Was bedeutet „Sidekick“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was bedeutet, Sidekick, Bedeutung, Definition, Erklärung


Das Wort Sidekick stammt aus dem Englischen und bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie Kumpel, Kumpan oder auch Handlanger. Im deutschen Sprachraum ist der Begriff Sidekick vor allem aus der Literatur und der Filmwelt bekannt. Hier werden ganz bestimmte Nebenfiguren als Sidekick bezeichnet. In aller Regel erfüllt ein solcher Sidekick eine wichtige Rolle für den Fortlauf einer Geschichte. Der Sidekick steht immer nahe an der Hauptfigur eines Films, eines Theaterstücks oder eines Romans. Diese beiden Figuren bestehen alle Abenteuer, von denen erzählt wird, gemeinsam. Der Sidekick ist dabei wesentlich dafür verantwortlich, dass die Hauptfigur stets in ihrem besten Licht erscheint.

Die Tradition des Sidekicks

Sidekicks in der Literatur und im Theater gab es schon immer. Als solcher benannt wird die beschriebene tragende Nebenfigur jedoch erst seit dem 19. Jahrhundert. Als Sidekick wird immer eine mit der Hauptfigur verbündete Person tituliert. Ein Sidekick bietet sich zum Beispiel als ständiger Gesprächspartner der Hauptfigur an. Da beide sich vertrauen, teilt die Hauptfigur dem Sidekick auch intimste Geheimnisse und Gedankengänge mit. Auf diesem Wege erfahren Leser oder Zuschauer was in der Hauptfigur vorgeht. Dies kann als literarischer oder filmischer Trick bezeichnet werden. Über den Sidekick werden Leser und Zuschauer immer auf dem aktuellen Stand der Handlung gehalten. Eine weitere Aufgabe des Sidekicks ist es der Hauptfigur auf die Sprünge zu helfen und ihr zum Beispiel bei der Auflösung kriminalistischer Rätsel unter die Arme zu greifen.

Der Sidekick in der Literatur

Sidekicks sind besonders in der Kriminalliteratur weit verbreitet. Der wahrscheinlich berühmteste Sidekick der literarischen Welt ist Doktor Watson, der Gehilfe des von Arthur Conan Doyle geschaffenen Detektivs Sherlock Holmes. Sherlock Holmes ist ohne Zweifel der absolute Held der Detektivgeschichten. Ohne seinen Freund Doktor Watson tritt er jedoch fast nie auf. Die Aufgabe von Doktor Watson ist es jeweils sich von Sherlock Holmes darüber ins Bild setzen zu lassen, wie der Detektiv seine Kriminalfälle meisterhaft aufgelöst hat, oder aber dies noch zu tun gedenkt. Über Doktor Watson als Umweg erfährt der Leser also alles, was in der Gedankenwelt von Sherlock Holmes vor sich geht.

Ein weiterer berühmter Sidekick der Kriminalliteratur wurde von der englischen Autorin Agatha Christie geschaffen. Ihrem Detektiv Hercule Poirot stellte sie mit dem Polizisten Captain Hastings ebenfalls einen Sidekick zur Seite. Er begleitet Hercule Poirot bei all seinen Fällen und tritt dabei stets als leicht naiver Gesprächspartner auf. Diese Naivität lässt den Meisterdetektiv Hercule Poirot als noch brillanter erscheinen, als er es ohnehin schon ist. Ein weiterer Sidekick in Agatha Christies Kriminalgeschichten ist allerdings genau genommen gar keiner. In den Verfilmungen einiger Miss-Marple-Romane aus den 1960er Jahren spielt Margaret Rutherford die Hauptrolle. Die von ihr verkörperte Miss Marple hat in all diesen Verfilmungen einen Sidekick namens Mister Stringer. In den literarischen Vorlagen aus der Feder Agatha Christies kommt Mister Stringer allerdings gar nicht vor. Es war der Wunsch der Schauspielerin Margaret Rutherford einen Sidekick ins Drehbuch zu schreiben, mit dem die Figur Miss Marple sich austauschen konnte.

Aber auch in Abenteuer- und Fantasy-Romanen greifen Autoren gerne auf Sidekicks zurück, um die Handlung an den von ihnen gewünschten Punkt voranzutreiben. So zum Beispiel in zahlreichen Romanen des Autors Karl May. Hier agieren zum Beispiel Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar gemeinsam. Der Zauberlehrling Harry Potter, der von der englischen Autorin Joanne K. Rowling zum Leben erweckt wurde, hat mit seinen Freunden Ron und Hermine gleich zwei Sidekicks.

Der Sidekick im Film und Fernsehen

In Filmen nimmt der Sidekick eine ähnliche Funktion ein, wie in der Literatur. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die dort angesiedelten Sidekicks häufig in Filmen vorkommen, die nach Romanvorlagen geschaffen wurden.

Gibt es einen Sidekick in einer Fernsehshow, dann ist die Funktion dieser Person für die Show oftmals noch ein wenig ausgeweitet. Sidekicks werden hier als Ansprechpartner eines Moderatoren oder Show-Masters eingesetzt. Dieser Ansprechpartner spielt dem Moderator, der zweifelsohne im Rampenlicht steht, permanent sinnbildliche Bälle zu, die diesem zum Beispiel erlauben einen Witz nach dem anderen zu machen. Der Sidekicks selbst ist dabei häufig die Person auf deren Kosten die Witze des Moderators gemacht werden. Im deutschen Fernsehen ist etwa Manuel Andrak auf diese Art und Weise als Sidekick von Harald Schmidt bekannt geworden. Und auch Stefan Raab hatte mit Elton einen Sidekick, der als leicht dümmlicher Ansprechpartner den Pointen-Geber des Moderatoren gab.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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