Was bedeutet „New Work“? Bedeutung, Definition, Erklärung

Was bedeutet New Work, Bedeutung, Definition, Erklärung


New Work steht für die Idee, dass Globalisierung und Digitalisierung neue Formen des Arbeitsalltags benötigen. Immer mehr verschwimmen dabei die Begriffe Arbeit und Leben. Viele können bereits heute fast von jedem Ort der Welt ihre Arbeit verrichten. Desksharing oder Jobsharing sind Begriffe, die ein völlig neues Verständnis von Arbeit entwickeln. Bei den Mitarbeitern entstehen neue Bedürfnisse, welche in die Arbeitswelt Einzug halten müssen. Dies erfordert von Unternehmen neue Arbeitsmodelle, um mit der Entwicklung Schritt zu halten. Herausforderungen, denen sich Führungskräfte stellen müssen.

Hinzu kommen Innovationen, welche unser Leben gravierend verändern und gleichzeitig die Geschäfte traditionsreicher Unternehmen gefährden. Ein aktuelles Beispiel ist die Einführung des Elektroautos, welches das Fahrzeug mit Verbrennungsmotor komplett ersetzen wird. Für die Produktion von Elektroautos benötigen Arbeitskräfte neue Fähigkeiten, die Produktion wird effizienter und kommt mit weniger menschlicher Arbeit aus. Arbeit muss neu verteilt werden. Dazu gehört auch, dass das gestiegene Bedürfnis nach einer ausgewogenen Work-Life-Balance Berücksichtigung findet.

Die Ursprünge der New Work

Der Begriff „New Work“ geht auf den Philosophen Frithjof H. Bergmann zurück. Er erkannte schon in den 1970ern die Notwendigkeit, Arbeit neu zu definieren. Auslöser war die dritte industrielle Revolution, während der IT und Elektronik die Produktion automatisierten. Menschliche Arbeitskraft wurde zunehmend durch Maschinen ersetzt und sorgte für Massenentlassungen.

Bergmann arbeitete damals im us-amerikanischen Flint bei General Motors. Auch dort erledigten Maschinen die Arbeit inzwischen effizienter als Menschen und es drohte der Verlust der Hälfte aller Jobs. Der Philosophieprofessor suchte nach Alternativen, um die Arbeitsplätze zu erhalten. Seine Idee: Die Arbeiter sollten nur noch sechs Monate im Jahr am Fließband arbeiten. In einem Zentrum für neue Arbeit sollten die Arbeiter in der anderen Zeit über Arbeit nachdenken, die ihnen wirklich Erfüllung bringen würde.

Bergmann ist sich sicher, dass die traditionelle Lohnarbeit am Fließband keine Zukunft hat. Neue Arbeit verstärke dagegen die Selbstständigkeit und Freiheit und bringe eine größere Teilhabe an der Gesellschaft. Menschen sollen fortan Erwerbsarbeit zur Selbstversorgung nachgehen und Arbeit verrichten, die sie wirklich wollten. Arbeit solle nicht auslaugen, sondern Vitalität und Kraft verleihen. Das Ziel ist laut Frithjof Bergmann, dass Menschen ihre Arbeit als Berufung begreifen.

New Work: Die Digitalisierung erfordert eine neue Definition von Arbeit

Mit der Digitalisierung sind wir mitten in der vierten industriellen Revolution. Dies geht erneut mit einer grundlegenden Änderung unserer Arbeitswelt einher. New Work wird dabei helfen, die Herausforderungen an die Arbeitswelt zu meistern. Unter neuer Arbeit werden heute viele Themen zusammengefasst. Dazu gehören die Flexibilisierung der Arbeitszeit und des Arbeitsortes. Vernetztes Arbeiten flexibilisiert Strukturen und interdisziplinäre Projekte überwinden starre Denkmuster.

Dabei ist New Work keine allgemeine Anweisung, vielmehr müssen Unternehmen und Mitarbeiter speziell auf ihre Bedürfnisse und Gegebenheiten abgestimmte Lösungen finden. Neben den Bedürfnissen von Mitarbeiten spielen dabei die Wünsche der Kunden eine wichtige Rolle. Die Produkte und ihre Wettbewerbsfähigkeit sowie die Optimierung von Arbeitsprozessen werden ebenso über die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens entscheiden. Je nach Ausgangslage benötigen Unternehmen eine mehr oder weniger radikale Veränderung.

Elemente der New Work

Die Mitarbeiter sind eine wichtige Ressource, weil ihre Kreativität die Innovationen ermöglicht. Dies bedeutet für die Entwicklung eines Unternehmens einen Wettbewerbsvorteil. Innovationen müssen deshalb aktiv gefördert werden. Dabei ist es wichtig, neben interne Erkenntnissen auch externes Wissen einzubeziehen. Außerdem müssen Hierarchien überwunden werden, um Mitarbeiter zu motivieren, ihre Ideen zu Projekten einzubringen. Bei der Teilnahme sollen nicht Abteilungszugehörigkeit oder Titel eine Rolle spielen, sondern das Interesse an der Mitarbeit sowie Qualifikationen.

Konkurrenzkampf weicht der Coopetition. Wettbewerb wird es auch zukünftig geben, er schließt aber Kooperationen nicht aus. Ein Beispiel ist, dass zwei Unternehmen Produktkomponenten gemeinsam entwickeln und dann für ihre Erzeugnisse nutzen. Solche Kooperationen gibt es schon heute in der Automobilindustrie, beispielsweise bei der Entwicklung von Batterien oder Mobilitätskonzepten. Arbeiten in Netzwerken stellt Wissen einer großen Community zur Verfügung. Es ermöglicht, das Wissen der anderen zu nutzen und andere an eigenen Erkenntnissen teilhaben zu lassen. Dies erhöht die Erfolgsaussichten bei der Arbeit an Projekten.

Die Förderung der Selbstverwirklichung jedes Mitarbeiters fördern Kreativität, Produktivität und letztendlich den Erfolg. Auch das Wohlbefinden ist eine leistungssteigernde Komponente. Eine gute Work-Life-Balance, die Privatleben und Arbeit in eine optimale Beziehung stellt, sorgt letztendlich für bessere Arbeitsergebnisse.

New Work als Wettbewerbsvorteil im Fachkräftemangel

Geld und Status reichen heute nicht mehr, um Facharbeiter an ein Unternehmen zu binden. Die Philosophie des New Work erklärt, wie Unternehmer im Wettbewerb um die besten Fachkräfte bestehen. Spezialisten wüschen sich heute ein Umfeld, in dem sie sich entfalten und weiterentwickeln können. Auch das Gemeinschaftsgefühl im Unternehmen entscheidet darüber, ob eine Fachkraft gebunden werden kann. Zufriedene Mitarbeiter sorgen für eine geringere Fluktuation, was der Innovationskraft dient. New Work ist also nicht nur eine Philosophie, von der Angestellte profitieren. Sie ist ein elementarer Baustein für den Erfolg eines Unternehmens.

Um dies zu erreichen, ändern sich traditionelle Hierarchien zu neuen Strukturen. Abteilungen weichen zugunsten von mixed Teams, die nach Kompetenzen zusammengestellt werden. Diversität löst Homogenität ab, denn Mitarbeiter mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Erfahrungen können sich gegenseitig inspirieren und Innovationen leichter entwickeln. Die Zeit der Stechuhr, also das Empfangen von Befehlen, ist vorbei. Vielmehr werden Mitarbeiter gesucht, die sich als Unternehmer im Unternehmen verstehen. Sie bringen neue Ideen mit Leidenschaft in ein Projekt ein und sorgen so für einen Innovationsschub im Betrieb.

Eine deutliche Veränderung erfahren die Arbeitsplätze. Sie müssen nicht nur konzentriertes Arbeiten ermöglichen, sondern auch Raum für Experimente bieten. Die zukünftigen Arbeitsplätze werden je nach Tätigkeit flexibel von allen Mitarbeitern genutzt. Die Arbeitsmethoden werden agil, starre Modelle gehören der Vergangenheit an. Statt stundenlanger Beratungen gibt es tägliche kurze Stand-up-Meetings. Mit diesen kurzen Intervallen lassen sich Projekte effizienter vorantreiben.

Langwierige Theorien gehören der Vergangenheit an. Stattdessen wird an Beta-Versionen und Prototypen gearbeitet. Jeder neue Schritt kann so überprüft und gegebenenfalls überprüft werden. Hat der Kunde einen Änderungswunsch, kann dieser schnell in das Projekt integriert werden. Die Unternehmenslenker der Zukunft setzen auf Vertrauen, autoritäre Führung hat ausgedient. Leiter treten nun als Moderator auf und lassen in der Diskussion ausdrücklich auch kritische Themen zu.

Die Veränderung hin zum New Work ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen zu bewerkstelligen ist. Wenn es Unternehmen gelingt, ihre Mitarbeiter zu begeistern, haben sie den Schlüssel, die Transformation zum Unternehmen 4.0 zu meistern.

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