Was bedeutet Schwarze Null? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was bedeutet Schwarze Null, Bedeutung, Definition, Erklärung


Die sogenannte Schwarze Null ist mehr oder weniger ein rein politischer Begriff. Schwarz steht dabei für liquide. Es geht ferner darum keine Schulden aufzunehmen und somit stets für einen soliden Haushalt zu sorgen.

Was bedeutet Schwarze Null? Bedeutung, Definition, Erklärung

Wenn der Begriff Schwarze Null fällt, hat dies in erster Linie vor allem mit den Finanzen des Bundes zu tun. Der Bundeshaushalt soll stets ausgeglichen sein. Man stelle sich vor, es sind 500 Milliarden für den Zeitraum von 12 Monaten im Topf des Bundeshaushaltes vorhanden. In diesem Fall dürften dann auch nur maximal 500 Milliarden in diesen 12 Monaten ausgegeben werden.

Eine Verschärfung der Schuldenbremse

Vielen Bürgern ist auch der Begriff der sogenannten Schuldenbremse geläufig. Bei der Schuldenbremse dürfen im Gegensatz zur schwarzen Null jedoch noch Schulden in einem gewissen Umfang gemacht werden. Diese sind jedoch gedeckelt bzw. gebremst.

Der Sinn einer schwarzen Null

Doch warum wird seitens der Politik so akribisch auf die Einhaltung einer schwarzen Null gesetzt? Hierfür gibt es durchaus eine Reihe von plausiblen Begründungen. In erster Linie hat die schwarze Null vor allem mit Blick auf die Europäische Union eine Art Vorbildfunktion. Staaten, die solide haushalten werden auch auf lange Sicht keine Finanzhilfen aus der EU benötigen.

Würde man die schwarze Null jedoch einfach Jahr für Jahr umgehen, könnten andere Staaten diesem Prinzip folgen und ihre Haushalte ebenfalls sehr stark überstrapazieren. Wird dieses Prinzip auf lange Sicht fortgesetzt, könnten sämtliche Staaten auf Dauer in die Schuldenfalle tappen.

Das wohl wichtigste Ziel einer schwarzen Null ist insbesondere die Vermeidung einer Inflation. Wirtschaftswissenschaftler und führende Persönlichkeiten aus dem Bereich der Wirtschaft verweisen immer wieder auf diesen Aspekt. Steigen die Ausgaben des Staates und übersteigen diese die Einnahmen, so hat dies eine Inflation, im schlimmsten Falle sogar eine Hyperinflation zur Folge. Letztere beschreibt eine enorme Teuerungsrate, die mit einer Entwertung des Geldes verbunden ist. Tritt ein solcher Fall ein, könnte die arbeitende Bevölkerung mit dem verdienten Geld kaum noch etwas anfangen. Man arbeitet, erhält seinen Lohn und müsste dann ähnlich, wie im Jahre 1923 sein Geld nach Beendigung eines Dienstes ausgeben, da es zumeist am nächsten Tag keinen Wert mehr hat.

Unterschiedliche Ansichten in Bezug auf die Schwarze Null

Die schwarze Null ist wie bereits eingangs erläutert mehr oder minder ein rein politischer Begriff. Nicht alle politischen Akteure halten die schwarze Null jedoch für unbedingt sinnvoll oder wüschen sich diese bevorzugt in einer abgeschwächten Form. Hier kann es nicht nur zwischen den Parteien, sondern sogar auch innerhalb von Parteien zu Meinungsverschiedenheiten kommen.

Möglichkeiten wie man die schwarze Null einhalten kann

Hat man sich die schwarze Null als ein unbedingtes Ziel gesetzt, so ist es gar nicht unbedingt einfach diese auch tatsächlich beizubehalten.

Auf Bundesebene braucht es Investitionen, um zum Beispiel in den Verkehr, die Bildung oder in die Pflege zu investieren. Stellt sich somit stets die Frage nach der Finanzierung. Hat man nur ein begrenztes Budget zur Verfügung, muss fast immer irgendwo eingespart werden.

Doch über welchen Weg lässt sich nun am besten eine Einsparung erreichen. Auch an diesem besonders wichtigen Punkt scheiden sich die Geister. Zunächst kann man Leistungen in einem bestimmten Bereich streichen. So könnte es dann sein, dass bestimmte Gruppen in der Bevölkerung weniger Geld erhalten. Hier wären zum Beispiel Kürzungen der Renten oder Streichungen von ganz bestimmten Sozialleistungen denkbar. Dies kann jedoch zu sozialen Härten und auch Missständen führen. Aus diesem Grund sind Einsparungen in einem solchen Bereich eher selten zu beobachten. Dies hat sich jedoch im Verlauf der Jahre sehr deutlich verändert, denn es gab Zeiten, wo insbesondere Kürzungen im sozialen Bereich durchaus an der Tagesordnung waren.

Eine weitere durchaus sehr populäre Möglichkeit, um die schwarze Null einzuhalten, ergibt sich aus der Streichung von Subventionen. Es gibt Subventionen in vielen Bereichen, die tatsächlich einer regelmäßigen Überprüfung bedürfen. So gibt es große Konzerne in der Industrie, die durchaus genügend Einnahmen erzielen und daher auf jegliche Subventionen verzichten können.

Möchte man weder Leistungen kürzen, noch Subventionen streichen, ergibt sich noch eine weitere sehr trickreiche Option. Hierbei müssen Steuern erhöht werden. Steuererhöhungen mögen im ersten Moment sehr konsequent und plausibel wirken, und zwar gerade dann, wenn hier hohe Einkommen sehr stark belastet werden. Man muss hier jedoch sehr differenziert vorgehen. Erhöht man die Steuern von hohen Einkommen im unternehmerischen Bereich, kann dies auch geringere Investitionen und eine schwächelnde Produktivität zur Folge haben. Dies wäre letztlich sehr kontraproduktiv. Im besonderen Maße leiden Familienunternehmen unter Steuererhöhungen dieser Art.

Nicht immer ist die schwarze Null auch wirklich sinnvoll

Hält man sich fest an die schwarze Null, hat dies zumeist sehr positive Aspekte zur Folge. Es gibt allerdings auch einige Maßnahmen, wo eine strenge Einhaltung der schwarzen Null diverse Probleme zusätzlich verschärfen kann. Gerade in wirtschaftlich schwachen Zeiten oder während einer Staatskrise sind Investitionen teils unverzichtbar. Man macht dann hier unter Umständen Schulden und kann dann langfristig profitieren, weil zum Beispiel durch eine Absenkung der Arbeitslosigkeit deutlich mehr Steuereinnahmen erzielt werden können.


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Ob eine schwarze Null sinnvoll ist oder nicht, hängt somit immer vom konkreten Einzelfall und vor allem auch von der wirtschaftlichen Situation ab. Die spezifische Sachlage sollte daher unbedingt regelmäßig neu beurteilt werden.

Autor: Pierre von BedeutungOnline

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