Was ist Blutregen / Sahara-Regen? Erklärung, Bedeutung, Definition

Was ist Blutregen, Sahara-Regen, Erklärung, Bedeutung, Definition


Der sogenannte Blutregen ist ein Wetterphänomen, das in der Regel im Frühjahr oder auch im Sommer auftritt. Dabei verfärbt sich der Himmel Orange bis hin zu einem Rotton. Kommt es zu Regenschauern, ist das Regenwasser rötlich gefärbt. Das Phänomen rührt von verwehtem Saharasand her, weshalb das Wetterphänomen heutzutage auch eher als Sahararegen bezeichnet wird.

Wie entsteht der Blutregen / Sahararegen? Entstehung, Erklärung

Gerade im Frühling oder auch in den Sommermonaten kann es passieren, dass starke Winde über Afrika hinweg bis nach Europa wehen. Die Winde nehmen in ihrem Verlauf Saharasand auf und tragen den über das Meer hinweg bis nach Europa. In der Regel ist die Konzentration an Sand in der Luft recht gering und kaum wahrnehmbar. Je nachdem, wie stark und lang anhaltend die Winde wehen, können die Konzentrationen an Saharasand in den oberen Luftschichten aber auch so dicht werden, dass in manchen Gegenden der Himmel orange oder rötlich eingefärbt wirkt. Das hängt damit zusammen, dass die Sandpartikel die Lichtstrahlen anders brechen und in einem eher rötlichen statt in einem blauen Farbton scheinen lassen.

In der Regel löst sich die Konzentration an Saharasand auf, wenn sich die Strömungen der Winde ändern. Es kann aber auch passieren, dass während der Hochphasen der Sandkonzentrationen Regenschauer über einzelnen Gebieten niedergehen. Der in der Luft schwebende Sand wird vom Regen aufgenommen und fällt zur Erde. Die Regentropfen erscheinen rötlich und es bleiben hinterher rote oder orangene Sandspuren auf dem Erdboden, an Häusern und ähnlichem zurück. Dieses Phänomen ist dann der besagte Blutregen.

Woher hat der Blutregen seinen Namen?

Die Bezeichnung “Blutregen” geht auf das Mittelalter zurück. Damals war das Wissen über Wetterphänomene noch sehr begrenzt. Die Menschen waren ungebildeter und deutlich abergläubischer.

Weil man nicht wusste, dass der rötliche Regen von Sand eingefärbt wurde, suchten die Menschen nach anderen Erklärungen. Sie bezeichneten das Wetterphänomen als Blutregen und glaubten daran, dass es tatsächlich Blut regnen würde.

Viele Menschen hatten damals Angst vor diesem Regen. Sie dachten, dass eine höhere Macht bzw. Gott den Himmel aus Zorn mit Blut überzogen hätte, um die Menschen für ihre Fehler zu bestrafen. Der Blutregen galt als böses Omen, das eine Katastrophe in der nahen Zukunft ankündigen müsste.

Ist der Blutregen / Sahararegen gefährlich?

Auch wenn der Blutregen in früheren Zeiten ein deutlich schlechteres Image hatte, ist er für die meisten Menschen nahezu harmlos. Auch für Pflanzen oder die Gewässer ist die erhöhte Konzentration an Saharasand eher unbedenklich, weil der Sand an sich keine gefährlichen Eigenschaften hat. Er ist weder toxisch, noch besonders radioaktiv.

Es kommen jedes Jahr gut 1,8 Milliarden Tonnen Mineralstaub allein über der Nordhalbkugel in die Atmosphäre. Zwei Drittel davon bestehen alleine aus Staub aus der Sahara. Weil der Staub die Luftqualität etwas beeinträchtigt, kann es allerdings bei Menschen mit hoher Sensibilität oder mit Allergien zu leichten Atembeschwerden kommen.

Wie lange hält das Wetterphänomen an?

Der Blutregen/Sahararegen ist ein Phänomen, das sich über mehrere Tage hin erstrecken kann. Für gewöhnlich dauert es eine Woche bis zehn Tage – abhängig von der Menge an Niederschlägen und der verschiedenen Windströmungen – bevor die Menge an Saharastaub aus den oberen Luftschichten wieder verschwunden ist.

Die rötliche Färbung des Bodens kann dagegen etwas länger sichtbar sein. Anders als die Sandpartikel in der Luft verwirbelt sich der mit dem Regen gefallene rötliche Sand nicht weiter. Darum kann es einige Regenabschnitte benötigen, ehe auch die letzten Spuren vom Blutregen verschwunden sind.

Das Phänomen des Sahararegen ist außerdem kein einmaliges Wetterphänomen. Es kann mehrere Male in einem Jahr passieren und hängt immer von den Veränderungen der Luftströmungen ab. Darum ist es durchaus möglich, dass sich zwei Blutregen-Abschnitte direkt hintereinander ereignen. Allerdings ist das eher selten. Der Abstand zwischen den Phasen des Sahararegens ist eher unregelmäßig und endet auch, wenn nach dem Sommer die Windströmungen häufiger von Norden nach Süden wehen.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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