Was ist Bluewashing? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was ist Bluewashing, Bedeutung, Definition, Erklärung


Bei Bluewashing handelt es sich um eine Marketingstrategie. Die Unternehmen versuchen ihr Image reinzuwaschen, indem sie mit sozialen und ethischen Botschaften und Kampagnen werben. In den meisten Fällen handelt es sich allerdings um leere Worte.

Der Ausdruck „Bluewashing“ wird als Vorwurf verwendet, dass bestimmte Marketingaussagen einer Firma über Arbeitsschutz, Arbeiterschutz, Löhne und Ethik nur zur besseren Aussendarstellung dienen.

Was ist Bluewashing? Bedeutung, Definition, Erklärung

Um die Verbraucher und Verbraucherinnen zu überzeugen, möchten die Unternehmen sich stets von der besten Seite zeigen. Häufig wird auf Marketingmaßnahmen zurückgegriffen, welche Täuschung hervorrufen. Bei Bluewashing handelt es sich um so eine Marketingmaßnahme. Grundsätzlich handelt es sich sowohl bei Greenwashing als auch bei Bluewashing um eine Marketingmaßnahme, welche auf dem Ablenkungsmanöver beruht. Der Unterschied liegt allerdings darin, dass das Bluewashing noch nicht so bekannt ist. Die Unternehmen werben bei Bluewashing mit ethischen Botschaften, zum Beispiel, dass sie die Arbeitskräfte unterstützen und ihnen faire Löhne bezahlen. In den meisten Fällen handelt es sich allerdings nur um kurzfristige Kampagnen und oberflächliche Maßnahmen. Es sollte davon abgelenkt werden, dass das Unternehmen die soziale Verantwortung nicht ernst nimmt.

Bluewashing – Wortherkunft, Bedeutung

Der Begriff Bluewashing ist auf die blaue Corporate-Farbe von der Organisation der Vereinten Nationen für die humanitäre Intervention zurückzuführen. Ab dem Jahre 1999 wurde das Ganze auch für Unternehmen interessant, welche sich ein sozialeres und ethischeres Image beschaffen wollten. Damals hat der UN-Generalsekretär Kofi Annan eine Initiative präsentiert, welche auf die Erschaffung einer globalen Wertekultur abzielen sollte. Die Unternehmen und die UNO haben einen Pakt geschlossen. Dieser besagte, dass die Globalisierung sozialverträglicher und ökologischer gestaltet sein muss. Die Unternehmen müssen auf zehn Prinzipien achten, wenn sie handeln. Die Prinzipien umfassen Korruptionsprävention, den Umweltschutz, Arbeitnehmerrechte und Menschenrechte. Allerdings sind die Mitgliedschaft und die Einhaltung der zehn Prinzipien freiwillig, da sie nicht von außen kontrolliert werden. Aufgrund dessen betreiben einzelne Unternehmen lediglich Bluewashing. Sie werben nach außen, dass sie die Werte vertreten, ohne es tatsächlich umzusetzen.

Bluewashing – keine Taten, sondern nur leere Worte

Vor allem in der Textilbranche tritt das Phänomen Bluewashing sehr häufig auf. Bei der Kleiderherstellung wird zum Beispiel häufig auf Kinderarbeit gesetzt. Einige Textilhersteller steuern dem Imageverlust entgegen, indem sie die Verhaltenskodizes öffentlich machen. Allerdings liegen in diesen sehr häufig Schwachstellen. Die formulierten Standards sind nicht immer streng genug. Es werden zum Beispiel nur ortsübliche Mindestlöhne gefordert, statt existenzsichernde Löhne. Es wird nicht kontrolliert, ob der Kodex tatsächlich eingehalten wird. Die Verantwortung für die Umsetzung der Standards werden häufig in ein Niedriglohnland abgegeben. Es muss beachtet werden, dass selbst Zertifikate und Siegel nicht immer etwas Positives anzeigen. Es gibt zum Beispiel die Better Cotton Initiative. Diese Initiative will bezwecken, dass auf den Plantagen faire Arbeitsbedingungen vorhanden sind. Dieses Zertifikat bewirkt aber nicht automatisch einen ethisch verantwortlicheren Umgang. Dieses Label besitzen zum Beispiel zahlreiche Modeketten wie Zara, C&A oder H&M.

Bluewashing – Wie erkenne ich es?

Durch Bluewashing werden das wachsende soziale und ökologische Bewusstsein von den Verbrauchern und den Verbraucherinnen ausgenutzt. Den Kunden und Kundinnen wird es immer wichtiger, zu wissen, woher die Produkte stammen und wie und von wem sie hergestellt worden sind. Der bewusste Konsum soll die Umwelt- und Arbeitsbedingungen verbessern. Diesem Druck von außen geben einige Unternehmen nur nach, indem sie ethische Werte und soziales Handeln als Verkaufsargument benutzen, ohne es tatsächlich umzusetzen. Viele Verbraucher und Verbraucherinnen tun sich zunehmend schwer damit, den Wahrheitsgehalt von solchen Botschaften zu bestimmen und zu erahnen, ob sich das betroffene Unternehmen tatsächlich verantwortungsbewusst und sozial verhält. Ob das Unternehmen Bluewashing betreibt, kann mit einigen Aspekten erkannt werden. Die Werbeaussagen sollten stets kritisch hinterfragt werden. In diesem Zusammenhang treten die Fragen auf, ob die Aussagen nur oberflächlich sind oder ob sie überprüft werden können. Es muss das Gesamtbild betrachtet werden. Einzelne Details, Kampagnen oder Zahlen helfen nicht weiter. Die Quelle der Information sollte stets beachtet werden. Außerdem können Gütezeichen das Unternehmen vom Bluewashing abhalten. Im Bezug auf die Fashion-Industrie sollte auf das Siegel Fair Wear Foundation geachtet werden. Damit die Werbebotschaften keine leeren Worte bleiben, sollte das Engagement von außen überprüft und bewertet werden können. Die Unternehmen müssen unabhängige Kontrollen zulassen. Nur so können Korrekturmaßnahmen vorgenommen werden, wenn Mängel aufgedeckt worden sind.

Fazit: Was ist Bluewashing?

Das Bluewashing soll dem Unternehmen dabei helfen, die Kunden und Kundinnen mit Botschaften über Moral und Verantwortung zu ködern. Die Unternehmen haben mittlerweile schon erkannt, dass die Verbraucher und Verbraucherinnen so konsumieren, dass weder Natur noch Mensch zu Schaden kommen. Allerdings steckt hinter diesen Botschaften nicht immer ein effektives, nachhaltiges und soziales Engagement. Die Verbraucher und Verbraucherinnen sollten die Projekte und Kampagnen stets kritisch hinterfragen, damit erkannt werden kann, ob der Konsum der Ressourcen tatsächlich ethisch vertretbar ist.

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