt soll der noch festzulegende Betrag in einen Pensionsfonds angelegt werden. Mit dieser Option sollen die künftigen Rentnerinnen und Rentner insbesondere vom Zinseszinseffekt profitieren.
Klar ist, dass die Einzahlung durch den Staat ausschließlich bis zu der Vollendung des 18. Lebensjahres erfolgen soll. Das innerhalb der 18. Jahre angesparte Geld soll erst mit dem Renteneintritt greifbar sein. Somit entsteht auch im Vergleich zu dem jeweiligen Zeitpunkt eine entsprechende Anpassung an die Kaufkraft.

Mit der Generationenrente soll zudem vor dem staatlichen Zugriff in der Zukunft auf die Vorsorgeleistungen geschützt werden. Weiterhin ist das Ziel, mit diesem Instrument langfristig gegen die Altersarmut vorzugehen.

Viele Fragen bleiben offen:

Der Vorschlag der Parteien ist innerhalb des Wahlprogrammes noch nicht konkretisiert wurden. Viele Fragen, bspw. ab wann diese Möglichkeit angeboten werden soll oder wer für die Verwaltung des Geldes verantwortlich ist, werden innerhalb des Papiers nicht thematisiert. Ebenso bleiben Fragen offen, was passiert, wenn Aktienkurse fallen und sich somit die Kurse der Fonds und damit auch die finanziellen Reserven reduzieren.

Die Nachteile der Generationenrente:

Laut Experten ist der geringe Zinseszinseffekt im Vergleich zu einer aktienbasierten Rente ein Nachteil. Andere Konzepte bezogen auf eine Rente, welche konkret mit Aktien subventioniert wird, würden demnach in deutlich höheren Renditen münden.

Als weiterer Nachteil werden die sehr hohen Kosten für den Staat benannt. Insofern alle Bürgerinnen und Bürger bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres eine monatliche Unterstützung von 100 Euro erhalten würden, müsste der Staat über 16 Milliarden Euro pro Jahr investieren.

Kritiker gehen davon aus, dass mit dieser Lösung das Niveau der Renten nicht stabilisiert werden kann, sondern zusätzlich Geld kostet. Ergänzend dazu würde die Belastung für die derzeit arbeitende Bevölkerung noch größer werden. Innerhalb der erwerbstätigen Gesellschaft müsste die Last für die Finanzierung der Generationenrente getragen werden.

Alternativen zur Generationenrente:

Neben der Aktienrente, welche bspw. von der FDP als Vorschlag kommuniziert wurde, gibt es bereits heute verschiedene Möglichkeiten die spätere Rente zu stabilisieren und auch privat vorzusorgen. Die Einzahlung des Kindergeldes bis zum Einstieg in das Berufsleben stellt für viele Expertinnen und Experten eine sinnvolle Option zur Altersvorsorge dar. Insofern es finanziell möglich ist, kann mit dem Kindergeld analog zu der Generationenrente vom Zinseszinseffekt profitiert werden und eine langfristige Anlageform gewählt werden.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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